14. Januar 2022
Ultimative Tipps für eine nachhaltige Ruheoase

Ultimative Tipps für eine nachhaltige Ruheoase

Der Garten soll vor allen Dingen eines sein: ein Rückzugsort, in den man vor dem Stress des Alltags einfach entfliehen kann. Dafür eignet sich ein nachhaltiger Naturgarten besonders gut. Die Vorteile eines Naturgartens liegen auf der Hand. Es siedeln sich von ganz allein mit der Zeit neue Tiere und Pflanzen an. Ein Naturgarten ist nicht übertrieben gepflegt, sondern eher etwas wild und vor allem einzigartig. Wenn stets etwas wächst und blüht, lockt das auch Vögel an, die dort ihr Nistmaterial finden und brüten können, weil sie ein ausreichendes Nahrungsangebot finden. Für Insekten sind die Lebensbedingungen ideal. Sie finden überall Unterschlupf, genauso wie Mäuse und Igel.

Davon profitiert auch der Gartenbesitzer. Durch die einzigartige Vielfalt werden Pestizide und künstliche Dünger schlichtweg überflüssig. Zudem spart er durch die selbstangebauten Früchte seines Gartens, beispielsweise Kräuter, Obst oder Gemüse. Besonders schön dabei ist, dass der Naturgarten gar keinen so großen Arbeitsaufwand bedeutet. Dadurch bleibt viel mehr Zeit, um das beruhigende Vogelgezwitscher zu genießen und sich von der Natur inspirieren zu lassen. Mit ein paar hilfreichen Tipps, die sich zudem sehr einfach und zeitnah umsetzen lassen, geht nachhaltiges, naturnahes Gärtnern ganz einfach. Wer noch nach Ideen für seinen Garten sucht oder Beispiele für einen naturnahen Garten sehen will, kann sich bei den Bundes- und Landesgartenschauen umschauen.

Der Komposthaufen

Es spricht vieles dafür, einen Komposthaufen im eigenen Garten zu haben. Der Biomüll muss nicht CO2-intensiv abtransportiert werden. Im Haus schwirren keine Fruchtfliegen herum, und am Ende entstehen fruchtbare Erde und natürlicher Dünger für den eigenen Garten. Auf den Kompost können alle Obst- und Gemüsereste aus der Küche, dazu Gartenabfälle, wie beispielsweise der Rasenschnitt oder abgeschnittene Äste. Der beste Standort für einen Komposthaufen ist im Halbschatten. Der Boden sollte offen sein. 

Torf gehört nicht in den Garten

Torf macht den Boden lockerer und sorgt dafür, dass er besser durchlüftet wird. Allerdings ist der Abbau von Torf sehr umstritten. Torf kommt aus dem Moor, wo er die Heimat für viele bedrohte Tierarten ist. Zudem ist Torf ein riesiger Kohlenstoffspeicher. Insgesamt speichern die Torfvorkommen auf der Erde mehr als doppelt so viel terrestrischen Kohlenstoff wie die Wälder auf dem Planeten.
Da es keinen guten Torf gibt, gilt es beim Kauf von Erde darauf zu achten, dass kein Torf beigemischt ist. Als Alternative steht humusreicher Boden zur Verfügung, der mit Bodentieren und Luftporen dafür sorgt, dass Pflanzen gesund gedeihen.

Unterschlupf für Tiere bieten

Abbildung 2: In einem naturnahen Garten sind viele Vögel und auch Amphibien anzutreffen. Sie finden dort reichhaltig Nahrung.Zu einem nachhaltigen Garten gehören auch Laub, Totholz- und Steinhaufen. Diese Materialien nicht abtranportieren, sonderen besser aufschichten. Diese Haufen bieten vielen Tieren Unterschlupf, beispielsweise Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Laubhaufen sind der ideale Unterschlupf für Igel.

Kleine Nistkästen helfen Rotschwänzchen und Mauerseglern, einen geeigneten Nistplatz zu finden. Andere Vögel, wie der Zaunkönig oder die Grasmücke, nisten gerne in Hecken. Deshalb sollte der Heckenschnitt von März bis Juni gänzlich unterbleiben.

Die Gartenbegrenzung

Aus Efeublättern entsteht ganz einfach ein Waschmittel zum nachhaltigen Wäschewaschen.um Nachbarn hin haben die meisten einen Zaun oder eine Mauer in ihrem Garten. Bei einem Zaun sollte gewährleistet sein, dass sich kleine Tiere frei zwischen den Grundstücken bewegen können. Dichte Mauern eignen sich am allerwenigsten. Als natürlichen Sichtschutz eignen sich Bäume, Sträucher und Hecken sehr gut.

Wachsen Rankpflanzen an der Fassade, finden viele Vogelarten ein Zuhause. Geeignet sind dafür beispielsweise Brombeeren oder Efeu. Aus Efeublättern lässt sich nebenbei noch Waschmittel selbst herstellen.

Große Pflanzenvielfalt

Am besten ist es, wenn in einem Garten höhere und flachere Pflanzen wachsen. Ein großer Baum ist ein idealer Schattenspender im Sommer. Zudem wirkt er wie eine kühlende Klimaanlage. Dabei sollte es sich bei den Pflanzen nicht um exotische Hölzer handeln, sondern um heimische. Sie sind viel besser an das Klima angepasst und dadurch sehr widerstandsfähig. Ein Wildblumenbeet sieht bunt und schön aus und lockt zudem Bienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten an.

Auch Gemüse und Früchte sollten in einem nachhaltigen Garten nicht fehlen. Was schmeckt leckerer als die frischen Tomaten aus dem eigenen Garten oder die Erdbeeren? Auch Gurken, Kürbisse, Zucchini, viele verschiedene Kräuter, Beerenfrüchte oder Obstbäume gedeihen gut. Die Selbstversorgung mit Lebensmitteln hat gleich mehrere Vorteile. Es hilft, Plastikmüll zu vermeiden und spart viele unnötige Transportwege. Für den Anfang genügt schon eine kleine Ecke im Garten. Für die idealen Anbauzeiten von Obst und Gemüse gibt es Saisonkalender.

Natürlicher Pflanzenschutz

In einem nachhaltigen Garten ist alles natürlich, also auch Dünger und Pflanzenschutz. Der Dünger kommt vom Komposthaufen, wo nur natürliche Abfälle hinkommen. Für den Pflanzenschutz gibt es ebenfalls viele natürliche Mittel, die keine giftigen oder chemischen Zusätze enthalten. So ein Pflanzenschutzmittel ist ganz einfach selbst hergestellt. Dafür eignen sich Wildpflanzen, wie Löwenzahn, Schachtelhalm, Rainfarn oder Brennnesseln. Die damit selbst gemachten Pflanzenschutzmittel sind besonders nährstoffhaltig und sorgen dafür, dass die unerwünschten Schädlinge verschwinden.

Rainfarn hält saugende Insekten fern, beispielsweise Blattläuse, die Weiße Fliege oder die Raupen verschiedener Insektenarten. Zudem wirkt er gegen Falschen Mehltau. Ein Sud daraus ist schnell produziert. Dazu sind getrocknete Blätter und Blüten notwendig, 100 Gramm auf 1 Liter Wasser. Die Mischung etwa 30 Minuten kochen lassen, damit sich alle ätherischen Öle und Bitterstoffe aus der Pflanze lösen können. Den abgekühlten Sud durch ein Sieb abseihen und in einem Einmachglas aufbewahren, wo er sich mehrere Monate hält.

Der hochkonzentrierte Sud wird zur Anwendung mit Wasser verdünnt. Bei geringem Befall ist eine Verdünnung von 1:10 ratsam, bei stärkerem Befall 1:6. Die verdünnte Lösung kommt in eine Sprühflasche. Damit werden die befallenen Pflanzen einfach eingesprüht. Erste Erfolge sollten sich schon nach wenigen Tagen zeigen. Sollten dann immer noch Schädlinge zu sehen sein, einfach die Behandlung wiederholen. Gemüse nicht direkt vor der Ernte damit besprühen.

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