Talk Welcome Back, Keanu

Brad, Johnny, George – Eine Enttäuschung. Jetzt kehrt Keanu Reeves ins Kino zurück. Wir sagen: Danke, dass jemand seine Aufgabe als Traumtyp noch ernst nimmt.

Keanu Reeves

Es ist tragisch: Denken wir erwachsenen Frauen drüber nach, was aus den sexiest Stars unserer Jugend wurde, sehen wir eine Chronik des Scheiterns: Brad Pitt? Meist nur noch der Walker von Angelina. Johnny Depp? In Dauerverkleidung und seit Neuestem mit lächerlicher Blondierung. Und George Clooney? Ein Kaffeekapsel-Onkel. Bleibt nur einer, der die Coolness der Ära retten kann: Keanu Reeves, inzwischen auch 49 Jahre alt.

Ein Regiedebüt mit Potenzial

Im Mai erschraken wir noch kurz. Da geisterten Fotos durchs Netz, auf denen er Doppelkinn und Wohlstandsbauch vor sich hertrug. Heute wissen

wir: Es war die unglückliche Momentaufnahme eines Mannes, den es nicht wirklich interessiert, ob er nun drei oder fünf Kilo mehr auf die Waage bringt. Ende Januar kehrt er auf die Leinwand mit "47 Ronin 3D“ zurück, und zwar in Bestform. Die Kilos schmolzen, als er zu arbeiten begann. Und in dem Asia-Action-Epos "Man of Tai Chi“ (Start: 2014) führte er zudem das erste Mal Regie und absolvierte viele Stunts selbst. Die Branche liebt es: "Ein Regiedebüt mit Potenzial“, schreiben die Kritiker. "Ein großartiger Kollege und Schau spieler, ein Mann, der in sich ruht und Frieden ausstrahlt“, sagt seine chinesische Filmpartnerin Ye Qing.

Schwere Schicksalsschläge

Keanu ist wieder an seinem Platz – in Hollywood und bei sich selbst. Trotz aller Tiefpunkte oder vielleicht gerade deshalb. Er verlor den besten Freund an die Drogen, sein Baby an das Schicksal und die Frau, die er liebte, bei einem Autounfall. Meditation und Buddhismus haben ihm da durchgeholfen. Er gewann Demut und den Blick auf das Wesentliche. "Andere brauchen Glück für ein gutes Leben, ich nicht“, sagt er. Ein einsamer Wolf ist er geblieben, darauf stehen wir Frauen ja. Dann sagt er noch Sätze wie: "Wenn du eine Frau zum Lachen bringst, siehst du das Schönste der Welt.“ Ach, Keanu, schön, dass du zurück bist. Bleib da – und wir träumen einfach weiter.

Autor: Stefanie Lindenberger

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Quelle: Petra, Ausgabe 01/2014