Musik Ed Sheeran - der Anti-Rockstar

Er ist kein typischer Schönling. Trotzdem stehen ziemlich viele Frauen auf Ed Sheeran. Wir sagen, warum halb Hollywood (und wir!) dem Sänger zu Füßen liegen

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Das Leben ist manchmal eine Soap-Opera. Das musste auch der 23-jährige Ed Sheeran erfahren, als er mit Freundin und Sängerin Ellie Goulding im selben Hotel wie One-Direction-Star Niall Horan übernachtete und feststellte, dass Ellie lieber zu Niall ins Bett kroch als zu ihm. Die britischen Zeitungen berichteten rauf und runter von der Geschichte, was die ganze Sache nicht besser machte. Doch der Singer-Songwriter igelte sich daraufhin nicht ein, sondern verarbeitete seine Gefühle in dem Song „Don’t“ – eine persönliche Abrechnung, in der eine Zeile lautet: „Ich habe ihn nie als Bedrohung angesehen, bis du mit ihm verschwunden bist, um Sex zu haben.“ Autsch.

Ed Sheeran - ein Frauenheld?

Mittlerweile dürfte Ed Sheeran, der in der englischen Stadt Halifax geboren wurde, diese Sache überwunden haben. Zumindest weist einiges darauf hin, wenn man sich die Frauen anschaut, mit denen er sich umgibt: Bei Schauspielerin Courteney Cox wohnte er, Taylor Swift ist seine beste Freundin, und mit Jennifer Aniston feierte er schon Thanksgiving. In seinem Song „Take It Back“ besingt er einen mysteriösen One- Night-Stand, verschweigt aber den Namen und sagte später in einem Interview: „Ich bin ein Gentleman. Nur so viel: Ich habe ein Jahr in den USA verbracht und meinen Spaß gehabt – wie jeder junge Kerl.“

Kumpeltyp statt Sexsymbol

Aber wie kommt es, dass halb Hollywood so auf diesen Rotschopf steht? Denn: Ed Sheeran sieht nicht gerade aus wie ein Womanizer. Eher wie ein Hobbit mit ein paar Kilo zu viel auf den Hüften. Seine Freunde nennen ihn „Teddy“, mehrere Tattoos zieren seinen Körper, darunter ein Lego-Männchen und eine Heinz-Ketchup-Flasche. Das ist nicht besonders scharf. So einen Typen ruft man an, wenn man Kummer hat, und lässt sich von ihm in den Arm nehmen. Und nicht, weil man sich mit ihm durch die Laken wühlen will. Seien wir ehrlich: Der Mann ist der klassische Kumpeltyp und kein Sexsymbol. Der Sänger selbst gab mal in einem Interview zu: „Die meisten Frauen wollen mich bemuttern – und nicht mit mir schlafen.“ Fragt sich nur, was ihn so beliebt macht.

Fangen wir mal mit seiner Musik an. Vor zwei Jahren spielte jede Radiostation seinen Song „The A Team“, er hatte die große Ehre, die Olympischen Spiele zu beenden – und er steuerte den Titelsong „I See Fire“ zum Film „Der Hobbit“ (wie passend) bei. Hollywood- Schauspieler und Musiker Jamie Foxx förderte seine Karriere, mit Sir Elton John stand er zusammen auf der Bühne, und durch das Video zur aktuellen Single „Sing“ tanzt kein Geringerer als Pharrell „Happy“ Williams. Sagten wir schon, dass Ed Sheeran besser rappt als Justin Timberlake (jaha!) und niemand so schön über Herzschmerz singt wie er? Sein Debütalbum „+“, das 2011 erschien, handelte ausschließlich von seiner Teenager-Liebe Alice. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, das besagt, dass man einen Typen mit Gitarre auf die Bühne stellen kann, dann singt er gefühlvoll über seinen Liebeskummer – und schon sind Frauen jeden Alters bezaubert und können gar nicht anders, als „Hach, ist der süß!“ zu rufen.

Eine neue Liebe

Apropos Alter: Offenbar strahlt Ed Sheeran trotz seiner jungen Jahre etwas aus, das Frauen das Gefühl vermittelt, er stünde ihnen loyal zur Seite. Ein Mann mit Substanz eben, eine Schulter zum Ausheulen. Mit jemandem wie Ed kann man sich das Haus am See und eine Zukunft vorstellen. Er selbst gibt zu, einen Hang zur Spießigkeit zu haben: „Irgendwann höre ich auf mit der Musik. Dann möchte ich heiraten, eine Menge Kinder zeugen und diese dann zur Schule bringen.“ Dazu ist er auch noch ziemlich selbstbewusst, wenn es um seinen Habitus geht: „Ich glaube nicht, dass ich jemals CDs wegen meines Aussehens verkauft habe. Was gut ist, weil es bedeutet, dass ich im Alter ein fetter Waschlappen werden kann.“ Da passt es ja, dass er in einem Interview gestand, lieber Burger zu essen, als Situps zu machen. Ziemlich erfrischend bei all den Ken-Lookalikes, die es so gibt. Nein, Ed Sheeran ließ sich nicht von anderen verbiegen – schließlich blieb er sich selbst auch treu, als die Plattenbosse ihn zunächst mit den Worten „Zu pummelig, zu rothaarig“ ablehnten. Tja, Optik ist eben nicht alles, wie man an seiner Karriere erkennen kann. Was nützt ein Astralkörper, wenn der Rest nicht stimmt? Eben. So muss es wohl diese Summe an inneren Qualitäten gewesen sein, die die griechische PR-Assistentin Athina Andrelos für ihn einnahmen. Grünes Licht für die neue Frau an Ed Sheerans Seite gab übrigens Taylor Swift, die Athina Andrelos während eines gemeinsamen Restaurantbesuchs kennenlernte.

Hoffen wir mal, dass er mit der Griechin mehr Glück hat als mit Ellie Goulding. Und dass seine neue Freundin weiß, was sie an ihm hat. Und wir? Wir träumen weiter von dem Mann mit den roten Haaren und der Gitarre in der Hand. Bis wir alt, grau und faltig sind. Dann hat Ed die Welt endgültig erobert, wohnt mit Frau und Kindern glücklich irgendwo in einem Häuschen, während wir mit unseren Rollatoren die Straße entlanggehen. Und lauthals seinen Song „Sing“ und all die anderen schönen Lieder mitsingen.

JENNIFER ANISTON

Geplant war es nicht, dass der Sänger in Jennifers Haus stolpert und mit ihr Thanksgiving feiert: „Ich war im Studio fertig, ein Freund rief mich an und erzählte mir, dass er bei Jen abhängt. Er fragte, ob ich kommen möchte. Klar wollte ich! Der Abend war ziemlich lustig.“ Ja, so lustig, dass er für Ed Sheeran auf einer Liege am Pool endete: „Ich hatte zu viel getrunken und brauchte eine Auszeit.“

TAYLOR SWIFT

Für Taylor Swifts Album „Red“ nahmen der Country-Star und Ed Sheeran 2012 den gemeinsamen Song „Everything Has Changed“ auf. Danach folgte eine große USA-Tour. Gerüchte über eine Beziehung zwischen den beiden ploppten auf, die der Musiker jedoch dementierte: „Wir sind befreundet, waren aber nie ein Paar. Ich habe auch nie einen Song über Taylor geschrieben.“ Die Sängerin bestätigt: „Ich hatte noch nie so einen guten Freund. Mehr ist da nicht.“

CHRISTINA AGUILERA

Der Brite wurde letztes Jahr von der amerikanischen Version von „The Voice“ eingeladen. Er sollte Christina dabei unterstützen, Talente zu entdecken. Was ihm zunächst schwerfiel: „Ich kam in den Raum, und sie trug ein wirklich sehr enges weißes Top ohne BH. Ich bin doch auch nur ein Kerl! Ich versuchte, professionell zu bleiben.“ Hat anscheinend geklappt, denn die Sängerin sagte begeistert: „Ich möchte mit ihm zusammenarbeiten, er ist so talentiert.“

COURTENEY COX

Als Sheeran 2013 an neuen Songs arbeitete, bot Schauspielerin Courteney ihm ihr Strandhaus in Malibu an. Genug Futter für die Presse, zu glauben, dass der Teenieschwarm und die 50-Jährige eine Affäre hätten. Er sagte dazu:„Ich verstehe das nicht, es war einfach eine Geste unter Freunden – und für mich ziemlich praktisch. Als Dank habe ich mich im Haushalt nützlich gemacht.“

Autor: Bonnie Stenken

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Quelle: Petra, Ausgabe 08/2014