"Ich interessiere mich nicht besonders für Mode" "Ich interessiere mich nicht sehr für Mode"

Die fabelhafte Welt der Amélie“ machte Audrey Tautou über Nacht zum Welt-Star. Jetzt spielt sie „Coco Chanel“ – und gab PETRA ein exklusives Interview in Berlin

Audrey Tautou

Als sie 1971 in ihrer Suite im Pariser Hotel „Ritz“ starb, stand sie auf dem Zenit ihres Erfolges. Und war allein. Glauben Sie, dass sie in ihrem Leben nicht doch etwas vermisst hat?
Schwer zu sagen. Nachdem ihre große Liebe Boy Capel bei einem Autounfall ums Leben kam, hat sie sich in die Arbeit gestürzt. Vielleicht wäre sie auch als Ehefrau und Mutter glücklich geworden. Ich glaube aber, das wäre ihr zu wenig gewesen. Ihr Wunsch, etwas aus ihrem Leben zu machen, hätte sie irgendwann wieder eingeholt. Sie war zwar einsam, als sie starb, aber sie hatte ein erfülltes Leben. Und mit 87 Jahren, das darf man auch nicht vergessen, überlebt man eben viele Freunde.


Tragen Sie privat gern Chanel?

Ganz ehrlich: Ich interessiere mich nicht besonders für Mode. Natürlich muss ich mich manchmal in schicke Outfits werfen. Aber eigentlich bin ich das nicht. Der Stil von Chanel hat mir allerdings schon immer gefallen: sehr einfach, sehr weiblich, sehr französisch.

Dann muss Ihnen doch der Mode-Zirkus ziemlich albern vorkommen?
Ich guck ihn mir an wie eine Touristin, aber ich würde mich niemals darüber lustig machen.

Haben Sie eigentlich mit Karl Lagerfeld über Ihre Rolle gesprochen?
Nein, er hat mir nur erzählt, dass Coco Chanel in der Tat eine sehr schlaue und gewiefte Geschäftsfrau war.

Sind Sie so sturköpfig wie die Chanel?
Auch das sagt man generell den Menschen aus der Auvergne nach. Wenn ich mich für ein Projekt entschieden habe, ziehe ich es mit aller Kraft durch. Ich kann auch sehr autoritär sein – das war mir vor den Dreharbeiten zu „Coco“ gar nicht so bewusst. Was mich allerdings von Coco Chanel unterscheidet: Ich bin eine miserable Lügnerin. Sie konnte den Leuten gut etwas vormachen. Mir steht das schlechte Gewissen sofort ins Gesicht geschrieben.

Autor: Iris Soltau

Schlagworte: