Peru - der Westen Südamerikas Ausflug in den Dschungel

Indiana Jones war auch schon in Peru. Kein Wunder, in dem Land im Westen Südamerikas kann man unzählige Abenteuer erleben. PETRA-Redakteurin Wiebke Borcholte kletterte in den Anden durch Inka-Ruinen, badete im Amazonas, stolperte durch den Dschungel – und staunte nicht nur über die Natur, sondern auch über sich selbst.

Peru

Als Nächstes geht es in den Norden, wo sich der Amazonas durch den Dschungel schlängelt. Von Cusco, der Stadt im Süden, fliege ich nach Iquitos im Nordosten von Peru. Während des Flugs ziehe ich mit dem Finger auf einer Weltkarte nach, wo ich mich gerade befinde und wohin mich die Reise noch führen wird. Vom Flugzeug geht es in den Bus, vom Bus an Bord der „Delfin II“. Auf dem Luxusdampfer werde ich über den Amazonas schippern, Ausflüge in den Dschungel machen, Faultiere sehen, Kaimane, Affen, Papageien, Schmetterlinge. Abenteuerlicher geht es kaum für eine fest verwurzelte Großstadtpflanze wie mich.

Früh am Morgen steigen wir in ein kleines Boot, um ans nächste Ziel zu kommen. „Keep the balance!“, ermahnt uns unser Führer Jesus, und mir ist nicht ganz klar, ob er das Gleichgewicht im Boot meint oder ob er einen ökologischen Schlachtruf ausgestoßen hat. Irgendwie passt beides. Jesus erzählt viel über die Bedeutung des Regenwaldes und über die Stämme, die hier leben. Er ist ebenfalls hier aufgewachsen, aber sein amerikanischer Akzent stammt aus seiner Zeit in Chicago. Jesus zeigt auf verschiedene Tiere, die am Ufer des Flusses leben: Schillernde Eisvögel jagen Fische, riesige Habichte ziehen über den Himmel, seltsame Trötlaute erklingen. In einem Baum knäueln sich Brüllaffen, in einem anderen lungern Kapuzineraffen herum, ein Faultier schläft eng an einen Ast geschmiegt. Man muss sehr genau hinsehen, um die Tiere zu erkennen, perfekt fügen sie sich in ihre Umgebung ein.

Als sich der Amazonas zu einem See verbreitert, fordert uns Jesus auf, hineinzuspringen. Mich befallen Zweifel. Ich sehe im dunklen Nass nur imaginäre Piranjas, Kaimane, Würgeschlagen, Blutegel. Aber wie oft in seinem Leben schwimmt man bitte schön im Amazonas? Eben. Also nichts wie rein. Das Wasser ist angenehm kühl, man müsste sich nur an die kleinen Fische gewöhnen, die an einem knibbeln. Lange halte ich es nicht aus, ich klettere schnell wieder an Bord. Aber jetzt kann ich sagen, dass ich im „Spiegel des Dschungels“ gebadet habe, wie man den Amazonas hier nennt. Wow! Am Nachmittag erobern wir den Dschungel. „Nichts anfassen!“, bläut uns Jesus ein. Ich versuche, nicht über die gigantischen Wurzeln zu stolpern, die stets zum Wasser zeigen, wie Jesus beteuert. Falls ich mich also verirren sollte, kann ich so wieder zum Fluss zurückfinden. Na, vielen Dank, das macht Hoffnung.

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