Reisen Uptown

Sie produzieren internationale Filme. Für ihr neues Projekt suchten Michaela Bauer und Oshosheni Hiveluah mal wieder Locations – und zeigten PETRA-Mitarbeiterin Julia Schoon nebenbei das Land an Afrikas Westküste.

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In einem sehr viel schickeren Viertel Windhoeks sitzen die schönen und erfolgreichen Schwarzen und Weißen in „The Wine Bar“ und trinken ihren Sundowner mit Blick über die Stadt. „Als wir noch kein Büro hatten, haben wir hier oft Meetings abgehalten“, verrät Michaela. Warum der Drink zum Sonnenuntergang in Namibia so zelebriert wird, versteht man erst, wenn man aus Windhoek herausfährt: Mit einem Gin Tonic in der Hand stehen Michaela und Oshosheni am nächsten Abend auf einer Düne am Rand der Wüste Namib. In der untergehenden Sonne leuchtet der Sand feuerrot, ihnen zu Füßen liegt die Savanne, nur vereinzelt ragen Felskuppen aus dem weizengelben Gras. Schade, dass sich die samtweiche Nachtluft nicht auf Fotos bannen lässt. 

Feuerroter Sand und samtweiche Nachtluft 

Früh um vier geht es, gedopt mit Coffee to Go, schon weiter in den Namib-Naukluft- Park – in die ältesteWüste derWelt. Augen glimmen am Wegesrand, ein Stachelschwein tapst dem Auto entgegen. Langsam dämmert der Morgen. Die berühmten roten Dünen kommen näher, die befestigte Straße verwandelt sich in eine Sandpiste. Das letzte Stück laufen wir. „Hier haben wir Tanzszenen für einen Bollywoodfilm gedreht.“ Oshosheni zeigt auf eine hartgebackene Sandfläche, aus der schwarze Baumskelette ragen: „Mit überdimensionalen Zebras aus Plexiglas.“ Jetzt, im ersten Licht des Tages, herrscht Stille. Die Sonne zeichnet scherenschnittartige Muster auf die leuchtendroten Dünenkämme. „Lasst uns hochsteigen“, schlägt Oshosheni vor, „von oben entdecken wir die besten Motive.“ Die beiden erklimmen die höchste Düne weit und breit. In Riemchensandalen, so viel Stil muss sein. Quer durch die Wüste führt die Straße zum Meer.„Wer noch nie hier war,denkt oft: Sand. Langweilig“, räumt Michaela ein. „Aber die Namib ist wunderschön.“ Tatsächlich ändert sich ihr Aussehen unterwegs ständig: Mal ist der Sand rot, mal gelb,mal von Canyons zerfurcht, mit felsigen Inselbergen durchsetzt oder platt bis zum Horizont. Michaela schüttelt plötzlich ihr iPhone: „Verdammt,nicht desert proof! Es geht nicht mehr an! Hast du Empfang, Oshi, damit wir erreichbar sind?!“ 

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