28. Mai 2014
Gestatten, mein neues Ego!

Gestatten, mein neues Ego!

Feuchte Hände, hektische Flecken, Stotter-Attacken: In heiklen Situationen machen wir uns oft kleiner als wir sind und ziehen den (Pferde-)Schwanz ein. Mit diesen 10 Tipps können Sie Ihr Selbstvertrauen stärken – und ihr gesundes Ego zum neuen besten Freund machen.

Frau mit viel Selbstbewusstsein
© iStock/Thinkstock/Ondine32
Frau mit viel Selbstbewusstsein

Wir Frauen neigen dazu, ständig alles zu hinterfragen, an uns zu zweifeln – und sowieso sind unsere Freundinnen immer ein Stück toller als wir selbst. Stopp! Mal ehrlich, bringt uns das alles wirklich weiter? Wohl kaum. Es ist doch so: Durch ein mickrig ausgeprägtes Selbstvertrauen – und damit auch Selbstbewusstsein – tun wir uns einfach absolut keinen Gefallen. Hektische Flecken und schwitzige Hände sind alles andere als toll! Viel besser wäre es doch, mit erhobenem Kopf durchs Leben zu wandern, sich seiner Meinung sicher zu sein und vor allem: einfach stolz auf sich und seine Leistungen zu sein. Wir erklären wodurch Selbstbewusstseins-Defizite entstehen können und geben Tipps, die in Ihnen den ultimativen Ego-Boost auslösen.

Erster Schritt: Ursachen erkennen

Vom Drei-Meter-Brett ins Wasser springen? Kind, das ist doch viel zu hoch für dich – du könntest dir die Knochen brechen. Eine zwei in Mathe? Lass die Scherze, Schatz. Du weißt doch, du hast deine Schwierigkeiten mit Zahlen. Lass den zweiten Schokokuchen lieber sein. Du musst ein bisschen auf dein Gewicht achten, Dickerchen. Die Ursache unseres schwach ausgeprägten Selbstvertrauens liegt meist in unserer Kindheit. Wenn Eltern ihren Kindern nichts zutrauen oder sie zu sehr behüten, entwickeln ihre Sprösslinge schwerer ein gesundes Selbstbewusstsein. Das heißt: Ein geringes Selbstvertrauen ist gelernt. Keiner kommt mit einem geringen Selbstvertrauen auf die Welt. Wer sich als Erwachsener nichts zutraut oder schüchtern und gehemmt ist, dann deshalb, weil er von Kind auf Erfahrungen gemacht hat, die ihm das Gefühl gegeben haben, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Solche Erfahrungen sind auch der Ursprung für die innere Stimme in uns. Die innere Stimme, die uns oft so nervig in den Ohren liegt. Die nie ein nettes Wort für uns übrig hat und unser stärkster Kritiker ist. Dummkopf, Idiot, Versager, Feigling. Die Zielscheibe? Unser Selbstwertgefühl.

Dabei sind es doch die Erfolgserlebnisse, die einen – gerade in der Kindheit – prägen und stärken. Denken Sie doch mal zurück: Es gab kaum ein besseres Gefühl als eine schwierige Situation wiedererwartend doch zu meistern. Allein. Ganz ohne Hilfe. Das erste Mal ohne Stützräder Fahrradfahren. Die erste eigenständige Entscheidung treffen oder nach einem Sturz auf der Eislaufbahn ohne Heulen und Schluchzen alleine aufstehen und weiter schliddern. Die Vermittlung des "Ich-schaffe-das-schon-Gefühls" in der Kindheit ist wichtig für unsere spätere Persönlichkeitsentwicklung.

Diese 5 Basis-Tipps machen Platz fürs Ego

Zuerst sollten Sie sich diese grundlegenden Tipps zu Herzen nehmen. Kopf hoch, Brust raus, das innere kleine Mäuschen in die Handtasche stecken – und los geht's!

1. Neues ausprobieren

Sie wollten immer schon mal Wellenreiten lernen, einen Kletterkurs belegen oder einen Bob tragen? Trauen sie sich. Es gibt sicherlich unzählige Angebote da draußen, die nur darauf warten von Ihnen ausprobiert zu werden. So kommen Sie mit neuen Leuten in Kontakt, lernen neue Fertigkeiten und steigern so auch Ihr Selbstbewusstsein. Und der beste Nebeneffekt: Man findet so ganz leicht heraus, wer man eigentlich ist, was einen ausmacht und wo man selber eigentlich hin möchte. Desto besser wir uns kennenlernen, umso mehr Selbstvertrauen werden wir dazu gewinnen.

Dabei können wir auch ruhig unterschiedliche Dinge ausprobieren – und vor allem: Fehler machen! Fallen Sie hin und stehen Sie wieder auf. Wachsen Sie an Niederlagen. Nach einer Zeit können Sie besser mit Niederlagen umgehen, sich besser einschätzen und für Ihre Meinung stehen. Übung macht ja bekanntlich die Meisterin.

2. Verwöhnen Sie sich selbst

Hören Sie auf, sich selbst schlecht zu behandeln. Es gibt absolut keinen Grund dafür. Sie haben etwas vergessen, zu erledigen oder etwas verbockt? Anderen passiert sowas ständig. Kein Grund, sich selbst herunterzumachen. Vielmehr sollten Sie das Vergangene hinter sich lassen und sich Zeit für sich selbst nehmen. Sich mal so richtig verwöhnen. Wobei entspannen Sie am meisten? Sei es ein Mädel-Abend mit herzzerreißenden Schnulzen, ein Besuch im neuen Wellness-Tempel oder das Lesen eines Buches, welches schon viel zu lange unberührt im Regal vor sich hin träumt: Nehmen Sie sich Zeit für sich und streicheln Sie Ihre Seele. Gönnen Sie sich mal eine kleine Auszeit. Danach fühlen Sie sich wieder stark wie Supergirl.

3. Akzeptieren Sie Ihre Fehler

Sie haben ein paar Kilo mehr drauf? Was soll's, akzeptieren Sie Ihren Körper. Sie sind doch schön wie Sie sind. Das werden Ihnen Partner und Freunde bestätigen. Sie sind manchmal ein kleiner Tollpatsch? Anderen geht es genauso. Who cares! Verbannen Sie Ihre kritische innere Stimme und stecken Sie sie in die Hosentasche. Wenn man einsieht, dass Fehler einfach zum Leben dazu gehören, ist das ein wichtiger Schritt, um mehr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl aufzubauen. Wenn man es aufgibt, sich nur auf seine Schwächen zu versteifen und sich selbst zu kritisieren gibt uns das doch einen großartigen Ego-Boost. Wir sollten unsere Fehler akzeptieren, an ihnen wachsen und uns weiterentwickeln.

4. It's Sporting-Time

Joggen, schwimmen, Tennisspielen: Sport bringt den Körper und die Stimmung in Schwung. Durch das Auspowern erhöht sich unser Energielevel. Noch dazu kommen wir in Form, sehen besser aus, wirken ausgeglichener und stärken unser Selbstvertrauen.

Und danach? Na, dann folgt die Belohnung. Ist doch klar. Nein, nicht mit Schokolade – wir wollen ja in Form bleiben und nicht das schlechte Gewissen herauskitzeln. Aber eine in Aussicht gestellte Belohnung motiviert uns beim Sport und gibt uns Kraft!

5. Einen Plan schmieden und ihn durchziehen

To-do-Listen abhaken macht glücklich – es stimmt wirklich! Suchen Sie sich erst einmal eine kleine Sache heraus, die Sie schon viel zu lange vor sich herschieben. Etwa das Putzen der Fenster, die Reparatur Ihres Fahrrads (die Beauftragung des Partners oder eines Profis lassen wir natürlich gelten) oder das Streichen des Wohnzimmers. Jede erledigte Aufgabe wird Sie erfreuen und Ihr Selbstvertrauen stärken. Als nächsten Schritt können Sie sich dann auch für jeden Tag eine kleine Liste schreiben – und sich an mehreren abgehakten Häkchen erfreuen.

5 Power-Tipps für den Alltag

Diese Kniffe bringen uns im Berufs- sowie im Privatleben ein ganzes Stück nach vorn. Dazu braucht es nur einen Klecks Mut und ein wenig Disziplin und Übung. Go for it!

1. Sprechen Sie lauter

Wenn wir uns unsicher fühlen, neigen wir dazu, leise zu sprechen. Besonders, wenn wir uns in Situationen befinden, die wir fürchten. Menschen mit einem geringen Selbstvertrauen sprechen automatisch leiser. Deshalb: Beginnen Sie, auf Ihre Stimme und Sprache zu achten. So gewinnen wir automatisch ein Stück mehr Selbstsicherheit. Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer: Deshalb beginnen Sie damit zunächst in Gesprächen mit vertrauten Personen. Mit Familie und Freunden. Als Steigerung drehen Sie Ihren inneren Lautstärkeregler in Unterhaltungen mit Kollegen lauter. Nützlich ist auch ein Rhetorik-Kurs. Dieser kann helfen, sich mit seiner eigenen Stimme und Sprache zu behaupten.

Unsicherheit, fehlendes Selbstbewusstsein und Schüchternheit äußern sich zum Beispiel dadurch wie etwas gesagt wird: "Ich hoffe, ich störe Dich nicht …", "Eigentlich würde ich das nicht so gerne machen…" Direkter ist es besser! Mit Formulierungen wie "Hast du kurz Zeit …" oder "Ich möchte …" stärken wir das Selbstbewusstsein.

Mädchen mit Spaß-Schnurrbart aus eigenem Haar
© shvili, iStockphoto/Thinkstock
Das ist mir nicht peinlich. Ich bin so!: PETRA-Autorin Wiebke Brauer über die gewisse Gelassenheit im Umgang mit der Welt – und sich selbst.

2. Lernen Sie, Nein zu sagen

Eine Freundin fragt, ob Sie für Sie ihren Freund anlügen können? Ihre Kollegin bittet Sie ein weiteres Mal, ihren (ziemlich nervigen!) Termin zu übernehmen? Sagen Sie Nein. Sie müssen nicht immer nachgeben, weil Sie befürchten nach einer abgelehnten Bitte weniger gemocht zu werden. Trauen Sie sich Ihre Meinung zu vertreten und scheuen Sie nicht die Reaktion Ihres Gegenübers. Sie werden Ihnen schon nicht den Kopf abreißen oder die Augen auskratzen. Ganz im Gegenteil – sie werden Sie mehr akzeptieren. Ewige Jasager werden nämlich im Leben weniger ernst genommen. Nein ist ein wichtiges Wort! Nutzen Sie es, um Ihr Selbstbewusstsein zu pushen. Wer sagt, was er denkt strahlt Stärke aus. Und wenn Ihnen ein striktes Nein noch zu schwer fällt, können Sie es ja mal mit einem "Ich denke noch einmal drüber nach" beginnen. Wichtig ist dabei nur: Machen Sie direkte und klare Ansagen. Wischiwaschi-Aussagen sind verboten.

3. Haltung bewahren

Kopf hoch, Brust raus und ab geht die Luzie! Haben Sie Ihren Körper unter Kontrolle und seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie dadurch ganz leicht mehr Selbstsicherheit gewinnen. Gehen Sie aufrecht und mit gestärktem Rücken anstatt zusammengesunken und klein umherzutippeln. Schreiten Sie lieber selbstbewusst durchs Leben. Dadurch fühlen Sie sich gleich besser und sicherer. Überprüfen Sie die Körperhaltung regelmäßig. So fallen Sie nicht zurück in alte (nachteilige) Muster. Tipp: Wer immer schon mal Ballett ausprobieren wollte oder Zumba im Fitness-Studio sollte sich trauen. Diese Sportarten bewirken eine langfristig bessere Haltung.

4. Neue Leute kennenlernen

Wir befinden uns auf einer Party auf der wir – abgesehen von der Gastgeberin – absolut keinen kennen. Alle haben Spaß. Nur wir nicht. Wir stehen in der Ecke und schmollen. Absagen konnten wir leider nicht mehr. Die Folge: Dumm rumstehen, einen Drink nach dem anderen hinunterkippen und den richtigen Moment für den Abgang abpassen. Für eher schüchterne Menschen ist es überaus schwierig, fremde Leute anzusprechen. Am Anfang hilft es schon, den Mut in unwichtigen Situationen herauszufordern. Ein Tipp: Fragen Sie Leute auf der Straße nach der Uhrzeit oder nach dem Weg – klingt doof, aber hilft. Dort ist die Hemmschwelle deutlich niedriger als auf einer Party. Aber: Irgendwann klappt's dann auch dort – und man hat am Ende noch Spaß mit den neuen Leuten um sich herum.

5. Smile, Baby!

Der erste Eindruck zählt! Wen finden Sie sympathischer: eine Kollegin, die einen offen und freundlich anlächelt oder eine Kollegin, die immer zu verkniffen und schlecht gelaunt dreinschaut und vor sich hin grummelt? Die Antwort fällt nicht schwer. Deshalb: Lächeln Sie! Lächeln Sie sich durch den Tag. Es gibt viele Gründe, gut gelaunt zu sein. Und wenn doch einmal etwas schlecht läuft, suchen Sie die positiven Seiten an der Sache. Die gibt es. Ganz sicher.

Schenken Sie anderen Leuten ein Lächeln: dem Pförtner, den Kollegen, der Verkäuferin in der Mittagspause. Sie werden ziemlich sicher zurück lächeln und damit ihr Selbstbewusstsein stärken – ja, regelrecht streicheln.

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