26. Juli 2012
Anti-Aging für den Job

Anti-Aging für den Job

Was unseren Look angeht, da kennen wir uns aus mit Anti-Aging: cremen hier, boosten dort. Wenn das doch nur auch im Job so einfach wäre – denn der ist ganz schön in die Jahre gekommen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Mitteln kann man auch hier was tun. Wir verraten, wie Sie wieder neuen Drive bekommen und Ihr alter Job plötzlich wie neu wird …

Business Frau
© Digital Vision/Thinkstock
Business Frau

Ein Blick auf die Bürouhr. Noch drei endlose Stunden bis Feierabend. Der Tag zieht sich mal wieder wie Kaugummi. Wo ist da eigentlich der Kick geblieben? Anfangs war doch alles so aufregend und spannend hier. Tolle Aufgaben, nettes Team, klasse Klima. Aber heute fühlen wir uns viel zu oft nur müde und abgekämpft. Die Ideen sprudeln nicht mehr, der Druck von oben stresst. Die netten Kollegen sind auch alle weg. Tja, so ist das wohl, wenn der Job in die Jahre kommt ... Muss das eigentlich so sein? Mit Tricks gegen Alterserscheinungen kennen wir uns schließlich ziemlich gut aus. Müde Augen kaschieren wir gekonnt mit Concealer, erste Fältchen cremen wir mit Hyaluronsäure weg, und unsere Haare kriegen mit einer Koffeinkur neue Spannkraft. Warum sollte eine Verjüngungskur nicht auch für den Job funktionieren, aus dem die Luft raus ist? Es ist ganz einfach.

Statt Cremes helfen Strategien und statt Q10 vielleicht Vitamin B. Das Prinzip ist dasselbe: Wer die richtigen Mittel kennt, glättet damit Sorgenfalten, trägt zur Erneuerung der grauen Zellen bei und lädt die körpereigenen Akkus wieder auf. Hier die zehn besten Anti- Aging-Strategien für die Arbeit:

Proaktiv-Serum Bildung

Alles Routine im Job? Dann muss schleunigst was Neues her: neue Kompetenzen, neue Aufgaben, neue Projekte! Weiterbildung hält uns geistig fit. „Unserem Umfeld signalisieren wir damit: Wir sind nicht alt und eingerostet, sondern attraktiv und up to date“, sagt Ute Bölke, Karriereberaterin aus Wiesbaden. Veränderungskompetenz ist der Schlüssel zum Erfolg. „Nur wer neugierig und flexibel bleibt, kann alle Chancen der Veränderung nutzen.“ In einer IHK-Umfrage unter 11.000 Absolventen diverser Weiterbildungsprüfungen gaben 70 Prozent an, anschließend aufgestiegen zu sein. Also ab auf die Schulbank – und dann auf die Karriereleiter!

Coaching-Kick

Höhen und Tiefen gehören zum Arbeitsleben. Doch manchmal weiß man nicht mehr, wie man aus einem Tal wieder herausfindet. Eine Freundin oder ein Coach können da helfen. Bitten Sie Vertraute um ihre Sicht. Außenstehende haben oft mehr Durchblick und eröffnen den Blick für verschüttete Talente. Wer weiß: Vielleicht stellt sich heraus, dass eine gefühlte Sackgasse direkt auf die Überholspur führt.

DNA-Ego-Komplex

Die eigenen Erfolge an die große Glocke zu hängen, kann ziemlich unangenehm sein. Muss es aber nicht. „Selbstmarketing soll gerade kein peinliches Verkaufen sein“, sagt Dr. Cornelia Topf, Inhaberin der metatalk Kommunikation + Training in Augsburg. „Der erste Ansprechpartner für die eigene Wertschätzung sind Sie selbst!“ Führen Sie Erfolgstagebuch. Da kommt jeden Tag alles rein, was gut gelungen ist im Job. „So bekommen Sie ein unverkrampftes Gefühl für die eigenen Stärken und treten automatisch selbstbewusster auf.“

Vitalitäts-Elixier

Was ist los? Mensch! Früher sprudelten die Einfälle doch nur so, und heute? Ziemliche Flaute an der Ideenfront. „Keine Sorge! Das zeigt nur, dass Sie aufgrund Ihrer Erfahrung bewährten Mustern folgen, was zeit- und energiesparend ist“, sagt Aylin Tufan, Partnerin des Instituts für Angewandte Kreativität in Köln. Um den eingerosteten Ideenmotor wieder anzukurbeln, müssen wir uns auf neue Pfade wagen. Also: Übernehmen wir todesmutig ein unbekanntes Projekt. Schließen wir uns eine Stunde lang mit der Praktikantin ein und spinnen neue Lösungswege für ein Abteilungsproblem. Der Aufwand lohnt sich. „Wenn man kreativ denkt, sorgt man dafür, dass die Abteilung nicht einrostet – und man selber auch nicht.“

Vitamnin-B-Flash

Lust auf neue Job-Kontakte, aber woher nehmen …? Nun. Netzwerke fallen niemanden in den Schoß. „Networking muss auf die eigene To-do-Liste!“, sagt Dr. Cornelia Topf. Wer Anlässe sucht, um Leute anzusprechen, findet sie schnell: in der Kantine und in Fachzirkeln, unter Nachbarn und Vereinskollegen oder bei Xing. Ganz einfach anmelden und aktiv werden. Machen Sie Angebote, bieten Sie Ihre Kenntnisse an. „Irgendwann zahlt sich das Engagement aus – wenn auch über fünf Ecken.“ Irgendwer kennt sicher irgendwen, der nur darauf wartet,jemanden mit Ihren Talenten zu treffen.

Office-Facelift

Es muss ja nicht gleich der Designer- Schreibtisch sein. Manchmal reichen auch kleine Veränderungen am Arbeitsplatz, um wieder gern ins Büro zu gehen. Ein Bilderrahmen, eine Muschel aus dem letzten Strandurlaub. In den allermeisten Firmen gilt: Erlaubt ist, was gefällt und die Kollegen nicht stört. Die neue Deko kann sogar mehr schaffen als schöne Wohlfühlmomente. Der Office-Excellence-Check des Fraunhofer- Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zeigt, dass sich mit der richtigen Bürogestaltung die Leistung um bis zu 36 Prozent steigern lässt.

Arbeitszeitenremodeling

Arbeitstage von nine to five funktionieren oft nicht. In bestimmten Lebensphasen powern wir rein, in anderen aber brauchen wir mehr Zeit für uns. Wer spürt, dass die eigenen Bedürfnisse nicht mehr zur Arbeitszeit passen, sollte nach einer Anpassung fragen. Vielleicht kann man auf 80 Prozent herunterfahren? Einen Tag im Homeoffice einlegen? „Die individuelle Arbeitszei ten - ge stal tung liegt voll im Trend“, sagt Dr. Christian Schlottfeldt, Inhaber der Arbeitszeitkanzlei in Berlin. „Unter - nehmen zeigen sich sehr offen für An - fragen.“ Nur fragen müssen Sie selbst!

Beauty-Booster

Manchmal kann ein neuer Lippenstift echte Wunder wirken. Oder eine neue Frisur. „Genauso wie der Bad Hair Day einen runterzieht, kann der Good Hair Day einen aufbauen“, sagt die Berliner Diplom-Psychologin Brigitte Scheidt. „Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, hebt automatisch sein Selbstwertgefühl und wirkt positiv auf seine Umgebung.“ Ein breites Lächeln und neuer Schwung zaubern in graue Arbeitstage ein wenig Rosa. Und das wird sicher auch dem Chef nicht entgehen.

Entgiftungs-Kur

Schon morgens dieser Kloß im Hals ... Ein schlechtes Betriebsklima kann uns den ganzen Spaß an der Arbeit verleiden. Da hilft nur eins: ein offenes Wort! Nicht anklagen, sondern ruhig schildern, wie das Verhalten des Gegenübers bei einem ankommt. Und Vorschläge machen, was beide ändern könnten. „Wer ein Konfliktgespräch anstößt, erlangt neue Stärke“, sagt Markus Brand, Diplom-Psychologe und Inhaber des Instituts für Lebensmotive in Köln. Wer sich aus der eigenen Komfort- in die Stresszone vorwagt, gewinnt automatisch. „Das Gefühl von Hilflosigkeit wird ersetzt durch das Gefühl, sich etwas getraut und vielleicht sogar etwas bewegt zu haben“, sagt Brand. Das befreit – auch vom Kloß im Hals.

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