Zeitmanagement für frischgebackene Eltern: Wie bekommen wir Job, Haushalt und Familie unter einen Hut?

Sich mit den Kindern beschäftigen, den Haushalt schmeißen und sozusagen nebenbei noch arbeiten gehen: Eltern sein ist ein Fulltimejob, der uns immer wieder an unsere Grenzen bringt. Immer wieder fragen wir uns, wie wir das alles schaffen sollen, schließlich hat der Tag nun einmal nicht mehr als 4 Stunden. Mit ein paar kleinen Tricks und den richtigen Prioritäten gelingt Ihnen der Spagat zwischen Familie, Job und Freizeit.

Stress

Den Alltag klar strukturieren

Wenn wir werdende Mama sind oder gerade unser erstes Kind bekommen haben, sollten wir uns früh genug an den Gedanken gewöhnen, dass es gerade in der Anfangszeit als frischgebackene Familie öfter mal drunter und drüber gehen wird. Es dauert eben seine Zeit, bis sich der Familienalltag eingependelt hat.
 
Doch es gibt auch ein paar Tricks, um das Familienleben entspannter zu gestalten. Besonders wichtig ist eine tägliche Routine. Viele Dinge stehen jeden Tag auf dem Programm: Aufstehen, anziehen, Pausenbrote vorbereiten, die Kinder zur Schule oder in den Kindergarten bringen und ähnliche Tätigkeiten sollten nach Möglichkeit immer zur gleichen Zeit stattfinden.
 
Auf diese Weise ersparen wir uns gerade in den Morgenstunden, in denen wir noch nicht so richtig wach sind, viel Stress und Hektik, weil wir einfach nur dem täglichen Programmablauf folgen müssen. Vor allem Kinder brauchen jeden Tag einen strukturierten Ablauf. Kleine Rituale geben ihnen Sicherheit, was insgesamt für einen ruhigeren Tagesablauf sorgt. Dazu gehören regelmäßige Mahlzeiten mit der ganzen Familie sowie bestimmte Rituale vor dem Zubettgehen.
Ein großer Chaosfaktor im Familienalltag sind die vielen verschiedenen Termine der einzelnen Familienmitglieder. Immerhin müssen wir als Eltern nicht nur an die eigenen, sondern auch an die Termine unserer Kinder denken. Für eine bessere Planung und mehr Struktur sorgt ein gemeinsamer Kalender, in dem jedes Familienmitglied seine Termine einträgt. Auf diese Weise behalten wi den Überblick und kein Termin geht im Alltagsstress unter.
 

Genügend Zeit einplanen

Stau auf der Straße, eine lange Schlange an der Supermarktkasse oder Hausaufgaben, die länger dauern als sonst: All solche Situationen treten immer dann auf, wenn wir sie am wenigsten gebrauchen können. Sie versetzen uns in Stress, weil wichtige Termine anstehen, die nicht verschoben werden können.
 
Dabei ist die Lösung des Problems so simpel wie wirksam: Damit wir nicht täglich in Stress verfallen, weil unsere Planung mal wieder nicht aufgehen will, ist es sinnvoll, für Familien-Aktivitäten, anstehende Termine und den Haushalt immer großzügig zu planen. Denn gerade mit kleinen Kindern gerät der Zeitplan schnell aus den Fugen und es ist nahezu unmöglich, pünktlich zu einer Verabredung oder einem wichtigen Termin zu erscheinen, wenn das Zeitmanagement zu eng angelegt ist.
 
Schließlich kommt es immer mal vor, dass ausgerechnet kurz vor der geplanten Abfahrt die Windel wieder voll ist, das Kind sich in einem unbeobachteten Moment die Kleidung schmutzig gemacht hat oder ausgerechnet an einem Tag mit einem wichtigen Termin extrem trödelt. Wenn wir genügend Zeit einplanen und solche Situationen miteinkalkulieren, können wir beim nächsten Mal gelassen darauf reagieren und setzen weder uns noch das Kind unter Druck. Falls es zeitlich doch eng wird und sich das Kind beim Anziehen beeilen soll, können wir einen kleinen Trick anwenden: Machen wir mit unserem Kind einen Wettbewerb daraus, wer schneller fertig ist. Das motiviert Kinder viel eher als zum zehnten Mal genervt darauf hinzuweisen, dass wir endlich losfahren müssen.
 
Doch auch sonst kann immer etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommen, das die Tagesplanung ins Wanken bringt. Damit wir das Pensum an Haushaltsarbeiten und sonstigen Erledigungen trotz spontaner Zwischenfälle schaffen, ist Flexibilität gefragt. Wir können uns eine Menge Stress und aufgeschobene Arbeit sparen, indem wir einzelne Tagesaufgaben zeitlich tauschen und die Aufgabe, die mehr Zeit beansprucht, schon morgens erledigen statt erst am Nachmittag, und dafür kleinere Aufgaben ein paar Stunden nach hinten verschieben.

Aufgaben gemeinsam erledigen

Im Haushalt fallen die Woche über viele kleinere und größere Arbeiten, von denen die meisten zumindest einmal in der Woche erledigt werden müssen. Wäsche waschen und bügeln, putzen, aufräumen, einkaufen, kochen, den Müll rausbringen und andere Arbeiten beanspruchen somit ordentlich viel Zeit.
 
Dazu kommen noch die Termine der einzelnen Familienmitglieder, die Hausaufgaben der Kinder und andere Verpflichtungen. Verständlich also, dass uns der Berg an Arbeiten gerne mal über den Kopf wächst und uns allein der Gedanke an die bevorstehenden Hausarbeiten stresst. Das ist aber nur dann der Fall, wenn die Struktur in der Haushaltsführung fehlt. Denn gerade mit Kindern ist ein gut strukturierter Haushalt das A und O, damit der Alltag reibungslos funktioniert.
 
Dazu gehört es, Mahlzeiten und Einkäufe zu planen und genau zu wissen, welche Hausarbeiten wie oft gemacht werden müssen und wann der günstigste Zeitpunkt dafür ist. Außerdem spart es viel Zeit und Arbeit, wenn wir Kleinigkeiten sofort erledigen, etwa schmutziges Geschirr in die Spülmaschine räumen oder einen benutzten Gegenstand wieder an seinen Platz zu legen.
 
Der Berg aus anstehenden Arbeiten wird auch geringer, wenn jedes Familienmitglied gewisse Aufgaben übernimmt. So bleibt nicht alles allein an uns hängen und wir haben mehr Zeit zur Verfügung. Spannen wir unseren Partner und auch die Kinder ruhig in die Haushaltsarbeit mit ein. Selbst kleine Kinder können schon gewisse Aufgaben erledigen, allerdings sollten diese Tätigkeiten immer an das Alter angepasst werden.
 
Kindern macht es sogar Spaß, wenn sie Mama beim Putzen, Kochen, Wäsche aufhängen oder Einkaufen helfen dürfen und dafür Anerkennung zu bekommen. Außerdem müssen wir in der Zeit nicht zusätzlich darauf achten, was unser Kind gerade treibt, weil wir es in unserer Nähe haben.

Qualitätszeiten für die Kinder

Um das Gemeinschaftsgefühl in der Familie zu stärken, ist es sehr wichtig, dass Eltern und Kinder regelmäßig Zeit miteinander verbringen und gemeinsame Erlebnisse schaffen. Halbherzige Aufmerksamkeiten zählen aber nicht dazu. Ein Kind hat nur wenig davon, wenn wir den ganzen Tag in seiner Nähe sind, ihm aber nur die halbe Aufmerksamkeit schenken, weil wir parallel staubsaugen, kochen oder uns um die Wäsche kümmern.
 
Wenn wir uns mit unserem Kind beschäftigen, mit ihm gemeinsam etwas spielen oder ihm bei den Hausaufgaben helfen, sollten wir das nicht mit irgendwelchen Arbeiten verbinden, sondern uns voll und ganz auf das Kind konzentrieren. Von solchen Qualitätszeiten, die wir bewusst in den Tagesablauf miteinbauen, hat unser Kind viel mehr. Es geht darum, sich bewusst Zeit für die Familie zu nehmen und gemeinsame Momente zu erleben.

Zeit für sich nehmen

Zwischen Kindererziehung, Haushalt und Job kommen die eigenen Bedürfnisse oft zu kurz. Genauso, wie Qualitätszeiten für den Nachwuchs wichtig sind, sollten wir auch für uns selbst regelmäßig solche Zeiten einplanen, in denen wir uns bewusst eine Auszeit vom Alltag gönnen. Das ist auch wichtig, um wieder Kraft zu tanken, damit wir bereit sind für die Belastungen des Familienalltags.
 
Zumindest einmal in der Woche sollten wir uns die Zeit nehmen, um unseren Hobbys nachzugehen oder uns einfach wieder mit der besten Freundin auf einen Kaffee zu trinken. Es gibt eine große Auswahl an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, von Krippe und Kindergarten bis hin zu Tagesmutter und Au Pair. Auch die Großeltern oder Paten werden ab und zu sicher gerne auf das Kind aufpassen.
 
Nutzen wir solche kinderfreien Momente auch für unsere Partnerschaft, weil auch die Beziehung schnell in den Hintergrund rückt, sobald das Baby da ist. Unternehmen wir regelmäßig etwas mit unserem Partner und genießen wir auch zuhause die Zweisamkeit, wenn die Kinder schlafen oder sich zum Spielen verabredet haben.
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