Einfach glücklich sein Kleine Dinge, großes Glück

Geld, Gold und monatliche Sofortrente – das klingt gut, macht aber selten froh. Neue Studien zeigen, dass etwas anderes zählt: fünf Schritte, die Ihnen ein großes Stück vom Glück sichern.

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Ob Apfelstrudel oder Sonne: In kleinen Dingen steckt das Glück 

Trotzdem sind fast alle Leute ständig auf der Suche nach dem ultimativen Glücksrezept – reisen nach Indien, wandern aus, lassen sich die Nase richten. Dass sechs Richtige mit Zusatzzahl der Schlüssel zum Glück sind, glaubt sogar jeder Zweite. Doch je angestrengter wir dem Glück hinterher rennen, desto eher entzieht es sich uns. „Die Erwartung, man müsste noch öfter glücklich sein, bewirkt das Gegenteil: Man wird unglücklich“, sagt die Hamburger Diplom- Psychologin Claudia Clasen-Holzberg. „Es gilt vielmehr, den Kopf frei zu kriegen und sich von der Annahme zu lösen, dass etwas Sensationelles passieren muss, damit man glücklich wird.“ Das Glück wohnt nicht in einem funkelnden Palast am Ende der Welt. Es läuft uns meist zufällig über den Weg und steckt in kleinen Dingen. Im Gezwitscher der Vögel. Im Lachen unseres Neffen. In einem Kompliment der Kollegin. Das heißt für uns: Bevor wir uns in den Flieger nach Bhutan setzen (wo angeblich die glücklichsten Menschen der Welt leben), sollten wir uns im Freundeskreis umschauen (Punkt eins der Glücksstrategie).

Autor Eckart von Hirschhausen („Glück kommt selten allein“) rät, das eigene Adressbuch zu durchforsten. Danach, bei wem man sich am wohlsten fühlt, wer einem gut tut. Vielleicht Sonja, weil sie sogar mit Schnupfnase strahlt, als sei sie zum Privatkonzert von Rihanna eingeladen. Oder Martha, die nicht ins Jammern über den unaufmerksamen Freund einstimmt, sondern einen daran erinnert, wie toll der Liebste sonst ist. Wer nach dem Blick ins Adressbuch noch in seinen Kalender guckt, stellt fest: Menschen wie Sonja und Martha trifft er viel zu selten. Weil ausgerechnet diese Freunde größtes Verständnis zeigen, wenn man ein Date absagt. Also weniger Zeit mit Pflichtterminen vergeuden, die machen sicher nicht glücklich, sondern mit der Freundin frühstücken – und sich von deren guter Laune mitreißen lassen.

Glück kann ein Radio-Song sein 

Unser größter Trugschluss ist allerdings, und da kommen wir zu Glücks-Punkt zwei („eigenes Denken überprüfen“), dass wir glauben, nur mehr von allem zu brauchen, um glücklich zu sein: mehr Geld, mehr Schönheit, mehr Sex. Wer sich umsieht, merkt jedoch schnell: „Mehr“ besitzen nicht mal die Zufriedensten unter uns. „Auch glückliche Menschen haben Krisen“, sagt Psychologin Clasen-Holzberg. „Sie versinken aber nicht im Unglück, sondern leben nach dem Grundsatz: Das Glück wird wieder zumir kommen.“ Während den Glücksforschern zufolge Erfolg, BesitzundGeld nurumzehn Prozent glücklicher machen, wiegt die eigene Perspektive auf die Dinge viermal so viel. „Das heißt nicht, dass man alles durch die rosarote Brille sehen soll“, erklärt Claudia Clasen-Holzberg, „sondern vielmehr den Blick auf die positiven Aspekte der Dinge lenken.“

Autor: Christine Ritzenhoff

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