Persönlichkeit Das Phänomen HSP

Nehmen Sie alles schrecklich persönlich? Sie erwarten zu viel von anderen und weinen schnell? Dann haben wir eine gute Nachricht: Sie sind nicht allein damit.

Traurige Frau

Was man aber über das Phänomen HSP wissen muss: Es lässt sich nicht einfach wie ein Schnupfen diagnostizieren – und es handelt sich um eine weitverbreitete Prägung, glaubt man Elaine Aron. Sie behauptet, dass rund 20 Prozent der Menschen zu den Hochsensiblen zählen – und nein, dabei handelt es sich nicht nur um Frauen. Der Anteil der Männer unter den extrem Empfindsamen soll in etwa gleich groß sein. Dabei sprechen wir hier nicht von Kerlen, die gern Frottee-Unterwäsche tragen und in voll schönen Momenten ihren Namen tanzen. Hochsensible kommen schlecht mit Veränderungen zurecht und richten sich ihr Leben überraschungsfrei mit festen Ritualen und Strukturen ein – eine Eigenart, die man von Frauen wie von „echten“ Männern kennt.

Auch interessant: Hochsensible sind schnell gekränkt, brauchen Wochen für eine Entscheidung und grübeln ewig über vermeintliche Nebensächlichkeiten nach: Wenn eine Freundin zum fünften Mal ankommt und wissen will, wie man die Bemerkung vor vier Monaten nun genau gemeint hat, könnte es sich bei ihr um einen hochsensiblen Zug handeln. Dabei nehmen Hochsensible nicht nur alles ein bisschen schwerer – sie haben es wirklich schwerer. Der Grund: Wir leben in einer reizüberfluteten und schnellen Welt, in der die Nachrichten im Fernsehen jeden halbwegs mitfühlenden Menschen zum Weinen bringen. Eine Welt, in der ständig Telefone piepen, Mails plingen und man oft Ellenbogen aus Stahl braucht, um sich durchzusetzen. Und der Hochsensible sitzt mit seinen feinen Antennen in all dem Getöse – ohne das berühmte dicke Fell, an dem alle Katastrophen und der alltägliche Wahnsinn wie Wassertropfen an einer Scheibe abperlen.

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