Leben Die perfekte Selbstdarstellung

Vergessen Sie Stellenanzeigen: Die besten Jobs werden unter der Hand vergeben – und das immer häufiger über Social Networks wie Facebook und Twitter. Aber was sollte man beim eigenen Profil im Internet eigentlich beachten?

Social Networks Jobs

4 Auf welche SPUREN im Netz achten Arbeitgeber, was bringt Plus- und Minuspunkte?

Sie müssen im Web nicht unbedingt durch berufliche Auszeichnungen auffallen oder auf der Website einer Elite-Uni auftauchen – von Vorteil sind alle Suchergebnisse, die Engagement, Teamgeist und Führungsstärke zeigen. Sie haben Jugendfreizeiten geleitet, am Halbmarathon teilgenommen, sich in einer Bürgerinitiative für Stadtteilkultur engagiert? Daumen hoch. Die größten Jobkiller sind dagegen nicht unbedingt die berühmten Partyfotos (es sei denn, Sie strippen sturzbetrunken auf einem umgekippten Sangria-Eimer!), sondern eher das Lästern über andere. Fiese Postings über frühere Chefs, Firmen und Kollegen sind ein absolutes No-Go (und übrigens sogar ein Kündigungsgrund!). Auch nicht ohne: Diskussionsforen mit sensiblen Daten, etwa Krankheiten. Über Ihr chronisches Asthma oder Ihren dringenden Kinderwunsch nie unter Klarnamen posten!

5 Und wenn doch etwas PEINLICHES über mich im Netz zu finden ist?

Oha – doch auf dem Sangria-Eimer gestrippt? Spaß beiseite: Wurden Sie auf Privatfotos von anderen markiert, können Sie darum bitten, dass derjenige das Bild wieder vom Netz nimmt, der es eingestellt hat. Schwieriger wird’s z.B. bei unangenehmen Forumsbeiträgen unter Ihrem Namen, wenn die Seite ganz vorn bei Ihren Suchmaschinen-Ergebnissen erscheint, denn die Reihenfolge lässt sich von Privatpersonen nicht so ohne Weiteres beeinflussen. Dann muss man den Seitenbetreiber ums Löschen bitten – das funktioniert nicht immer, ist aber einen Versuch wert. Sie führen einen Blog, der von vielen gelesen wird? Auch eine gute Möglichkeit, unangenehme Fundstellen in der Liste nach hinten rutschen zu lassen, denn viel verlinkte Seiten rutschen im Google-Ranking nach vorn.

6 Apropos BLOG – was bringt der? Und wie sieht es mit YouTube- Filmen aus?

Vintage-Jacken, moderne griechische Küche oder türkischer Rap – haben Sie ein Spezialgebiet? Eines, das nicht Tausende anderer Blogger schon besetzt haben? Dann beweisen Sie Ihr Expertentum mit einem Blog und fallen Sie auf – als diskussionsfreudig, meinungsstark und kreativ. Werben Sie für Ihren Blog via Facebook, Twitter & Co. – das schafft zusätzliche Reichweite. Sollten Sie Job und Hobby verbinden können, umso besser. Sie suchen z. B. einen Job als Mode-Einkäuferin? Bloggen Sie zum Thema „Schuhe“. Oder besser: über ihre abenteuerliche Jagd nach einem limitierten Paar Designer-Pumps – das ist spannender und hebt Sie von der Masse ab! Ein ähnlich sympathisches Mittel zur Selbstdarstellung sind Filme auf dem eigenen YouTube-Kanal. Dafür brauchen Sie allerdings eine zündende Idee. Sie möchten in die Reisebranche? Ein Videoporträt im Liegestuhl ist okay, besser ist, wenn Sie bei Ihrem nächsten Urlaub den Barkeeper oder den Animateur interviewen und danach selbst vor der Kamera erklären, warum Sie die um ihre Jobs beneiden. Achtung, wenn Sie sich für einen Führungsjob bewerben: Dann bitte nur einen Bewerbungsfilm mit Profi-Kameramann drehen oder lieber gar nicht. Beispiele für beides finden Sie unter YouTube, Suchwort „Bewerbungsvideo“.

7 Mal ehrlich – ist so viel Selbstvermarktung im Netz nicht ein bisschen STREBERHAFT?

Jein. Wenn Sie täglich auf Facebook posten, was für Traumqualitäten Sie mitbringen – dann schon. Clevere Jobsucher (gilt auch für Leute, die sich mit einer Idee selbstständig machen) gehen subtiler vor: Die empfehlen z.B. über Twitter die Beiträge anderer User, sodass diese sich mit Empfehlungen revanchieren; schaffen interessante Anlässe, um sich ins Gespräch zu bringen, oder twittern Fachbeiträge aus ihrem Jobumfeld weiter, um zu zeigen: Ich denke mit und bin auf dem neuesten Stand.

 

 

 

 

 

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