Psychologie Nicht ständig unter Druck setzen

Warum sind manche Menschen so lässig erfolgreich? Andere rasen wie Hamster durch den Tag – und kommen nirgends an. Es ist alles nur in unserem Kopf. Wir verraten, wie Sie den auf Gelassenheit programmieren.

Enstpannt

Richtig! Genau da ist es, würde jeder Psychologe attestieren. Da stehen weder der Chef noch ein Ehemann oder ein Kind grinsend neben unserem Hamsterrad, um es anzuschubsen. Und trotzdem tun wir alles, um bloß niemanden zu enttäuschen. Auch uns selbst nicht. Man will ja schließlich was vom Leben. „Antreiber“ nennt es die Psychologie. Diese Vorstellungen, die wir von einem erfolgreichen Leben haben, auf das wir blicken möchten, wenn wir irgendwann mal 88 sein werden. Prof. Mathias Binswanger von der Universität St. Gallen bezeichnet diese Vorstellungen noch deutlicher: „Tretmühlen“ sagt er dazu. In Studien hat er sechs davon definiert. Gedanken, die unserem Erfolg mehr schaden als nützen. Denn wir werden nicht besser, wenn wir uns dauerhaft unter Druck setzen. Es hat auch nichts mit Erfolg zu tun, überall dabei zu sein, alles schnell und effizient zu erledigen und dazu dauerhaft perfekt abzuliefern. Im Gegenteil. Steigen wir in all diese gedanklichen Hamsterräder, werden wir nur schwitzend im Kreis rennen und nirgends ankommen. Wir sind nämlich nicht die Kandidaten in irgendeiner Castingshow. Und wir fliegen auch nicht bei Mittelmaß direkt aus dem eigenen Leben. Das ist uns ja irgendwie auch klar. Der Erfolg, den wir Frauen spätestens ab Mitte 30 meinen, diese entspannte Variante, sieht anders aus.

Da ist Zeit wichtiger als Geld, Erfüllung entscheidender als ein 60-Quadratmeter-Büro mit Panoramablick. Und glücklicherweise bewerten weder Dieter Bohlen noch Heidi Klum, ob wir nun gut sind in dem, was wir tun, oder nicht.

Wie aber kommen wir dahin, dass wir selbst unser bester und gesündester Erfolgsmaßstab werden? Auf den folgenden Seiten hat Autorin und Coach Dr. Ilona Bürgel („Yes I can“, sytemed, 15 Euro) für Sie die sechs wichtigsten „Tretmühlen“ unter die Lupe genommen. Schauen Sie mal, welche Ihrem entspannten Erfolg im Weg stehen. Sie können lernen, alte Denkmuster neu zu betrachten. Und Sie werden erfahren, warum eine kleine Veränderung des Denkens am Ende wirklich diesen entspannten, authentischen Erfolg bringen kann. „Folgen Sie Ihrer Intuition, nehmen Sie sich als Erstes die Veränderungen vor, die Ihnen einleuchtend und machbar erscheinen“, sagt Dr. Ilona Bürgel. Und so viel vorweg: Seien Sie nett zu sich, wenn es bei bestem Bemühen trotzdem mal hakt mit dem neuen Denken. Sich zu ändern ist nicht leicht. „Zum einen, weil wir ja über viele Jahre geübt haben, uns genau so zu verhalten und genau diese Gedanken zu denken. Zum anderen, weil unser Gehirn Vertrautes liebt. Selbst wenn es unangenehm für uns ist“, sagt Dr. Ilona Bürgel.

Helfen können die folgenden vier Schritte: „1. Entscheiden Sie sich für die Veränderung. Keine ,Versuche‘, kein ,Mal sehen‘, sondern ein klares ,Von nun an nur noch so‘. 2. Sie brauchen gute Gründe für das neue Verhalten. Fragen Sie sich öfter nach den Vorteilen einer Veränderung. Das Gehirn macht eine klare Kosten-Nutzen-Rechnung auf. 3. Fangen Sie an. Schaffen Sie kleine Erfolgserlebnisse. Neue Gewohnheiten entstehen durch neue Verknüpfungen zwischen Nervenzellen im Gehirn. Was wir oft genug gedacht oder getan haben, rutscht ins Unterbewusstsein, und wir verhalten uns dann automatisch so wie das Programm, das wir erschaffen haben. Mindestens 30 Tage sind nötig, damit etwas Neues vertraut wird. 4. Belohnen Sie sich für alles, das Ihnen gelingt.“ Also dann, verändern wir los, eine Kleinigkeit nach der anderen. Und wenn es klappt, laden Sie mich doch irgendwann mal in Ihr Wochenendhaus ein …

 

Autor: Stefanie Lindenberger

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