Tipps und Tricks Entscheidungsmüde?

Diese vielen Entscheidungen, die wir täglich treffen müssen … ganz schön lästig. Auch für unser Gehirn. Das wird irgendwann müde und schaltet ab. Leider auf Kosten unserer Laune!

Frau muss sich zwischen Schuhen entscheiden

Das Leben ist ein bunt gedeckter Tisch voller verlockender Angebote. Und alles, was wir tun müssen, ist, uns zu entscheiden. Wie wunderbar! Na ja, geht so … Jeder, der schon mal nach einem anstrengenden Arbeitstag in einem tollen Restaurant gesessen hat, die Menükarte in der Hand, kennt doch diesen Augenblick, in dem es auf einmal eine schier unmöglich zu bewältigende Aufgabe ist, zwischen Carpaccio, Rehrücken und Zanderfilet eine zufriedenstellende Wahl zu treffen. „Jetzt nicht auch das noch!“, raunt es einem dann durch den Kopf – und man entscheidet sich am Ende gegen jede einzelne dieser Leckereien und wählt, ta-da, schnöde Spaghetti Pomodoro. Nur, um Minuten später mürrisch auf die Teller der anderen zu starren, mit dem eigenen Schicksal zu hadern und vielleicht auch noch ein bisschen rumzumaulen. Nun mag es durchaus sein, dass es ein wenig albern ist, sich wegen einer Portion Spaghetti zu ärgern. Aber leider hat man seine Stimmungsschwankungen eben nicht immer unter Kontrolle. Ausnahmsweise sind übrigens mal nicht unsere Hormone für die beleidigten Spaghetti verantwortlich …

Es ist vielmehr unser Gehirn, das uns in Situationen wie diesen im Stich lässt. Neueste Studien beweisen nämlich, dass es nach einer Reihe anstrengender Entscheidungen so geschwächt ist, dass ihm ganz einfach die Energie zur Entscheidungsfähigkeit und Selbstbeherrschung fehlt. Die Wissenschaftler haben dieses Phänomen „Desicion Fatigue“ getauft, was grob übersetzt nichts anderes als „Entscheidungsmüdigkeit“ bedeutet. Und die tritt immer dann auf, wenn wir unser Gehirn besonders belasten. Lange Meetings im Büro, ausufernde Shopping-Touren mit der Freundin – irgendwann wird es ihm zu anstrengend und es schaltet auf Energiesparmodus um. Da ist es egal, ob man über die richtigen Schuhe oder betriebliche Sparmaßnahmen gegrübelt hat. Zu viel ist zu viel. Und dann versorgt unser Gehirn-Notstromaggregat nicht alle Bereiche mit gleicher Intensität weiter. Erstaunlicherweise spart es die fehlende Energie dort ein, wo unsere Anlagen für Höflichkeit und Empathie untergebracht sind. Denn Freundlichkeit strengt ziemlich an. Ganz im Gegensatz zu Ignoranz und Schnoddrigkeit. Diese beiden Verhaltensweisen sind für unseren Kopf so was wie ein Entspannungsbad. So passiert es eben nach einem besonders entscheidungsreichen Tag, dass man auf dem Nachhauseweg grundlos den Busfahrer anpöbelt oder den armen unwissenden Freund anmault, nur weil er schon vor einem auf dem Sofa sitzt. In Ordnung ist das trotz wissenschaftlicher Erklärung natürlich nicht. Aber sagen wir mal so ... es ist menschlich.

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