Palmblatt-Lesen Verblüffend, was die Deuterin alles wusste

Es sind jahrtausendealte Palmblätter, und sie scheinen alles zu wissen über die Menschen, die Rat bei ihnen suchen. PETRA-Autorin Caroline DeClair erlebte ein kleines Wahrsage-Wunder.

caroline-vor-lesung.jpg

Dann ging sie auf meine Persönlichkeit und mein Leben ein, erklärte mir, was die Ursache für meine Allergie sei und was ich dagegen tun könne. Und sie sprach über meine Ehe: „Sie haben keine Kinder und wollen auch keine.“ Stimmt, schon wieder ein Volltreffer. „Der Grund dafür liegt in einem vergangenen Leben und zwar…“ Sprachlos hörte ich ihr zu. Hatte diese Frau mein ganzes Leben lang in meiner Westentasche gesessen?

Klar kannte sie auch meinen Job: „Sie arbeiten unter anderem als Autorin und schreiben gerade ihr viertes Buch.“ „Aha“, dachte ich mir, „endlich ein Fehler!“ – und korrigierte sie. „Nein, ich schreibe erst an meinem dritten.“ Hildegard Matheika starrte auf das Blatt. „Das kann nicht sein. Es muss ihr viertes sein.“ Ich wollte noch mal protestieren, da fiel mir ein, dass ich einen Jugendroman vergessen hatte. Meine Gedanken fuhren langsam Achterbahn – hatte sie mich doch vorher gegoogelt? Das konnte doch alles nicht sein…

Hildegard Matheika schien einfach alles zu wissen. Sie landete einen Treffer nach dem anderen – auch was mein aktuelles Buchprojekt betraf: „Gerade arbeiten Sie an einer dreiteiligen Reihe von Ratgebern, die Frauen weiterhelfen werden. Der erste ist fast fertig.“ Richtig! Das konnte sie nicht gegoogelt haben, hatte ich mein Projekt ja nicht mal guten Freunden verraten. Noch immer skeptisch beobachtete ich die Deuterin ganz genau – vielleicht versuchte sie ja irgendetwas aus meiner Körpersprache zu lesen? Nein, sie war ganz bei sich, wirkte eher, als ob sie sich in einer leichten Trance befinde. „Ende August werden Sie einen Vertrag unterschreiben, und der erste Band wird im März 2012 erscheinen“, sprach sie weiter. „Danach werden Sie noch weitere Bücher schreiben, und Buch Nummer sieben wird ein Roman sein und ein großer Erfolg.“ Gut, das hört man natürlich gern – und doch war es unheimlich, denn ein Konzept für einen Roman habe ich tatsächlich auch schon in der Schublade…

Nun denn, über die ferne Zukunft lässt sich vieles sagen und nicht beweisen. Aber: Wir waren bereits im Frühling bei Hildegard Matheika, und ein paar ihrer Voraussagen haben sich schon bewahrheitet: Ende August unterschrieb ich tatsächlich den Vertrag für meine Ratgeber. Der erste Band, das steht jetzt fest, wird im März 2012 erscheinen. Bleibt zu hoffen, dass auch all die anderen Prognosen eintreten, denn sie sagte mir ein sehr langes, glückliches Leben mit einem friedlichen Ende voraus. Und auch, dass ich nie allein sein würde. Wer wünscht sich das nicht?!

Schlagworte: