Trend-Report Feminismus Es ist kein Widerspruch, emanzipiert und sexy zu sein

Während in der Politik gerade mal wieder die Diskussion über eine Frauenquote hochkocht, rollen wir mit den Augen. Warum? Weil wir längst einen Schritt weiter sind. Wir leben unsere Freiheit.

Die neue Weiblicheit

Frauen von heute setzen sich permanent mit ihrer Rolle und ihrer Vergangenheit auseinander – mal kritisch, mal bewundernd. Und sie entwickeln daraus ihre ganz eigenen Herangehensweisen, die niemand verurteilen sollte, nur weil sie sich neben der Karriere auch noch eine funktionierende Partnerschaft und Kinder wünschen. Sie versuchen, eine Gesellschaft zu kreieren, in der sie sich wohlfühlen. Daran ist nichts verwerflich, da es nicht bedeutet, dass sie träge werden. Sie begegnen ihren Problemen lediglich mit einer größeren Selbstverständlichkeit und kommen so zu anderen und gelegentlich auch ungewöhnlichen Lösungen.

Selbst die „Feuchtgebiete“-Ansätze einer Charlotte Roche haben sich irgendwie schon selbst überholt. Eigentlich stört sich an obszönen Frauen nur noch die Generation derer, die beim Sex seit eh und je das Licht ausmacht. Für junge Frauen ist es normal, offen über ihren Körper und ihre Bedürfnisse zu reden. Männer, die damit nicht klarkommen, können einpacken. Warum? Weil wir uns schon lange nicht mehr über den Kerl an unserer Seite definieren. Wir können selbst cool, erfolgreich und stark sein. Okay, ein interessanter Typ schadet auch nicht. Aber nur, weil mit ihm der Gedankenaustausch so herrlich anregend ist? Nö. Klar soll er eine Granate sein. Sind wir doch schließlich auch!

Überhaupt ist es kein Widerspruch, emanzipiert und sexy zu sein. Es gibt nun mal Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die sich bei aller Mühe nicht wegdiskutieren lassen. Und ehrlich gesagt, ist das auch gut so! Ich mag es, mich weiblich zu fühlen. Und, ja, ich mag es verdammt noch mal auch, wenn mir auf der Straße jemand hinterherpfeift oder ein Mann mir Komplimente macht. Und zwar nicht, weil ich mich über die Wahrnehmung von außen definiere, sondern einfach, weil es sich genauso schön anfühlt, für seine Erscheinung wie auch für seine Leistungen Anerkennung zu bekommen.

Autor: Yvonne Adamek

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