Trend-Report Feminismus Um Gottes willen… Hausfrau?!

Während in der Politik gerade mal wieder die Diskussion über eine Frauenquote hochkocht, rollen wir mit den Augen. Warum? Weil wir längst einen Schritt weiter sind. Wir leben unsere Freiheit.

Die neue Weiblicheit

Um Gottes willen - Hausfrau?! Nicht das böse Wort! Wir haben doch nicht unsere BHs verbrannt und die Haare unter den Armen sprießen lassen, um am Herd zu stehen, oder? Doch! Haben wir! Wir haben dafür gekämpft, dass Frauen sich vorurteilsfrei selbstverwirklichen können. Egal wie, egal womit. Manchen mag es nicht schmecken, dass die Mehrheit der Frauen nach wie vor nicht an die Firmenspitze drängt, sondern einen ruhigen Job bevorzugt, in dem man nicht stündlich seine Ellenbogen ausfahren muss. Aber wer hat denn gesagt, dass auf die große Freiheit die unbändige Lust an der Macht folgt?

Gut, mit der Gleichstellung in unserem Land läuft es nicht an allen Stellen rund. Die Vorstände deutscher Großkonzerne sind nur zu 2,5 Prozent mit weiblichen Führungskräften besetzt. Außerdem verdienen viele Frauen noch immer 30 Prozent weniger als Männer – trotz gleicher Ausbildung und Qualifikation. Und von diesen Kerlen sehnt sich auch noch über die Hälfte nach den alten Werten der 50erund 60er-Jahre zurück. Solche Zahlen sind beunruhigend. Genau wie die Tatsache, dass man als Frau von etlichen Chefs und männlichen Kollegen belächelt wird, nur weil man gern Kleider trägt, seine Lippen schminkt oder einfach nur Brüste hat. Doch weit schwerer als jene Herren machen es einem die Damen, die Emanzipation mit Männerhass und betonter äußerer Vernachlässigung gleichsetzen.

Sie alle wollen nicht akzeptieren, dass sich die Zeiten längst geändert haben. Die Mädchen und jungen Frauen von heute haben es nicht mehr nötig zu protestieren. Und wenn, dann höchstens gegen die ewig Gestrigen, die gar nicht erkennen möchten, dass ihre Vorstellungen mittlerweile genauso überholt sind, wie die Werte, gegen die sie vor 40 Jahren auf die Straße gegangen sind. Würden sie einmal genauer hinsehen, so würden sie feststellen, dass momentan genau das passiert, wofür Alice Schwarzer und ihre Mitstreiterinnen gekämpft haben. Zwei Drittel aller Teilnehmer an internationalen Austauschprogrammen von Schulen und Universitäten sind weiblich. Und auch das weibliche Interesse an Naturwissenschaften wächst. Im Fach Biologie werden 60 Prozent der Abschlussprüfungen von Studentinnen abgelegt, in Mathematik sind es 54 Prozent. Und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert, dass junge Frauen künftig immer weiter und deutlicher aufholen werden. Das alles geschieht nicht über Nacht, aber es geschieht.

Autor: Yvonne Adamek

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