Beziehung Liebe nach dem Seitensprung

Wir zwei für immer – gilt das noch? Schon, wenn es nur nicht so schwer wäre. Aber müssen wir gleich alles hinschmeißen, bloß weil einer mal fremdgeknutscht hat?

Fremdgehen

Und was passiert mit unserer Liebe nach dem Seitensprung? Eigentlich waren wir doch ganz glücklich – und wir waren uns so sicher! Wenn wir uns erleichtern und „beichten“, dürfte die Liebe baden gehen. „Weil für den Betrogenen alles zerbricht, woran er geglaubt hat“, sagt Lisa Fischbach. Dabei ist laut einer neuen PETRA-Umfrage ein Seitensprung für 64 Prozent der Frauen zwischen 29 und 39 überhaupt kein Grund mehr, eine Beziehung hinzuschmeißen. Und ein Festhalten dürfte sogar funktionieren, wenn wir die Größe haben, unseren Fehltritt mit uns alleine abzumachen. Beichten ist nämlich nicht ehrlich, sondern eigentlich eine Frechheit. Geben wir da nicht bloß unser eigenes mieses Gefühl weiter? Frei nach dem Motto: „Hier ist mein schlechtes Gewissen. Nimm es mir ab, und entscheide selbst, was wir jetzt machen.“

Wir entlasten uns, um den Mann an unserer Seite mit der Wucht unseres Geständnisses aus den Schuhen zu hauen. Und das alles nennen wir dann Loyaliät und Ehrlichkeit. Wahre Liebe geht anders, oder? Wir selbst wissen doch am besten, warum wir vom Weg abgekommen sind. „Die meisten Frauen sind in ihren Beziehungen ganz zufrieden. Oft ist es einfach der Reiz des Neuen, die Suche nach frischer Zuwendung oder die Sehnsucht, sich selbst mal wieder anders zu spüren“, weiß Lisa Fischbach. Kein Drama eigentlich. So sagen in unserer exklusiven PETRA-Umfrage auch nur elf Prozent der Frauen, sie würden den Schlussstrich unter eine Liebe ziehen, wenn sie selbst fremdgegangen wären. Nur so wenige bekommen also mit einer Affäre oder einer Gelegenheitsnacht (endlich) mal vor Augen geführt, dass sie in ihrer bestehenden Liebe etwas schmerzlich vermissen und sich darum auch trennen sollten.

Ganz anders sieht die Sache für uns aus, wenn unsere Männer auswärts kuscheln. Kriegten wir davon Wind, würden 89 Prozent aller Frauen schon eher die Biege machen. Der Grund: Erfahren wir von seiner Liaison, Affäre oder auch Gelegenheitsknutscherei, gehen wir ganz klar davon aus, der Partner müsse ja kreuzunglücklich sein. Sofort springt bei uns das Kopfkino an. Die andere Frau ist mit Sicherheit schöner, schlanker, witziger. Und er liebt sie rasender, zärtlicher, leidenschaftlicher. Hals über Kopf wird er morgen alles mit ihr haben: Ehering, Familie, Ferienhaus. Erwischen wir ihn, ticken die meisten von uns noch immer so: Lieber gehen als verletzt werden. Lieber den Mann verlassen, als das eigene Ideal von der Treue mal zu überdenken. Unser jetziges Treueverständnis ist ein Auslaufmodell. Wie das 18-Liter-Auto, das immer noch Sportwagenverrückte kaufen werden, obwohl man es eigentlich gar nicht mehr produzieren sollte.

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