Erste Zeichen des Älterwerdens Was ist so schlimm am Älterwerden?

Jugendwahn? Muss nicht sein! Doch das Leben über 30 macht auch nicht immer Spaß. Zum Beispiel, wenn man das erste Mal gesiezt wird… Wir fragten Frauen, wie entspannt sie mit dem Thema umgehen.

Barbara, Finanzmaklerin

„Älterwerden ist nichts für Weicheier“, das wusste schon die Filmdiva Bette Davis. Aber was ist eigentlich so schlimm daran, nicht ewig Mitte 20 zu sein? „Ich bin einfach irgendwie davon ausgegangen, immer 28 zu bleiben“, sagt Maja. „Älterwerden – das passiert anderen, aber doch nicht mir! Plötzlich gesiezt zu werden war wie ein Schock für mich.“ „Bis Mitte 30 hat man noch Gnadenfrist – danach wird’s ernst“, sagt auch Bettina, 35, Grafikerin. „Auf einmal muss man etwas erreicht haben, einen Plan, ein Ziel – und möglichst auch noch eine Eigentumswohnung besitzen.“ Die Regale in den Buchhandlungen sind prall gefüllt mit tröstenden Ratgebern mit Titeln wie „Frauen werden nicht älter, sondern besser“, „Überleben ab 30“ oder „Ich bin keine Zahl“. Keiner davon hilft, denn irgendwie möchte man die „Du“-Zeit nicht loslassen. „Du“, das bedeutet noch jede Menge Zeit, jede Menge Möglichkeiten. „Du“ bedeutet, die Nächte durchtanzen zu können und dennoch morgens frisch aufzuwachen. Unverbindlichkeit, Faltenfreiheit, Kraft. Attribute, die nun durch „Lebenserfahrung“, „Selbsterkenntnis“ und „Wellness-Urlaub“ ersetzt werden sollen? Nicht sehr reizvoll... Aber wie kann man das „Du“ halten? Wie schafft man es, auch noch als Best-Agerin cool, lässig und souverän zu bleiben, ohne sich zur Berufsjugendlichen zu machen? Die Antwort ist: Jugendlichkeit hat nichts mit dem Alter zu tun. Es stimmt, dass man so alt ist, wie man sich fühlt.

Aber es stimmt auch, dass man in Nieten- Jeans und Neon-Shirts irgendwann lächerlich aussieht. Die Attribute der Jugend liegen woanders. Sich Frechheit, Flexibilität, Neugierde und Lässigkeit zu bewahren ist vermutlich wichtiger, als mit 38 ein glatteres Gesicht zu haben als eine 24-Jährige. Zwischen 30 und 40 haben Frauen ihre stärkste Schaffensphase. Und wenn 40 das neue 30 ist, ist 30 logischerweise das neue 20. Also: Auf geht’s!

Autor: Claudia Thesenfitz

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