Reportage Ich verkrampfe mich – spontan

Schlagfertig sein, nicht lang überlegen, mal was Verrücktes wagen und Worte wie Pfeile abfeuern: Wie PETRA-Autorin Katja Bosse in einem Kurs lernte, spontan zu sein – und dabei auch noch Spaß zu haben.

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Es geht schon gut los. Schmitt kündigt an, sich als Partner für seine Übungen immer jemanden von uns herauszupicken; am liebsten den, der angestrengt wegguckt. Ich verkrampfe mich – spontan. Das Wichtigste, sagt er, sei es, das „Kaninchen-Feeling“ in den Griff zu bekommen. Bedeutet: Man steht mitten im Scheinwerfer- Licht, während jemand auf einen zu rast, und weiß nicht mehr, wo links und rechts ist, statt sich entschlossen zur Seite zu schmeißen – oder dem Gegenüber einen Spruch um die Ohren zu hauen. Mit der Schlagfertigkeit ist es nämlich so eine Sache, wenn man nicht spontan ist.

Das kommt mir bekannt vor. Wenn jemand einen doofen Spruch reißt, werde ich zickig – und ärgere mich hinterher, dass ich nicht cool genug gekontert habe. Neulich meinte so ein Typ zu mir: „Ach, Sie arbeiten für die PETRA. Das ist doch dieses Strick-Magazin?“ Storno-Blick und spitze Lippen meinerseits statt ein lockersüffisantes: „Nein, wir sind ein Magazin für Trendsetter. Aber nichts für ungut – Sie zählen eh nicht zu unserer Zielgruppe.“

Warum fallen einem die guten Sprüche immer erst mit 15-minütiger Verspätung ein? „Weil uns solche verbalen Attacken aus der Fassung bringen und wir uns erst mal wieder sammeln müssen“, sagt Voller. Genauso geht es uns, wenn wir uns von (vermeintlichen) Erwartungen anderer ausbremsen lassen. So wie bei der Übung gleich am Anfang des Seminars, als wir jeder einen spontanen Satz auf ein Zettelchen schreiben sollten. Wie jetzt? Irgendeinen Satz? Wofür denn? Und was passiert dann?

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