Lifestyle Vergessen Sie den 100-prozentigen Einsatz - 80 tun es auch

Wer denkt, er müsse ständig 100 Prozent geben, irrt (und powert sich auf Dauer aus). 80 Prozent Einsatz tun es auch, um erfolgreich UND zufrieden zu sein. Wir haben acht gute Gründe, ein bisschen lockerer zu lassen, und zwei Situationen, in denen man Vollgas geben sollte

Stress vergessen

3 DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN 

Stress sorgt für Hormonchaos im Körper. Unter seinem Einfluss verlieren wir leicht unsere Ziele und innersten Bedürfnisse aus den Augen. Der Grund: Stress scheint Hirnregionen für zielgerichtetes Verhalten lahmzulegen. Wenn wir permanent überlastet sind, fällt es uns immer schwerer zu unterscheiden, was unsere volle Aufmerksamkeit braucht und was nicht. Gefühle, Empathie, Ideale, Gerechtigkeit, Genuss – all das spielt unter Stress eine untergeordnete Rolle. Bevor Sie also wieder Ihren Partner anmaulen, nur weil Ihr Chef gerade Unmögliches von Ihnen verlangt, halten Sie einen Moment inne und sortieren Sie Ihre Prioritäten. Managementberater haben nämlich festgestellt, dass viele erschöpfte, hart arbeitende Workaholics bis zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit mit eher unnötigen Tätigkeiten füllen: Telefonate, Herumtragen von Unterlagen oder das Herumspielen am Computer gehören zu den bevorzugten Ablenkungsmanövern. Manch eine kommt so auf gerade mal 45 Minuten reine Arbeitszeit, obwohl sie morgens um acht Uhr bis nachts im Büro sitzt. Erledigen Sie besser immer nur eine Aufgabe nach der anderen. Um eine Reihenfolge festzulegen, hilft es, nach zwei Dingen zu fragen: Wie wichtig ist die Aufgabe? Und welche Auswirkungen wird sie vermutlich haben? Auch wenn die Planungsphase etwas Zeit kostet, die tatsächliche Arbeit wird dadurch effektiver – und weniger. 

4 WILLKOMMEN BEI DEN ANONYMEN THINKAHOLIKERN

Schon mal was von Thinkaholismus gehört? Damit ist diese wunderbare „Was wäre, wenn?“-Spirale im Kopf gemeint, die uns nachts nicht schlafen lässt. Wir Frauen leiden wegen chronischer Selbstunterschätzung leider ganz besonders häufig darunter. Ständig haben wir Angst, dass wir in irgendeinem Lebensbereich nicht sämtlichen Ansprüchen genügen – weder denen von Kollegen noch von Freunden. War ich heute lang genug im Büro? Habe ich gründlich genug geputzt? Aber bevor wir uns jetzt hier alle weiter verrückt machen, summen wir lieber ein Lied: Kennen Sie noch „Alle Leut“? Das Kinderlied besingt, wie jeder nach der Arbeit nach Hause geht, um dort anschließend die Füße hochzulegen und fünfe gerade sein zu lassen – ein simples, aber ziemlich gutes Mantra. Denn nichts ist so schlimm, wie wir es uns im Kopf aus-malen. Haben Sie zum Beispiel schon mal während eines Dinners bei Freunden die Ecken nach Wollmäusen durchsucht oder die Schreibtischzeit ihrer Kollegin gestoppt? Nein? Da liegt doch die Vermutung nahe, dass die Mehrzahl unserer Mitmenschen das genauso wenig tut. Was man dafür deutlich häufiger machen sollte, ist, um Hilfe zu fragen, wenn man nicht weiterweiß, und auch mal einen Fehler zuzugeben. In der Regel freuen sich nämlich sowohl Freunde als auch Kollegen darüber, wenn ihre Expertise gebraucht und geschätzt wird. Manchmal kann Schwächezeigen ziemlich stark sein.

5 JA, JEIN, ICH MEINE NEIN!

Ach ja, der Aktenstapel auf dem Tisch erinnert schon an die Skyline von New York, und trotzdem können wir die nächste vom Chef oder von der Kollegin gestellte Aufgabe nicht ausschlagen. Und das, obwohl wir keinen blassen Schimmer haben, wann wir das noch erledigen sollen. Da hilft nur eins: Werden Sie zum Neinsager. Gut, keiner wird sich freiwillig mit verschränkten Armen vor einen Kollegen, geschweige denn den Chef stellen und sich mit einem Kopfschütteln ein „Nö. Mach ich nicht!“ aus den Lippen pressen. Da hilft die sogenannte „Available-to-promise“-Strategie. Das ist praktisch ein durch die Blume gehauchtes Nein. Soll heißen: Vermitteln Sie Ihrem Gegenüber: Ich höre, was du von mir willst, und bin bereit, es zu tun – aber ich kann es nicht unmittelbar umsetzen. Bieten Sie gleichzeitig einen Lösungsvorschlag an. Vielleicht arbeiten Sie heute ein paar Stunden daran und machen morgen weiter. So signalisieren Sie Bereitschaft und erkaufen sich Zeit. Klappt übrigens auch bei nervigen Schwiegermüttern oder, sagen wir, sehr anspruchsvollen Freundinnen.

Autor: Yvonne Adamek

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