Kennt ihr alle Frauen? Spieler-Frauen - nur Accessoire der Fußballer?

Okay, die Spiele der WM sind das eine. Aber wir haben unseren Fokus vor allem auf die WAGs (wives and girlfriends) der Kicker. Warum? Weil diese Damen das Leben so herrlich bunt und aufregend machen.

Spielerfrauen, Lena Gercke

Mitten im WM-Sommer 2006 überfiel ein Sondereinsatzkommando in Stilettos das beschauliche Baden-Baden. Es bestand aus den Frauen der englischen Nationalspieler, kurz WAGs genannt. Sie trippelten immer im Pulk über das Kopfsteinpflaster.

Ihre Uniform: Hotpants, riesige Sonnenbrillen und eine Birkin-Bag, die am dünnen Ärmchen schlenkerte. Ihr Auftrag: tagsüber die Boutiquen leerräumen, abends feiern. Und, ach ja, zwischendrin bei den WM-Spielen die Jungs anfeuern. Wie die gespielt haben? Egal. Die ganze Welt glotzte auf Posh & Co. und staunte, wie ein Dutzend Frauen in einer Stunde knapp 100.000 Euro verjubeln konnte – nicht in Paris oder New York, sondern in einem Kurort im Schwarzwald.

Das gab natürlich Ärger. Der Rummel um die WAGs habe die Spieler abgelenkt und zum schlechten Abschneiden der Mannschaft geführt, schimpften britische Sportfunktionäre. Bei der WM 2010 durften die Spieler-Frauen schon nicht mehr mitreisen. Da hatte Coleen, die Frau von Wayne Rooney, aber bereits ihre Autobiografie veröffentlicht und Alex Curran, Lebensgefährtin von Steven Gerrard, ein eigenes Parfum auf den Markt gebracht.

„WAG“ gilt inzwischen als Berufsoption für junge Mädchen. Und das nicht nur in England. Die großen Modehäuser finden es derweil gar nicht witzig, dass die Kameras immer öfter vom Spielfeld auf die Tribünen schwenken – sie befürchten den „WAG - lash“. So nennt man es, wenn ein angesagter Luxusartikel so fleißig von den im Einheitslook geföhnten Schönheiten zur Schau gestellt wird, dass ihn danach niemand mehr haben will. Jede Wette, dass selbst Victoria Beckham, die den Sprung von der WAG zur echten Fashionikone geschafft hat, niemals in ihren eigenen Designs ein Stadion betreten würde?

Das Klischee

Die meisten Spielerfrauen hassen es sowieso, als solche bezeichnet zu werden. Der Begriff klingt nach Haarextensions, French Nails und nach: kein richtiger Job und keine eigene Meinung. „Das Klischee nervt mich“, erklärte Model und Ex-Schweinsteiger-Freundin Sarah Brandner in einem Interview. „Ich will als eigene Person und nicht als Anhängsel wahrgenommen werden.“

Die britische Sportjournalistin und Autorin Alison Kervin hat bei ihren Recherchen ähnliche Erfahrungen gemacht: „Ich dachte immer, eine WAG zu sein, ist die moderne Version des Cinderella-Märchens“, sagt sie. „Tatsächlich leiden viele Frauen unter ihrem Dasein im Schatten des Super-Fußballers. Eine wollte sich sogar T-Shirts bedrucken lassen mit dem Spruch: „Sprich mich nicht auf meinen Mann an, bevor du nicht freundlich Hallo zu mir gesagt hast".“

Das ist aber nur das kleinere Problem. Viel schlimmer ist es, dass die Frauen ihre eigenen Lebensentwürfe immer um den Partner herumbasteln müssen. Der wechselt nach drei Jahren den Verein, vielleicht sogar das Land. Fernbeziehung oder eigene Karriere? Gefährlich, denn die Konkurrenz schläft nicht. Schwups, landet man auf der Auswechselbank. So wie Sylvie Meis.

Deutsche Spielerfrauen der 80er- und 90er-Jahre waren da schlauer, die nahmen einfach das Management ihres Mannes in die Hand. Allen voran die von den Vereinsbossen gefürchtete Gaby Schuster, dicht gefolgt von Angela Häßler, die angeblich bei einem Wechsel ihres Mannes nach Italien ein Kosmetikstudio für sich heraushandelte. Stürmer Valdas Ivanauskas musste 1997 sogar einen bereits unterzeichneten Vertrag beim VfL Wolfsburg wieder lösen – seiner Frau Beatrix war die niedersächsische VW-Stadt einfach nicht glamourös genug.

Und heute? Ein Hochglanz-Pärchen wie Cristiano Ronaldo und Georgina Rodriguez wirkt wie von Marketingexperten gecastet. Ein Dessousmodel gehört anscheinend zur Grundausstattung eines Starkickers wie der Sportwagen und das Penthouse. Und ob Georgina mit Ronaldo noch zusammen wäre, wenn der als Klempner in einem Vorort von Lissabon arbeiten würde? Wir wissen es nicht.

Fest steht: Auch in diesem Jahr zur WM in Russland wird es wieder viel zu gucken geben, allen voran unsere deutschen Spielerfrauen Cathy Hummels, Jessica Farber, Nina Weiss, Daniela Jehle und Co. Aber auch viele der anderen Frauen wie Shakira, die spanische TV-Journalistin Sara Carbonero und Co. werden mit Sicherheit zu sehen sein.

Ur-WAGs

Urgestein klingt fies, dabei meinen wir es nur nett. Denn ohne diese Ikonen der Tribühne gäbe es den Job der Spielerfrau vielleicht gar nicht

Sylvie Meis, 40

Status: Ex-Frau von Rafael van der Vaart (2013 spontan ausgewechselt durch Sabia Boulahrouz, inzwischen durch Estavana Polman). Das hat uns überrascht: Als ihr Ex Rafael van der Vaart die junge Moderatorin um ein Date bat, musste sie erst bei Google nachlesen, wer er ist.

Victoria Beckham, 44

Status: Ehefrau und persönliche Stylistin von David Beckham (und die Mutter seiner vier Kinder), selbst Stilikone und Designerin. Das fanden wir cool: Frisch in L.A. angekommen, zog Star-Blogger Perez Hilton im Internet über ihre Brüste her. Posh fackelte nicht lange, stieg in ihr Auto und überraschte Hilton in Los Angeles in einem Café, um ihm ihren Ausschnitt unter die Nase zu halten. „Findest du sie wirklich so groß?“, scherzte sie. Posh rauschte davon und ließ einen peinlich berührten Perez sitzen. Hut ab, Posh!

Gaby Schuster, 65

Status: Ex-Frau und Managerin von Fußballlegende Bernd Schuster. Das amüsierte uns: Rainer Calmund, Anfang der 90er Manager bei Bayer Leverkusen, verpflichtete Bernd Schuster – und musste mit der knallharten Gaby verhandeln: „Sie hat uns Kopfschmerzen bereitet wie es heute kein Spielerberater schafft.“

Superstar-WAGs

Zwei Models und eine weltweit erfolgreiche Sängerin: Diese Spielerfrauen glänzen auch ohne ihre Männer

Lena Gercke, 30

Status: Heidi Klums erste Siegerin bei „Germany’s Next Topmodel“ , Ex-Verlobte von Sami Khedira und inzwischen Ex-Freundin von Kilian Müller-Wohlfahrt (Sohn von FC-Bayern-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt). Sie ist nicht nur als erfolgreiches Model unterwegs, sondern auch als TV-Moderatorin. Ihre Männer braucht sie nicht, um Erfolg zu haben.

Irina Shayk, 32

Status: Russisches Supermodel und Ex-Langzeit-Freundin von Cristiano Ronaldo. Inzwischen ist das Model seit drei Jahren glücklich mit Hollywood-Star Bradley Cooper liiert.

Shakira, 41

Status: Chart-Stürmerin und WM-Song-Queen 2010. Bei dieser Gelegenheit gabelte sie auch ihren Verlobten auf. Beim Videodreh zu „Waka Waka“ verliebte sie sich in Spaniens Spieler Gerard Piqué. Und zog später von Kolumbien nach Spanien.

Smarte WAGs

Handtaschen zählen und Nägel lackieren? Muss nicht sein. Es gibt auch Spielerfrauen mit Köpfchen

Grit Freiberg-Wiese, 36

Status: Kinderpsychologin und Ehefrau von Ex-Nationaltorwart Tim Wiese. Das fanden wir sehr ehrlich: In einem Interview sagte sie, dass ihr Mann zu viel Geld verdienen würde, und fügte hinzu, dass ihre ganze Familie mit weniger genauso glücklich wäre.

Melissa Satta-Boateng, 32

Status: Studium der Kommunikationswissenschaften und Frau von Frankfurt-Star Kevin-Prince Boateng. Das hat uns amüsiert: Melissa überlegte lange, wie sie ihren Verlobten mit der Nachricht über ihre Schwangerschaft überraschen könnte. Er kam ihr mit Neuigkeiten zuvor und sagte: „Wir gehen nach Deutschland!“ Sie antwortete: „Und zwar zu dritt!“

Sara Carbonero, 34

Status: Spaniens bekannteste Moderatorin und Frau von Nationaltorwart Iker Casillas. Das hat (nicht nur) uns berührt: Die Journalistin bekam nach dem gewonnenen WM-Finale der Spanier 2010 von ihrem sichtlich mitgenommenen Freund einen überschwänglichen Kuss. Zwei Millionen Menschen schauten sich das auf Youtube an und seufzten ergriffen.

Stille WAGs

Keine Skandale, keine spontanen Auswechslungen - auch mal schön: Diese Damen halten sich dezent im Hintergrund...

Jessica Farber, 30

Status: So richtig viel weiß man über sie nicht. Was aber verbrieft ist: Seit zehn Jahren liebt sie Nationalspieler Toni Kroos. Und: Ihr gemeinsamer Sohn kam 2013 auf die Welt. Verheiratet sind die beiden seit Juni 2015. Das hat uns amüsiert: Ein Artikel im Internet mit folgender Headline: „Freundin von Toni Kroos heißt Jessica und arbeitet.“ Weiter so, Jessica!

Kathrin Gilch, 32

Status: Ex-Freundin von Torwart Manuel Neuer. Das fanden wir sympathisch: Die gelernte Friseurmeisterin (nein, nicht Hairstylistin!) schnitt nicht nur die Haare ihres Liebsten, sondern auch schon die von Holger Badstuber und Mario Gomez.

Lisa Müller, 26

Status: die große Liebe von Thomas Müller. Seit über zehn Jahren sind die Beiden ein Paar. Seit 2009 sind sie bereits verheiratet. Das brachte uns zum Lachen: Die Zuchtstute der Müllers trägt den Namen Carla Bruni.

Autor: Iris Soltau

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