Star-Talk Über ihren Vater Francis Ford Coppola

Dank dieser Frau waren wir "Lost in Translation". Für den Dreh von "The Bling Ring" brach sie in Paris Hiltons Villa ein. Wir sprachen mit Regisseurin Sofia Coppola über den Einbruch, 1000 Paar Schuhe und ihre Familie.

Bling Bling

In puncto Privatsphäre könnten Sie und Paris Hilton nicht unterschiedlicher sein …

(lacht) Das stimmt! Sie geht mit ihrem Privatleben sehr offen um, und ich halte meines lieber unter Verschluss.

Dabei hat Ihr Vater, der berühmte Regisseur Francis Ford Coppola, Sie sogar schon bei der Geburt gefilmt.

Und als der Arzt sagte: "Es ist ein Mädchen!", fiel ihm vor Überraschung prompt die Kamera aus der Hand. Nach zwei Söhnen rechnete er gar nicht mehr mit einer Tochter.

Das Kino bestimmte fortan Ihr Leben. Wollten Sie eigentlich immer schon in die Fußstapfen Ihres Vaters treten?

Ich bin zwar zwischen Kulissen groß geworden, brauchte aber eine Weile, bis ich überhaupt wusste, was ich wollte. Wie eine typische 18-Jährige eben: Ich bin zu Hause ausgezogen, probierte dann am College unterschiedliche Sachen aus. Mit Anfang 20 besaß ich eine Modefirma. Aber als ich meinen ersten Kurzfilm drehte, fühlte ich mich am wohlsten. Nach meinem ersten Film war der Einstieg geschafft, ohne dass ich es besonders bemerkt hätte.

Warum befassen Sie sich in Ihren Filmen so oft mit Teenagern, ihrer Verwundbar- und Orientierungslosigkeit?

Mich fasziniert die Phase, in der die Menschen versuchen, ihre eigene Identität zu begründen. Die "Bling"-Kids dachten, sie könnten sich eine andere Persönlichkeit zulegen, indem sie die Design-Klamotten und Schuhe der Stars stehlen und anziehen, die sie bewundern.

Sie galten früher vor allem als "Tochter von", das macht die Identitätsfindung sicher auch nicht einfach.

Ich kann für mich nur sagen, dass ich mich heute, mit 42 und an dem Punkt, an dem ich jetzt in meinem Leben stehe, sehr, sehr wohlfühle! Ich bin mir sicher, wer ich bin.

Ist der Familienzusammenhalt der Coppolas wirklich so eng, wie man immer liest?

Ja, wir sind innig miteinander verbunden und mit dem Credo erzogen worden, dass Familie das Wichtigste ist. Das muss an unseren italienischen Wurzeln liegen.

Ist der Kontakt zum deutschen Teil Ihrer Familie genauso intensiv?

Oh ja. Meine Schwiegermutter kommt aus Hamburg. Ihr Bruder, also der Onkel meines Mannes, ist ein Filmkritiker. Hellmuth. Kennen Sie ihn?

Ja, Hellmuth Karasek. Ihn kennt man auch außerhalb Hamburgs.

Oh, cool …

Der Trailer zu "The Bling Ring":

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