Der Schauspieler aus Doctor's Diary Vom Außenseiter zum coolen Typen

Er sorgt in der Comedy-Hitserie „Doctor’s Diary“ beim weiblichen Publikum regelmäßig für Lachkrämpfe – und Herzklopfen. Mit „Vincent will meer“ erobert er das Kino.

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Apropos Familie: Auf Ihrer Website schreiben Sie, dass Sie sich früher ständig mit Ihrer Schwester Stefanie in den Haaren lagen. Hat Sie Ihnen diese Narbe auf der Nase verpasst? Nein, da war sie unschuldig. Wir haben zu Hause ein Treppengeländer, auf halber Höhe kommt eine Glastür. Da bin ich immer runtergerutscht – und eines Tages durch diese Tür gekracht.

Sie schreiben auch, Sie hatten früher ständig Nasenbluten… Und das war gar nicht so schlecht! Stand in der Schule eine Prüfung an, brauchte ich mir nur unterm Tisch gegen die Nase zu hauen, und ich konnte sagen: „Oh, sorry, ich muss mich hinlegen.“

Wann ist aus dem Jungen mit Nasenbluten denn ein cooler Typ geworden? Bei den Pfadfindern. Ich wurde gedisst und habe lange gebraucht, mich in die Gruppe einzugliedern oder durchzusetzen – je nachdem. Das war so das erste Männlichkeitsgehabe, und es hilft mir bis heute: Was wäre Dr. Meier ohne Männlichkeitsgehabe? (lacht)

Nach der Schule sind Sie in Boston auf die Schauspielschule gegangen. Warum so weit weg? Mir hat das gutgetan. Ich glaube, Heimat kann man erst definieren, wenn man weg ist. Immer wenn ich wieder nach München kam, wusste ich: Es ist gut, Wurzeln zu haben. Das heißt nicht, dass man dort auch Wurzeln schlagen muss.

Ihre Bostoner WG dürften Sie hier nicht vermissen. Sie lebten mit einem… …drogenabhängigen Fagottisten und einem grenzdebilen Schnarcher zusammen – ja, das war ein krasses Abenteuer. Der Fagottist hat nie gewaschen, die Schmutzwäsche stapelte sich mannshoch…

…worauf Sie sich eine „preußische Ordnung“ angewöhnt haben, wie Sie sagen. Wenn meine Wohnung unaufgeräumt ist, sieht es meistens in mir gerade nicht anders aus. Eine gewisse Klarheit tut mir gut. Das heißt nicht, dass ich es gerne mache. Ich spüle ja auch nicht gern Geschirr. Aber jedes Mal, wenn ich am dreckigen Geschirr vorbeilaufe, hab ich ein schlechtes Gewissen. Das kostet mich mehr Energie, also mache ich es lieber gleich.

 

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