Nicht jede Diagnose erfordert Röntgen Röntgenpass und strahlungsarme Geräte

Durch radiologische Verfahren werden viele Erkrankungen erst sichtbar. Aber nicht immer sind sie für eine Diagnose erforderlich. 

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Röntgenpass und strahlungsarme Geräte

RÖNTGENPASS ERFRAGEN

Tatsächlich kann man als Patient sein Risiko beeinflussen. Zum einen, indem man dem Arzt beziehungsweise Radiologen zuvor angefertigte Röntgenbilder mitbringt – nicht immer ist eine neue Aufnahme notwendig. Das gilt auch für Patienten, die eine zweite Meinung einholen möchten. Ärzte sind verpflichtet, Kopien oder das Original herauszugeben. Letzteres muss man jedoch spätestens nach sechs Monaten zurückbringen. Fachleute empfehlen außerdem den beim Bundesamt für Strahlenschutz sowie in jeder Praxis und Klinik erhältlichen Röntgenpass. „Der Ausweis dokumentiert, welche Organe wann geröntgt wurden, und soll Doppeluntersuchungen verhindern sowie Vergleichsmöglichkeiten schaffen“, erläutert Reinhard Loose. Allerdings informieren leider immer noch zu wenige Ärzte über diese Möglichkeit.

STRAHLUNGSARME GERÄTE

Zugleich hat die Radiologie große Fortschritte gemacht. Dank leistungsstärkerer Geräte wird kürzer geröntgt und der Patient weniger belastet. „Krankenhäuser röntgen heute zu 80 Prozent digital, große Kliniken sogar zu 100 Prozent“, sagt Reinhard Loose. Die Bilder altern nicht, sind per Computer überall verfügbar und haben für den Patienten Vorteile. Loose: „Es gibt bei der sogenannten Speicherfolie keine Fehlbelichtungen mehr, Wiederholungsaufnahmen entfallen, und dadurch verringert sich auch die Strahlendosis.“ Außerdem habe sich die Festkörperdetektoren- Technik durchgesetzt, mit der man 30 bis 50 Prozent der Dosis spare. Schließlich gilt: Wo es Sinn macht, sollten Ultraschall-Untersuchungen, etwa bei Schilddrüse und Leber, oder Kernspintomografie, wie in der Wirbelsäulendiagnostik, zum Einsatz kommen. Als Massenscreening zum Beispiel in der Brustkrebsfrüherkennung ist die Kernspintomografie allerdings weder sinnvoll noch finanzierbar.