
Ein Abend, eine Kerze, ein leerer Zettel – und plötzlich merkst du, wie lange du schon nicht mehr gefragt hast, was eigentlich du willst. Genau dafür ist dieser Neumond gemacht.
Am 10. Oktober schenkt uns ein Neumond in der Waage einen besonderen Neuanfang, einen, der leiser daherkommt als sonst. Weil Venus, die Herrscherin der Waage, gerade rückläufig läuft, geht es diesmal nicht um große Schritte nach außen, sondern um ein ehrliches Innehalten. Der Neumond selbst ist der Moment im Mondzyklus, in dem der Mond von der Sonne verdeckt und für uns unsichtbar wird, astrologisch gilt er als idealer Zeitpunkt für Neuanfänge und Wünsche.
Warum ausgerechnet die Waage den Takt vorgibt
Dieser Neumond fällt direkt in das Zeichen Waage und ist damit ihr großer Moment, einmal innezuhalten. Wer sich in Beziehungen selbst zu oft hintanstellt, um es allen recht zu machen, darf sich jetzt wieder ganz oben auf die eigene Liste setzen. Auch Saturn im Widder wirkt noch in Opposition zum Neumond nach und erinnert daran, dass echte Beziehung nicht bedeutet, sich selbst im Wir zu verlieren, während Jupiter im Löwen gleichzeitig unterstützt und für Wachstum sorgt.
Das trifft einen Nerv, den viele von uns kennen. Zwischen Job, Partnerschaft, Familie und dem ganzen Alltagsorganisieren bleibt die Frage nach dem eigenen Gleichgewicht oft als Letztes auf der Liste stehen.
Fünf Wünsche, die zur Waage-Saison passen
Statt wahllos Dinge zu wünschen, hilft es, bei diesem Neumond gezielt nachzuspüren. Diese fünf Reflexionsfragen orientieren sich an dem, wofür die Waage steht – Balance, Beziehung, Fairness.
Balance im Alltag: Wo gibst du gerade mehr, als du zurückbekommst, und wie könntest du das in den nächsten 28 Tagen ändern?
Ehrliches Zuhören: Welchem Menschen in deinem Leben hast du zuletzt wirklich zugehört, statt gleich zu reagieren?
Faire Entscheidungen: Gibt es eine Entscheidung in deiner Beziehung, die du gerade erzwingen willst, statt sie reifen zu lassen?
Selbstfürsorge ohne schlechtes Gewissen: Was tut dir gut, auch wenn es niemand sonst bemerkt?
Nähe zulassen: Wo wünschst du dir insgeheim mehr Verbindung, traust dich aber nicht, es auszusprechen?
Diese Impulse decken sich mit dem, was für die Waage-Saison empfohlen wird: sich bewusst vorzunehmen, fairer mit sich selbst umzugehen, statt überstürzt eine neue Bindung einzugehen, solange Venus nach innen zieht. Bei Entscheidungen in der Beziehung gilt: lieber nichts erzwingen, sondern reifen lassen, und einem lieben Menschen wirklich zuhören, statt gleich zu reagieren.
Das Abendritual, das du in 30 Minuten schaffst
Du brauchst kein esoterisches Vorwissen und keine Räucherstäbchen-Sammlung. Ein Neumondritual lässt sich nach Belieben gestalten, ganz so, wie es für dich am besten passt. Wichtig ist nur das bewusste Hinwenden zu den eigenen Wünschen, egal in welcher Form.
So könnte dein Abend aussehen:
Raum schaffen (10 Minuten): Handy weglegen, eine Kerze anzünden, dreimal tief durchatmen.
Reflektieren (10 Minuten): Frag dich, was in den nächsten 28 Tagen wachsen darf. Nicht hundert Wünsche, drei klare.
Aufschreiben (10 Minuten): Formuliere deine drei Wünsche so, als wären sie schon wahr, zum Beispiel „Ich höre meinem Partner wirklich zu" statt „Ich möchte besser zuhören".
Loslassen: Falte den Zettel, lege ihn weg und puste die Kerze aus.
Am nächsten Vollmond, also etwa 14 Tage später, lohnt sich ein kurzer Rückblick: Ist einer der Wünsche schon in Bewegung? Wenn nicht, ist das kein Grund zur Enttäuschung, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen, woran es lag.
Was danach kommt
2026 gibt es insgesamt zwölf Neumonde, jeder davon eine neue Gelegenheit für diese kleine Bestandsaufnahme. Der nächste fällt bereits auf den 9. November in den Skorpion – dann wird es eher um Tiefe und Loslassen gehen als um Balance. Bis dahin darf die Waage-Energie wirken: Nimm dir die 30 Minuten, schreib deine drei Wünsche auf und beobachte in Ruhe, was sich in deinem Alltag verschiebt.






