Hochzeitsplanung Trauzeugen, Reden, Programm

Hochzeits-Profi und Wedding Planner Frank Matthée spricht mit Petra.de über die perfekte Planung einer Hochzeit: Von der Sitzordnung über das Party-Programm, bis hin zu Tipps, wie das Brautpaar einen kühlen Kopf bewahrt.

Franck Mattheé

PETRA: Wie plant man am besten die Reden und wer hält überhaupt eine?
Frank Matthée: Ganz klassisch ist das der Bräutigam, jeweils Braut- und Bräutigamsvater und ein Trauzeuge, die eine Rede halten. Ich persönlich finde es ganz schön, wenn das Brautpaar gemeinsam eine Rede hält. Dabei geht es ja nicht nur um die Begrüßung der Gäste, sondern um eine gegenseitige Liebeserklärung. Die Väter sollten auf jeden Fall etwas sagen, da es besonders rührend ist. Trauzeugen, meist sehr gute Freunde, sind sehr locker, berichten vom Kennenlernen des Pärchens und gemeinsamen Erlebnissen. Das ist das Salz in der Suppe bei all den Reden. Ablauf und Timing sollten dabei eingehalten werden! Am besten finden die Reden zwischen den Gängen statt und werden auf fünf bis zehn Minuten begrenzt.

 

PETRA: Wie viele Hochzeiten haben Sie privat schon miterlebt und wie viele haben Sie organisiert?
Frank Matthée: Als Gast war ich auf sechs Hochzeiten, organisiert und betreut habe ich über 300.

 

PETRA: Die Hochzeitsplanung ist durch den Stress für viele Paare eine Bewährungsprobe. Wie kann das Pärchen trotzdem entspannt bleiben und eine mögliche Beziehungskrise vermeiden?
Frank Matthée: Ich erlebe es immer wieder, dass mein erstes Gespräch mit dem Paar auch das erste Mal ist, dass sie sich gemeinsam Zeit für das Thema nehmen. Deshalb nehme ich mir oft drei bis vier Stunden lang Zeit, um mit ihnen alles zu besprechen. Oft stelle ich dann fest, dass die Braut dem Bräutigam meilenweit voraus ist, weil sie sich einfach schon ein Leben lang damit beschäftigt hat. Daher mein Tipp: Sich wirklich einen Tag frei nehmen, einen Ausflug machen und alles Wichtige besprechen.

 

PETRA: Welche Aufgaben übernehmen die Trauzeugen? Sind sie direkt in die Planung involviert?
Frank Matthée: Traditionell ist der Trauzeuge nur dafür da, die Trauung zu bezeugen, also um die rechtliche Vorgabe zu erfüllen. Aber gerade, wenn man keinen Hochzeitsplaner hat, ist es schön, jemanden zu haben, mit dem man sich über die Planung austauschen kann, der mitfiebert und mitfühlt. Außerdem sehen 4 oder 6 Augen mehr als 2. Und das Hochzeitspaar schwebt ohnehin auf Wolke 7. Da ist es gut, jemanden Pragmatischen dabei zu haben, der auf Schwierigkeiten oder Herausforderungen hinweist.

 

PETRA: Was sollte den Gästen geboten werden: Ein schönes Fest mit Buffet oder auch Hotelzimmer für angereiste Freunde und Verwandte?
Frank Matthée: In erster Linie sollten die Gäste natürlich den ganzen Tag perfekt versorgt sein. Klingt einfach, ist aber enorm wichtig. Außerdem sollte man sich Gedanken machen, ob der Transfer zwischen den Veranstaltungsorten gegeben ist und ob es einen Ansprechpartner gibt, der bei Fragen weiterhilft. Feiert man seine Hochzeit im Ausland, sollte sich das Paar überlegen, ob es Anreise und Übernachtung bezahlt oder ob das Erscheinen des Gastes das Hochzeitsgeschenk ist.

 

PETRA: Wie viel Programm ist zu viel Programm?
Frank Matthée: Eine Hochzeit wird durch Rituale und Bräuche bestimmt: Tortenanschnitt, Eröffnungstanz, Reden. Daher sollte der Tag nicht mit Unterhaltungsprogramm und Spielen vollgepackt sein. Schließlich können Höhepunkte nur Höhepunkte sein, wenn zwischendurch die Dramaturgie wieder nach unten geht und man etwas Luft hat. Wenn ständig Programm stattfindet, lehnen sich die Gäste zurück, weil sie bespielt werden. Das Geheimnis ist aber: Die Gäste müssen das Gefühl haben, Teil der Veranstaltung zu sein. Nur dann entsteht das hochzeitstypische Glücksgefühl.