19. August 2012
Der Traum vom Schreiben

Der Traum vom Schreiben

Einmal ein Buch schreiben! Das wünschen sich viele Frauen. Sie haben auch schon eine Idee, aber wissen nicht wie Sie loslegen sollen? Die Expertin Ann-Kathrin Schwarz hat uns tolle Tipps gegeben. Noch mehr finden Sie unter www.bonnerweiss.de und www.attraktive-texte.de.

Frau mit Buch auf einer Wiese
© iStock/Thinkstock/Balazs Kovacs
Frau mit Buch auf einer Wiese

7 goldene Schreibregeln

ann-kathrin-schwarz
© PR
Der Traum vom Schreiben: Ann-Kathrin Schwarz kennt die Welt der Bücher von zwei Seiten: Nach dem Studium arbeitete sie in mehreren großen deutschen Publikumsverlagen als Lektorin und hat selbst unter dem Pseudonym Anne Weiss mehrere Sachbücher geschrieben. Eines davon ist der Bestseller Generation Doof, laut Spiegel unter den Top 20 der meistverkauften Bücher des letzten Jahrzehnts. Zuletzt leitete sie mit ihrem Kollegen und Co-Autor Jan F. Wielpütz zusammen eine verlagseigene Schreibschule. Inzwischen haben sich beide als freie Autoren, Ghostwriter, Übersetzer und Textredakteure in Köln selbständig gemacht.

1) Lesen Sie! Ein häufig gehörter Satz in Schreibseminaren ist „Seitdem ich Autor bin, lese ich nicht mehr. Ich will mich nicht zu sehr von anderen beeinflussen lassen!“ Doch wer wissen will, wie erfolgreiches Schreiben am besten funktioniert, der spickt. Und zwar nicht mit Copy & Paste – schauen Sie sich lieber an, welche Texte Ihrer Lieblingsschriftsteller Sie selbst total in Verzückung versetzen, und warum. Was lesen Sie gerne, wo geht Ihr Herz auf? Wenn Ihnen eine bestimmte Figurenkonstellation gefällt oder ein besonders spannendes Setting, überlegen Sie, warum das so ist – und bauen Sie es in Ihren nächsten Text ein. Wenn Sie eine Szene besonders berührt hat, nutzen Sie die Mittel, mit denen die Autorin oder der Autor bei Ihnen auf die Tränendrüse gedrückt hat. Lernen Sie von Ihren Vorbildern – und denken Sie Ihrerseits beim Schreiben an den Leser!

2) Gehen Sie niemals ohne einen Notizblock aus dem Haus! Die Ideen kommen, wann Sie wollen – und nicht immer in der richtigen Reihenfolge. Seien Sie vorbereitet – notieren Sie das, was Ihnen einfällt, sofort. Sie werden sehen: Bald haben Sie einen ganzen Strauß von tollen Gedanken beisammen, die Ihnen auch helfen, wenn der Schreibfluss mal stockt.

3) Schmieden Sie einen Plan. Manche Autoren reservieren eine ganze Wand in ihrer Wohnung für ihre Geschichte. Dort sammeln sie alles über die Exposition, den Spannungsaufbau, die Figuren, überraschende Wendungen und das Ende. Soweit müssen Sie nicht gehen, wenn Ihnen der Platz fehlt – auch ein einfaches Word-Dokument kann zur Sammelkiste werden. Aufzuschreiben, wie der Hase läuft, ist immens wichtig: Das Beste, was uns beim Schreiben passieren kann, ist ein gut durchdachtes Exposé! Darin sollten Sie sich den Ablauf Ihrer Geschichte so klar machen, dass Sie später seltener ins Stocken kommen. Sicher, es kann passieren, dass die Charaktere sich zwischendrin mal selbständig machen, wenn wir im Flow sind, aber ehrlich: Es wird Ihnen dann sehr viel seltener passieren, dass Sie in der Mitte der Handlung Ihres eigenen Krimis die Krise kriegen, weil Sie verzweifelt miträtseln, wer denn wohl der Täter sein könnte ...

4) Beachten Sie die Regeln! Gerade, wer Genreliteratur schreiben möchte – also das, was in Stapeln in der Buchhandlung liegt: Historische Romane, Krimis, Thriller, Liebesromane – sollte seine Konkurrenz und die Regeln des jeweiligen Genres kennen. Ein Liebesroman hat nun mal ein Happy End, in einem Krimi sterben Leute. Wer diese Grundregeln nicht beachtet, muss sich nicht wundern, wenn sich niemand für sein Manuskript interessiert. Lesen Sie die Bücher, die derzeit besonders erfolgreich sind. Sind Sie enttäuscht, wenn der Mörder im Krimi gar nicht gefunden wird? Check – dann machen Sie es in Ihrem Roman besser! Ist Ihnen die tollpatschige Heldin in einer Romantischen Komödie besonders sympathisch? Fragen Sie sich, woran das liegt und was Sie sich davon abschauen können. Bringt Sie der Krimi um den Schlaf? Wenn er Sie eher einschläfert – überlegen Sie, was Sie besser machen könnten …

5) Erwecken Sie Ihren Text zum Leben: Benutzen Sie sprechende Verben! Wer wissen will, wie sich das anfühlt, liest Stephen King - er ist ein Meister darin. Seien Sie skrupellos, wenn es um Gefühle geht: Sprechen Sie in jeder Szene mindestens drei Sinne an und überlegen Sie, mit welchen Bildern und Vergleichen Sie den Leser in Ihre Welt entführen können. Entschachteln Sie lange Sätze und versuchen Sie möglichst wenige Adjektive zu verwenden. Streichen Sie Füllwörter und verwenden Sie nicht zu viele Substantive. Und denken Sie daran: Jedes einzelne Kapitel sollte einem Spannungsbogen folgen – nicht nur der Roman insgesamt!

6) Write, read, revise, repeat! Und zwar erst mal, ohne auf Rechtschreibung und Schönheit zu achten. Lassen Sie sich nicht stören. Für diese kreative Kopfarbeit ist es von allergrößter Wichtigkeit, am Stück zu arbeiten. Erst dann kommen Sie in den rechten Fluss, um die Figuren und die Geschichte lebendig zu gestalten. Lassen Sie den Text dann etwas liegen, lesen Sie ihn erneut genau und machen Sie Anmerkungen. Schließlich kommt der Schritt, der genau so wichtig ist wie das Schreiben selbst: das Überarbeiten. Gute Tipps dafür gibt der Schriftsteller Andreas Eschbach auf seiner Homepage: www.andreaseschbach.de

7) Glauben Sie an sich und an Ihre Geschichte. Schreiben ist ein harter Kampf, den man erst mal mit sich selbst ausficht. Auf Ihrem Weg wird es Momente geben, an denen Sie in die Tastatur beißen oder den Stift in die Ecke feuern wollen. Wenn Ihnen Ihre Geschichte und die Figuren daran am Herzen liegen und Sie schreiben wollen: Verlieren Sie nicht den Mut!

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Der Traum vom Schreiben: Ann-Kathrin Schwarz kennt die Welt der Bücher von zwei Seiten: Nach dem Studium arbeitete sie in mehreren großen deutschen Publikumsverlagen als Lektorin und hat selbst unter dem Pseudonym Anne Weiss mehrere Sachbücher geschrieben. Eines davon ist der Bestseller Generation Doof, laut Spiegel unter den Top 20 der meistverkauften Bücher des letzten Jahrzehnts. Zuletzt leitete sie mit ihrem Kollegen und Co-Autor Jan F. Wielpütz zusammen eine verlagseigene Schreibschule. Inzwischen haben sich beide als freie Autoren, Ghostwriter, Übersetzer und Textredakteure in Köln selbständig gemacht.

Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten

1) Erst verkaufen, dann schreiben. Gerade Anfänger denken oft an den Lohn der Arbeit, bevor der Text fertig ist. Daran, welcher Verlag oder welche Agentur infrage kommen, bevor sie überhaupt eine Zeile geschrieben haben. Vielleicht liegt es daran, dass wir so viele Erfolgsstorys à la JK Rowling kennen, die mit Harry Potter reich und berühmt wurde. Treibt Sie wirklich die Leidenschaft, ist der Erfolg erst mal zweitrangig – der Text will geschrieben, die Story erzählt werden. Und das ist gut so – denn Dinge, die wir mit Leidenschaft machen, haben oft den größten Erfolg.

2) Erst schreiben, dann plotten. Wenden Sie sich zunächst dem Ablauf der Handlung zu. Was passiert wann und warum? Fragen Sie danach, was der Konflikt ist, der die Geschichte vorantreibt – und wer ihn austrägt: Wer ist Ihr Held? Was ist sein Ziel? Und was steht diesem Ziel entgegen? Erst, wenn Sie diese drei Fragen eindeutig beantworten können, sollten Sie loslegen: und zwar damit, das Konzept auszuarbeiten. Schreiben Sie den gesamten Verlauf der Handlung auf, inklusive aller überraschenden Wendungen und der Auflösung der Geschichte. Und geben Sie es jemandem zu lesen, der Ihnen sagt, ob er die Geschichte spannend findet – und möglichst, warum. Fast noch hilfreicher ist es, zu hören, warum sie nicht spannend ist – und an welchen Stellen. Denn dann können Sie den Handlungsablauf wasserdicht machen und haben einen roten Faden, den Sie beim Schreiben nicht mehr verlieren.

3) Die Regeln ignorieren. Dramaturgie ist ein mühsames Geschäft. Gerade Erstlingsautoren meinen daher, dass es viel kreativer sei, alle Regeln außer Acht zu lassen und sich nicht mit Konflikt, Heldenreise, Charakterentwicklung, Drei-Akt-Struktur, Spannungsaufbau und Katharsis zu belasten. Doch wer die Regeln brechen will, sollte sie gut kennen. Sonst gibt’s Chaos. Raffen Sie daher alles zusammen, was Sie an Wissen über Dramaturgie finden. Und denken Sie daran, was schon Edison sagte: „Genie besteht zu 1 Prozent aus Inspiration, zu 99 Prozent aus Transpiration.“ Jede Menge berühmter Autoren haben so geschuftet – Sie befinden sich also in guter Gesellschaft!

4) Zu schnell zufrieden sein. Ja, Sie sind genial und alles, was aus Ihrer Feder fließt, ist perfekt. Darum schicken Sie Ihren Text sofort an einen Verlag oder stellen ihn auf einer Plattform ein, ohne ihn von Testlesern beurteilen zu lassen und ohne ihn mehrmals zu überarbeiten. Solch eine stiefmütterliche Behandlung Ihres schriftstellerischen Babys sollten Sie sich selbst nicht durchgehen lassen – denn die Überarbeitung ist genauso wichtig wie das Schreiben selbst. Suchen Sie sich Kritiker. Schreiben Sie um, verbessern Sie. An die Arbeit!

Hilfen, die garantiert nichts kosten und viel bringen

1) Schreibbuddy. Finden Sie jemanden, der mit Ihnen in den Ring steigt, wenn es um Texte geht. Es sollte nicht die Mama oder der Liebste sein – die neigen nämlich dazu, alles toll zu finden und begeistert in die Hände zu klatschen, wenn Sie auch nur einen graden Satz zustande bringen. Vielleicht finden Sie in einem Schreibkurs jemanden, mit dem Sie sich gut verstehen – oder in einem Schreibforum im Internet. Am besten beruht so etwas nämlich auf Gegenseitigkeit – und das kann, wenn es gut läuft, eine Freundschaft fürs Leben werden.

2) Pomodoro-App. Sie fühlen sich ständig abgelenkt, weil auf einmal überall meterdicker Staub liegt, die Karte an die Großtante überfällig ist und die Angorapullis nach einer Handwäsche schreien? Wenn Ihre Gedanken ständig zu Alltagsaufgaben abdriften, dann laden Sie sich diese Gratis-App herunter – sie hilft uns, den Fokus zu finden und konzentriert zu arbeiten. In der App startet ein Wecker mit fünfundzwanzig Minuten. In dieser Zeit bleiben Sie ganz beim Text, danach werden fünf Minuten Pause eingeläutet. Nach diesem Break folgt eine weitere Arbeitsphase mit 25 Minuten. Nach insgesamt vier Arbeitsphasen mit Kurzpausen (das sind dann zwei Stunden) bekommen Sie eine Viertelstunde Auszeit. Erstaunlich wirkungsvoll!

3) Gehen Sie mal wieder in die Bibliothek. Sie wollen Anregungen finden und up to date sein, was die Konkurrenz so treibt, haben aber kein Geld? Sie müssen die Bücher ja nicht gleich kaufen: Es gibt ja noch die gute alte Stadtbibliothek. Gehen Sie für eine Stunde in die örtliche Bücherei und stöbern Sie einfach in den Regalen. Lesen Sie sich in den Klappentexten fest, schmökern Sie die ersten Kapitel an und überlegen Sie, warum Sie weiterlesen würden – und warum nicht.

4) Vernetzen Sie sich. Besuchen Sie Foren wie www.autorenwelt.de oder www.42autoren.de und finden Sie dort weitere Tipps zum Schreiben und den Austausch, den man bei so einer einsamen Tätigkeit braucht. Gehen Sie zu Stammtischen wie dem offenen Verlagsstammtisch Pub’n’Pub, den es inzwischen in Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Münster gibt, sowie an vielen Orten in anderen Ländern (http://pubnpub.com/). Gehen Sie zu Autorenstammtischen – sei es virtuell (da gibt es einige, zum Beispiel diesen hier: http://autorenblog.de/autorenstammtisch/) oder auf die altmodische analoge Art: Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. organisiert Autorenstammtische für viele verschiedene Städte und verkündet seine Termine auf Facebook. Wer weiß – vielleicht warten Ihr Schreibbuddy, entscheidende Tipps und viele Funken Inspiration auf Sie?

5) Stöbern Sie auf Verlagsseiten. Die meisten Verlage stellen ihr kommendes Programm inzwischen online – hier können Sie sich gratis über neue Trends informieren und sehen, welche Themen besonders im Vordergrund stehen. Ein Mystery-Thriller wird bei Ihrem Lieblingsverlag mit sechs Seiten in der Vorschau angekündigt? Wenn Sie ein Manuskript mit ähnlicher Handlung in der Schublade haben, wäre es jetzt vielleicht an der Zeit, es genau diesem Verlag zu schicken!

6) Schaffen Sie Schreibrituale. Eine gute Hilfe ist es, jeden Tag an einem festen Ort zu einer festen Zeit zu schreiben – mindestens eine Viertelstunde lang. Ob dies in der Zeit ist, bevor die Kinder morgens den Frühstückstisch überfallen wie ein hungriger Schwarm Spatzen – oder zu einer festen Zeit am Abend, wenn nach der Hektik des Tages langsam Ruhe einkehrt, ist dabei egal. Es sollte nur regelmäßig sein. Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen. Zu Ihrem Ritual kann gehören, dass Sie Ihre bequeme Jogginghose anziehen, sich eine Tasse Ihres Lieblingstees zubereiten und leise Musik anmachen – alles, was Sie fokussiert und bei dem Sie sich wohlfühlen. Bringen Sie sich in Schreibzeitstimmung!

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Der Traum vom Schreiben: Ann-Kathrin Schwarz kennt die Welt der Bücher von zwei Seiten: Nach dem Studium arbeitete sie in mehreren großen deutschen Publikumsverlagen als Lektorin und hat selbst unter dem Pseudonym Anne Weiss mehrere Sachbücher geschrieben. Eines davon ist der Bestseller Generation Doof, laut Spiegel unter den Top 20 der meistverkauften Bücher des letzten Jahrzehnts. Zuletzt leitete sie mit ihrem Kollegen und Co-Autor Jan F. Wielpütz zusammen eine verlagseigene Schreibschule. Inzwischen haben sich beide als freie Autoren, Ghostwriter, Übersetzer und Textredakteure in Köln selbständig gemacht.

Tricks, um Schreibblockaden zu überwinden

1) Einfach drauflos schreiben. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf. Es muss nichts entstehen. Sie können im Schulaufsatz-Style über Ihr schönstes Tageserlebnis schreiben, Ihr Zimmer in allen Details beleuchten oder was Ihnen sonst in den Sinn kommt. Vielleicht entsteht daraus etwas – ein kurzer Essay, eine kafkaeske Geschichte über jemanden, der in Ihrem Zimmer zum Schmetterling wird – oder aber auch nichts. Das Wichtigste ist, Sie schreiben. Sie werden sehen – damit kommen über kurz oder lang der Schwung und die Ideen für die eigentliche Geschichte zurück.

2) Üben Sie sich in Gelassenheit. Gehen Sie spazieren oder fahren Sie eine Runde mit dem Rad. Stricken Sie, trinken Sie ein Glas Prosecco oder schmökern Sie in Ihrem Lieblingsbuch. Dabei ist es verboten, konkret über Ihren Text nachzugrübeln. Bewegung und Ablenkung, gerade wenn wir uns in einer Arbeitssackgasse befinden, bringen uns oft den ersehnten Geistesblitz!

3) Stellen Sie sich einen Wecker. In den berühmten Flow beim Schreiben kommen wir erst, wenn unser Gehirn sich ganz auf eine Aufgabe konzentriert. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es rund 15 Minuten dauert, bis der Flow überhaupt eintritt. Werden wir vorher unterbrochen, haben wir keine Chance, in den ersehnten Zustand zu gelangen, in dem wir wie im Rausch Ideen entwickeln und die Buchstaben in den Rechner fließen – in dem es einfach läuft. Stellen Sie sich einen Wecker auf eine halbe Stunde, in der Sie nichts anderes tun als schreiben – oder nutzen Sie die Pomodoro-App, die Ihnen den Rhythmus vorgibt und dafür sorgt, dass Sie bei der Stange bleiben und zwischendurch regelmäßig ein Päuschen einlegen, um das Gehirn zu entspannen.

4) Fragen Sie Ihre Figuren. Wenn Sie mit Ihrer Geschichte nicht weiterkommen, wenden Sie sich am besten den Charakteren zu. Fertigen Sie die Charakterskizze einer Nebenfigur an, die im derzeitigen Kapitel noch ein wenig blass wirkt. Oder führen Sie ein schriftliches Interview mit Ihrem Protagonisten. Stellen Sie ihm die Fragen, die Ihnen das Leben schwer machen. Und auch welche, die darüber hinaus gehen, beispielsweise: Was magst du an dir? Warum hast du gerade Angst? Wieso bist du in deine Partnerin verliebt? Wonach sehnst du dich am meisten? Was würdest du in deinem Leben ändern, wenn du könntest? Die Figuren treiben letztlich die Handlung voran – und sie können der Schlüssel sein, wenn der Plot stockt.

5) Steigen Sie mit jemandem in den Ring. Suchen Sie sich einen Sparringspartner für Ihre Geschichte. Das ist im besten Falle jemand, der ebenfalls schreibt. Lesen Sie gegenseitig Ihre Texte – und sprechen Sie miteinander über den Aufbau der Geschichte und logische Fehler. Oft denken wir bestimmte Handlungen im Kopf mit, statt sie aufs Papier zu schreiben. Oder wir haben ein Problem übersehen. Denken Sie daran, Ihrem Gegenüber erst zu sagen, was Ihnen an seinem Text gefallen hat, und üben Sie dann respektvolle und konstruktive Kritik. Machen Sie sich gegenseitig Vorschläge. Gemeinsam plottet es sich oft leichter – denn Sie nutzen gleich zwei Köpfe.

6) Suchen Sie nach dem Haken im Plot. Gehen Sie das Geschriebene noch einmal durch und schreiben Sie dabei auf, welche Fragen Ihnen in den Sinn kommen. Was genau ist es, das Ihnen jetzt gerade das Schreibleben schwer macht? Es fällt viel leichter, Lösungen zu finden, wenn man das Problem klar benennen kann.

5 goldene Regeln fürs Exposé

1) An die richtige Adresse wenden. Passt Ihr Buch in den Verlag oder zu der Agentur, an die sie sich wenden? Wenn ja, dann erwähnen Sie das kurz im Anschreiben. Wenn nein, sparen Sie sich das Porto. Ein Verlag, der noch nie Lyrik publiziert hat, wird Ihren Gedichtband nicht veröffentlichen, selbst wenn Ihre Reime rocken.

2) Keep it simple. Ein Lektor oder Agent hat kaum Zeit – auf seinem Schreibtisch türmen sich die Manuskriptberge. Schreiben Sie einfach und in klaren, verständlichen Sätzen.

3) Verschicken Sie das Rundum-Wohlfühlpaket. Gestalten Sie Ihr Exposé übersichtlich, nicht zu schnörkelig, aber seriös. Schreiben Sie Namen und Anschrift sowie den Titel auf ein Deckblatt. Auf die zweite Seite gehört die Einordnung Ihres Werkes: das Genre, Vergleichstitel, Umfang und ein kurzer werbender Text, der neugierig macht auf den Inhalt. Auf diesen Kurztext dürfen Sie ruhig Zeit verwenden – er sollte den Grundkonflikt erklären: Wer ist Ihre Hauptfigur, was will sie und was steht dem entgegen? Spicken Sie bei Klappentexten, diese werden oft nach einem ähnlichen Muster geschrieben. Das Exposé sollte außerdem einen längeren Inhaltstext enthalten, der die gesamte Geschichte inklusive aller überraschenden Wendungen und dem Ende enthält (maximal 3 Seiten) – optional auch Figurenskizzen von maximal 3-4 wichtigen Charakteren. Abschließend erklären Sie in der Vita, warum Sie die perfekte Autorin der Geschichte sind: Wenn es sich um einen Familienroman mit Hund handelt, dürfen Sie ruhig Ihren eigenen Kläffer erwähnen. Wenn der Roman auf Sizilien spielt, weil Sie dort zehn Jahre gelebt haben, schreiben Sie das! Und wenn es ein Thriller ist, bei dem die Hauptfigur Gerichtsmedizinerin ist, so wie Sie – dann sollten Sie das unbedingt in der Vita erwähnen.

4) Zeigen Sie, wie wichtig Ihnen Ihr Exposé selbst ist. Lassen Sie es Korrektur lesen. Legen Sie ein Anschreiben bei, in dem Sie kurz (!) Ihr Anliegen erklären. Achten Sie darauf, dass das Exposé weder Kaffeeflecken noch Rechtschreibfehler enthält.

5) Haben Sie Geduld. Es kann lange dauern, bis Sie eine Antwort erhalten – häufig schicken Verlage sogar gar keine Absageschreiben mehr und bitten darum, von Nachfragen abzusehen. Nach etwa vier Monaten können Sie davon ausgehen, dass Ihr Projekt nicht auf Interesse gestoßen ist – und sollten sich nach einer anderen Möglichkeit umsehen. Überarbeiten Sie es erneut, werden Sie Selfpublisher, stellen Sie es auf Plattformen wie www.deintextdeinbuch.de ein, um einen Agenten oder einen Verlag zu finden. Eine Absage bedeutet schließlich nicht notwendigerweise, dass Ihr Buch schlecht ist, sondern kann auch heißen, dass es nicht ins Verlagsprogramm passt. Geben Sie also nicht auf!

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