50.000 Strafe und mehr Vorsicht vor Wespen – das kann schmerzhaft werden

Das tut weh! Und damit meinen wir nicht nur den Wespenstich – wer eine Wespe ohne Grund tötet, muss mit einem Bußgeld von 50.000 Euro und mehr rechnen. Übrigens ist nicht nur das Töten strafbar – auch Fortpflanzungsstätten sind tabu.

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Sommer, Sonne, Wespenzeit

Sobald die Temperaturen steigen und der Sommer auf Touren kommt, lassen auch sie nicht lange auf sich warten – die Wespen. Sobald sich eines der schwarz-gelben Insekten nähert, geraten viele Menschen in Panik. Weglaufen, wildes Umherwedeln oder direkt die Fliegenklatsche in die Hand nehmen, sind die häufigsten Reaktionen. Doch diese ist genau das Falsche. Wespen sind auf der Suche nach Nahrung und werden von Limonaden-, Grill- oder Erdbeerkuchenduft angezogen. Je später der Sommer, desto mehr Wespen machen es sich auf unserem Gartentisch gemütlich, denn in dieser Zeit geht die Pflanzenblüte so langsam zu Ende.

Wespen stehen unter Naturschutz

Wespe ist nicht gleich Wespe! Allein in Deutschland gibt es über 10.000 Wespenarten. Einige unter Ihnen stehen auf der sogenannten "roten Liste", das bedeutet, sie gelten als besonders gefährdet und stehen unter Artenschutz. Wer einer dieser Wespen an den Kragen möchte, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro rechnen. Aber auch alle anderen Wespenarten gelten als wildlebende Tiere, für die das Gesetz gilt:§ 39 I Ziffer 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): "Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten." Somit ist es nicht erlaubt Wespen zu töten oder deren Fortpflanzungsstätten zu vernichten. Wer sich dem widersetzt, muss mit einer Geldstrafe von bis 5.000 Euro (bei nicht gefährdeten Wespenarten) rechnen.

Ausnahmen – was ist bei Gefahr erlaubt?

Natürlich gibt es auch hierbei Ausnahmen. Nehmen wir an, auf einem Kinderspielplatz ist ein Wespennest. In diesem Fall ist es ratsam sich an Schädlingsbekämpfer beziehungsweise Kammerjäger oder den Umweltschutzverein zu verwenden. Diese können den Wespenbau umsiedeln, ohne das jemand in Gefahr gerät. Auch wer auf seinem Grundstück eine Fortpflanzungsstätte findet, kann dort um Hilfe bitten.

Eine weitere Ausnahme gilt für starke Allergiker: Personen, die gegen Wespenstiche allergisch sind und somit im Falle eines Stiches in Lebensgefahr kommen, dürfen Wespen töten, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Was tun beim Wespenstich?

Wer nicht allergisch auf Wespen reagiert, kann mit einigen Hausmitteln (oder der Apotheke) Abhilfe schaffen:

  • mit einem Kühlpad oder Eiswürfeln kühlen (kühlend, lindet Schmerz und Juckreiz)
  • eine halbe Zwiebel auflegen (entzündungshemmend)
  • eine Zitrone halbieren (entzündungshemmend)
  • Umschlag mit Essig (kühlend, neutralisiert das Gift)
  • Speichel mit Zucker vermischen
  • spezielle Gels aus der Apotheke
  • spezielle Elektrostifte, durch die Hitze soll das Gift bekämpft werden