Digitale Welt Streaming, Online-Casino und Co. – unsere Hobbys werden immer digitaler

Dass unser Alltag längst digital ist, ist allen bewusst. Ohne die digitale Welt und deren Helferleins möchten wir nicht mehr leben und viele Hilfsmittel wollen wir auch gar nicht missen. Absprachen am Arbeitsplatz, im Freundeskreis, das schnelle Versenden von Nachrichten und das Festhalten von tollen Erlebnissen ist völlig digital und dank Smartphone immer möglich. Mittlerweile wirkt sich die Digitalisierung jedoch nicht nur auf den eigentlichen Alltag aus, sondern schließt die Hobbys mit ein. Auch sie gehen virtuell, wie dieser Beitrag zeigt.

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Online-Casino und Gaming

Sicherlich ist und bleibt die echte Spielerunde im Küchen- oder Wohnzimmertisch in vielen Familien oder auch in Freundeskreisen ein regelmäßiges Highlight. Nichtsdestotrotz verlagert sich das Spielgeschehen immer mehr ins Internet und ist dort gar nicht mehr fortzudenken:

  • Browsergames – fast jeder hat sie schon einmal gespielt. Angefangen mit den über Facebook beworbenen Games, die in der Timeline plötzlich jeder spielt, bis hin zu Spieleseiten von TV-Sendern, Zeitschriften oder auch unabhängigen Gaming-Portalen. Der Vorteil ist, dass diese Spiele wieder überall nutzbar sind, sofern eine Internetverbindung besteht.
  • Spiele-Apps – Pokémon Go, Quizduell, Wer wird Millionär – was haben diese Games gemeinsam? Sie sind alle für Smartphones und Tablets erhältlich und mitunter kostenlos im jeweiligen Appstore verfügbar. Die Apps bringen die Gamingwelt direkt auf das Smartphone, ganz ohne den Umweg des Browsers.
  • Online-Casinos – sie haben einen grandiosen Zulauf und bieten Interessierten die Glücksspielatmosphäre, ohne dass das Haus verlassen werden muss. Da die Casinos nicht die räumliche Problematik wie örtliche Spielhallen haben, ist die Spielauswahl enorm. Neben den klassischen Spielen und Automatengames gibt es mitunter Rubbellose und weitere sehr einfache Glücksspiele. Doch bei der Anbietersuche gilt es, viel zu beachten. Auch auf die Quote kommt es an – denn schließlich soll bei der Auszahlung ja alles fair ablaufen.

In den letzten zwei Jahren haben sich fast alle Anbieter von Games oder Casinospielen darauf eingerichtet, dass User vermehrt über mobile Geräte zocken. Somit lassen sich die Seiten wunderbar auf dem Smartphone navigieren, oft genug werden sogar von Casinos mittlerweile eigene Apps angeboten.

Streaming – das neue Fernsehen

Wer erinnert sich noch an die Zeiten, in denen Pro7 und Co. die Lieblingsserien zeigten? Natürlich nur, um mitten in der Staffel die Sendezeit zu ändern und die nächsten Folgen nicht mehr um 20:15 Uhr, sondern um 02:15 Uhr auszustrahlen? Wer schon über MSN mit der Welt verknüpft war, hatte noch ein ganz anderes Problem: Die ganze Welt war schneller, denn während man selbst auf Folge 1 der zweiten Staffel wartete, lief in den USA das Staffelfinale der dritten Staffel. Und heute? Die Digitalisierung hat uns das neue Fernsehen gebracht. Unser Fernsehen:

  • Überall – Streaming ist überall möglich, sofern eine Internetverbindung und ein internetfähiges Gerät verfügbar ist. Es löst auch die leidigen Diskussionen, ob nun der Partner Fußball im Wohnzimmer guckt oder man selbst eine Serie.
  • Jederzeit – die Inhalte der Streamingdienste sind immer verfügbar, sodass das TV-Erlebnis zur gewünschten Zeit immer möglich ist. Gut, eine Ausnahme gibt es: Enden Verträge, verschwinden Inhalte bei Netflix.
  • Was ich gucken will – die Auswahl ist nicht nur enorm, jeder kann immer wieder für sich entscheiden, was nun geschaut werden soll. Ist heute der Tag der Garten-Soaps, für eine Liebeskomödie oder darf es ein Schwenk in die Jugend sein? Beim Streaming macht der Zuschauer das Programm.
Mittlerweile gibt es diverse Streamingdienste, die sich mehr und mehr durchsetzen und die sich teils gar ergänzen.

Facebook-Gruppe statt Hobbyclub

Dies darf nicht als gegenseitiger Ausschluss verstanden werden, denn in der Tat ergänzen sich die virtuellen Gruppen oft hervorragend mit dem »Real Life Treffen«. Dies setzt jedoch voraus, dass die Gruppe bereits einen Hobbyclub vor Ort hat und es genügend Mitglieder gibt.

Auf Facebook ist es hingegen sehr einfach, Mit-Hobbyisten zu finden und sich gegenseitig auszutauschen. Sie lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:

  • Erfahrungsaustausch – wer nach Tipps und Tricks sucht, seinen Garten stolz präsentieren möchte oder sich über die bestimmte Themen unterhalten will, der hat es besonders leicht. In diesem Fall ist es unerheblich, ob die Gruppe regional begrenzt ist, denn Erfahrungen zur Tomatenzucht sind ebenso wertvoll, wenn sie aus England stammen, als wenn sie aus der Nachbarschaft kommen.
  • Gemeinschaften – sie gibt es fast für jede Sparte. Das Problem bei Gemeinschaften ist, dass sie zwar bei Hobbys, die eher isoliert betrieben werden, nützlich sein können, aber bei aktiven Hobbys oft vom eigentlichen Ausleben abhalten oder das einzelne Mitglied verunsichern. Teilnehmer in den Gruppen müssen für sich erkennen, dass Reden und Machen zwei unterschiedliche Dinge sind. Kurzum: In einer Facebook-Gruppe wurde noch nie ein Buch geschrieben, ein Bild gemalt oder ein Instrument gelernt.

Gerade Personen, die ohnehin schon recht reserviert im Umgang mit anderen Menschen sind, neigen durch die subjektiv gefühlte Zugehörigkeit zu einer virtuellen Gruppe dazu, den Schwerpunkt zu sehr aufs Virtuelle zu legen. Es sollte niemals vergessen werden, dass das gemeinsame, aktive »Real-Life-Ausleben« eines Hobbys wesentlich gehaltvoller und gesünder ist.

Einen negativen Aspekt, den alle Gruppen in jeglichen sozialen Netzwerken haben, ist, dass viele Mitglieder ein Scheinbild von sich zeigen, welches andere User leicht unter Druck setzt. Gerade jüngere User neigen dazu, ein Idealbild aus diesen Gruppen zu entwickeln, ohne zu realisieren, dass die wunderschönen Fotos mitunter gestohlen oder massiv bearbeitet wurden. Ist nun im realen Umfeld kein auffangender Freundeskreis vorhanden, kann die einst positive Gruppenerfahrung umschlagen.

Fazit – manchmal aus dem Fenster sehen

Die Digitalisierung ist klasse. Google spuckt direkt Rezepte aus und erklärt uns genau, warum der Brotteig pfannkuchengleich auf dem Schüsselboden klebt, Facebookgruppen geben Tricks und Kniffe in allen Lebenslagen, das Lieblingsgame ist immer mit dabei und die Lieblingsserie ohnehin.

So wertvoll wie die digitale Welt jedoch auch ist, sollte jeder zwischendurch hingehen und mal aktiv wenigstens aus dem Fenster sehen. Noch besser ist ein langer Spaziergang, ganz ohne Smartphone und Online-Anschluss. Denn es darf nicht vergessen werden, dass die virtuelle Technik trotz aller Möglichkeiten nicht dazu führen darf, seine Hobbys real auszuleben und Kontakt mit anderen zu pflegen. Das ist anstrengend, hilft aber durchaus, den Kopf wieder freizubekommen.

Datum: 31.07.2020