20. Januar 2021
Was genau ist Sodbrennen und was sind dabei Risikofaktoren?

Was genau ist Sodbrennen und was sind dabei Risikofaktoren?

Sodbrennen ist ein den meisten Menschen bekanntes unliebsames Phänomen, bei dem es dazu kommt, dass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und die Schleimhaut reizt. Es kommt zum Aufstoßen.

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Die Beeinträchtigungen als Reaktion auf das Sodbrennen sind unterschiedlich in Art und Ausprägung. Dort, wo der eine einen brennenden Schmerz verspürt, klagt der andere über einen unangenehmen Druck im Bereich des Brustbeins, im Oberbauch oder Übelkeit. Auch der Husten und die Heiserkeit gehören in die "Ecke" der Symptombildungen. Eine Reihe von Genussmitteln stehen ebenfalls im Verdacht, Sodbrennen zu begünstigen. Es gibt natürlich auch im Falle des Sodbrennens Gegenmaßnahmen, die der Betroffene ergreifen kann, um das Risiko dieser brennenden "Emporkömmlinge" zu verhindern die sich im Mund ausbreiten und auf die Zunge und die Zähne legen.

Bedeutungsschwer

Bevor Ursachenforschung betrieben wird, müssen ein paar Begriffe geklärt werden. Manchmal werden die Refluxkrankheit und das Sodbrennen im Hinblick auf ihre Definition in einen Topf geworfen. Beide Beschwerden sind zwar eng verwandt, jedoch nicht identisch. So gilt das Sodbrennen als ein Symptom der Refluxkrankheit, die einhergeht mit permanentem Rückfluss sauren Mageninhalts in die Speiseröhre. Im Gegensatz dazu tritt das Sodbrennen nur ab und zu auf und ist in der Regel durch sinnvolle Prävention in den Griff zu bekommen. Es gilt, bestimmte Nahrungsmittel und Getränke zu vermeiden. In den meisten Fällen lässt sich dadurch das Sodbrennen reduzieren. Kommt es zu häufigem Sodbrennen und läuft dabei jede Therapie ins Leere, kann das Sodbrennen auch Anzeichen für die Refluxkrankheit sein. Diagnostisch kann diese Erkrankung mit dem Verfahren der "24-Stunden-ph-Metrie" nachgewiesen werden. Dieses Verfahren ist äußerst effektiv. jedoch reichlich unangenehm. Eine Sonde wird durch die Nase bis zum Eingang des Magens geschoben, wo sie 24 Stunden verbleibt und misst.

"Risikofaktoren" bei Sodbrennen

Getränke

Menschen, die zu Sodbrennen neigen, sollten üblicherweise auf übermäßigen Alkohol-Genuss und Zigaretten verzichten. Durch diese Genussmittel wird vermehrt Magensäure produziert und der Schließmuskel, der am Eingang des Magens als Wächter fungiert, kann nicht mehr vollständig seinen "Dienst" versehen. Das wiederum ermöglicht den Rückfluss von Säure, den Reflux. Aber auch Kaffee, Tee und stark kohlensäurehaltige Getränke rufen das üble Brennen hervor und wirken kontraproduktiv bei Menschen, die zu Sodbrennen neigen.

Nahrungsmittel

Süßigkeiten wie Schokolade oder saure Gummibärchen, scharfes Essen und Pommes Frites fördern Sodbrennen. Zitrusfrüchte im Allgemeinen und Besonderen, fette Speisen und von all diesen Leckereien große Mengen sind im Prinzip tabu für Betroffene, ebenso wie spätes üppiges Dinieren. Darüber hinaus zählen auch psychologische Faktoren und spezielle Alltags-Rituale zu den Einflüssen, die sich positiv oder negativ auf das Sodbrennen auswirken.

Psychologische Faktoren

Hier muss an erster Stelle der Stress und Ärger erwähnt werden, der als verbreitete Ursache diskutiert wird. Wie sich beispielsweise Überlastung und Leistungsdruck auf die Arbeitsweise des Schließmuskels auswirken, ist noch nicht vollständig geklärt, dass sie Einfluss ausüben hingegen ist sicher. Im Bereich der funktionalen Steuerung des Schließmuskels ist noch viel Forschungsbedarf.

Physiologische Faktoren

Das Sodbrennen kann eine harmlose Ursache haben, es kann jedoch auch als ein Symptom für eine weitaus ernstere Erkrankung in Erscheinung treten. In der Schwangerschaft ist beispielsweise durch die Lage des Babys Sodbrennen eine häufige Unannehmlichkeit aber nicht besorgniserregend. Es gibt jedoch Erkrankungen, die mit einem Sodbrennen einhergehen, wie zum Beispiel eine Speiseröhrenentzündung oder eine Magenschleimhautentzündung, ein Reizmagen oder die Refluxkrankheit, die nach einer intensiven medizinischen Therapie verlangen.

Es ist immer ein Kraut dagegen gewachsen

Sodbrennen verlangt nach Abhilfe. Die kann in Form von Hausmitteln oder als chemische Keule erfolgen. Bekannt und "beliebt" ist Natron, kurz für Natriumhydrogencarbonat. Hoch lebe das handelsübliche Backpulver! Es sollte nur nicht zur gewohnheitsmäßigen Prozedur werden. Kaugummi ist ebenfalls beliebt und stilles lauwarmes Wasser. Bananen, trockenes Weißbrot oder Zwieback kannten schon die Großmütter vergangener Zeiten als Hilfe bei lästigem Sodbrennen. Es gibt auch immer Lösungen für die "Bedächtigen", die lieber vorsichtig vorgehen. Für alle die gibt es einige wirklich kluge Ratschläge. Sie sollten fünf Stunden vor dem Schlafengehen gar nichts mehr essen oder sich in eine aufrechte Positur bringen, sodass der Oberkörper erhöht liegt im Vergleich zum übrigen Leib. Kenner schwören darauf, sich bei Bedarf auf die linke Seite zu drehen. Dadurch, dass die "Magen-Eingangstür" oben liegt, hat die Magensäure es schwerer zurückzufließen. Der Löffel Senf ist hingegen etwas für die Hartgesottenen. Pflanzliche Mittel sind in der Apotheke erhältlich, ebenso wie die Klassiker der herkömmlichen Medizin, die H2-Antihistaminika oder Protonenpumpenhemmer, bekannt als PPI.

Am Ende

Sodbrennen ist unangenehm aber in der Regel harmlos. Sollte es häufig auftreten, muss diagnostisch abgeklärt werden, ob eine zugrundeliegende ernsthafte Erkrankung dafür verantwortlich ist. Ein Arzt führt in diesem Fall zunächst ein Gespräch, in dem es um die Lebensumstände und Essgewohnheiten des Betroffenen geht. Hier wird geklärt, ob es sich eindeutig um Sodbrennen handelt oder möglicherweise eine schwerwiegende Erkrankung dahinter steckt. Dafür gibt es eine Vielzahl an medizinischen Untersuchungen, unter anderem die Magenspiegelung, die gemacht werden können, um mit Sicherheit eine vernünftige Diagnose zu bekommen. Wird in diesem Zusammenhang zweifelsfrei geklärt, dass es sich "nur" um einen Fall von Sodbrennen handelt, gibt es eine Fülle an Hausmitteln, Heilpflanzen und Medikamente, die eingenommen werden können und mehr oder weniger gut helfen mit mehr oder weniger ausgeprägten Nebenwirkungen. Der goldene Mittelweg ist bewusste und angepasste Ernährung bei Sodbrennen. Jedoch auch sportliche Betätigung und Maß halten beim Genuss von Alkoholika, süßen Verführungen, schweren Gerichten und in der Gewürzküche.

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