10. März 2019
Körper-Signale: Das bedeuten sie!

Körper-Signale: DAS will dein Körper dir damit sagen!

Frauen ticken anders als Männer – generell, im Verlauf ihres Lebens und bei Krankheiten. Wir verraten, warum Sie die Signale ihres Körpers kennen und auf welche Sie besonders achten sollten.

Frauen-Gesundheit
© iStock/ pixelfit
Frauen-Gesundheit

1. Gendermedizin

Gendermedizin beschäftigt sich mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten in Gesundheitsfragen bei Männern und Frauen. „Die 79 Gene auf dem Y- und 1500 auf dem X-Chromosom und die unter- schiedlichen Sexualhormone sind nicht der einzi- ge Unterschied“, erklärt Prof. Dr. med. Alexandra Kautzky-Willer, die zu diesem Thema an der Medi-Uni Wien forscht. Natürlich nutzt das beiden, aber ihr Fokus liegt auf der Gesunderhaltung und individualisierten Behandlung der Frau. Es gibt einiges aufzuholen, da Schulmedizin Frauen bislang nicht differenziert genug betrachtet. So werden Medikamentenstudien meist nur mit Männern gemacht, da ihre Werte nicht im Zuge eines Monatszyklus schwanken.

Doch Frauen funktionieren physiologisch anders. Sie haben allein aufgrund ihres komplizierteren Sexualhaushalts und des unterschiedlichen Stoffwechsels bis zu 70 Prozent mehr Medikamentennebenwirkungen, einige wirken bei ihnen auch weniger. Das Thema ist in vielen Arztpraxen noch nicht angekommen. Daher sollten wir auch selbst auf uns achten und die Signale unseres Körpers gut überprüfen.

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2. Hitzewallungen

Ein typisch weibliches Symptom ist schubweise aufsteigende Hitze, welche oft nur wenige Minuten dauert. Die Pulsfrequenz steigt, die Wangen glühen, es kann zu starken Schweißausbrüchen kommen. Hitzewallungen deuten auf das Einsetzen der Menopause hin. Drosselt der Körper zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr die Östrogenproduktion, erscheinen mitunter so starke Begleiterscheinungen, dass der Arzt eine Hormonersatztherapie verordnet. In anderen Fällen helfen pflanzliche Präparate mit Traubensilberkerzen-Extrakt, welcher die Temperaturregulation des Körpers unterstützt (z. B. „Remifemin“).

3. Diagnose

Selbst bei dem Erkennen ernster Erkrankungen fallen Frauen in einigen Bereichen glatt durchs Raster, da die Untersuchungskriterien meist nur auf männliche Symptomatik eingestellt sind.

Ein Beispiel hierfür ist Diabetes: Hier misst der Arzt meist nur wie bei Männern den Nüchtern- Blutzucker. Ist er im Rahmen, wird nicht weiter nachgeforscht. Bei Frauen jedoch ist zur Diabetes-Früherkennung lediglich der Zuckerbelastungstest wesentlich aussagekräftiger. Er kann bereits vor Ausbruch der Erkrankung eine Störung der Glukosetoleranz nachweisen.

4. Immunsystem

Wie und wie schnell wir erkranken, hängt ebenfalls vom Geschlecht ab. Immunologen der Universität Innsbruck etwa fanden heraus, dass Männer aufgrund einer anderen Immunantwort häufiger krank werden als Frauen, deren Abwehrsystem schneller und aggressiver auf Erreger reagiert.
Hintergrund sind wieder einmal die Gene, denn Frauen haben im Gegensatz zu Männern gleich zwei X-Chromosomen, auf denen besonders viele Gene liegen, die für die Abwehrprozesse wichtig sind.
Weiterer Vorteil: Das weibliche Sexualhormon Östrogen pusht die Bildung von Abwehr­zellen, sein Gegenspieler Testosteron dagegen hat einen negativen Effekt.

5. Nachlassende Libido

Job, Familienmanagement, Beziehungsprobleme – der Alltag vieler Frauen bietet ohnehin kaum noch Zeit für ein romantisches Beisammensein mit dem Partner. Vielen vergeht da schlicht die Lust. Was hilft?
Sporteinheiten zum Stressabbau, zeitliche Freiräume und Umdenken: Statt reines Funktionieren, freies Genießen oben auf die Prioritätenliste setzen. Nahrungsmittel wie Avocado, Feigen, Lachs oder dunkle Schokolade gelten als anregend. Ein heißer Tipp, den schon Azteken und Mayas kannten, ist die Pflanze Damiana. Mit ihren ätherischen Ölen, Flavonoiden und Koffein gilt sie als aphrodisierend – als Tee oder in Tablettenform (z. B. „Libilo- ges“).

Steckt körperliches Unwohlsein durch Scheidentrockenheit dahinter, sollte die Pflegeroutine auf milde Produkte umgestellt und eventuell durch eine Feuchtigkeitspflege ergänzt werden (z. B. „Vagisan“). Rund 10 Prozent leiden sehr unter ihrer mangelnden Libido. Dann kann auch der Arzt helfen.

6. Haarausfall

Laut Statistik leiden 20 Prozent der Frauen an Haarverlust. Das kann an einem Nährstoffmangel liegen. Betroffene sollten daher beim Arzt die Blutwerte checken lassen. Oft stecken frauenspezi­fische „Problemwerte“ wie Eisen oder Vitamin D dahinter, die sich über Nahrungsergänzungsmit- tel (z. B. „Verla Eisen“, „Taxofit Vitamin D3“) ausgleichen lassen. Aber auch Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion sowie eine Störung des Hormonhaushalts können der Grund sein. Bei genetisch bedingtem Haarausfall bremsen Präparate mit dem Wirkstoff Minoxidil das Fortschreiten und lindern die Symptome (z. B. „Minoxidil Bio-H-Tin“).

7. Müdigkeit

Bekommen Sie trotz ausreichender Nachtruhe kaum die Augen auf? Nehmen Sie Ihren Speiseplan unter die Lupe. Hintergrund kann ein Ungleichge­wicht im Säure­Basen­Haushalt sein. Da wir in der Regel übersäuert sind, ist es hilfreich, auf basische Lebensmittel zu setzen (grünes Gemüse), das Mi- neralien wie Kalium, Kalzium, Zink oder Eisen enthält.

Auch Nahrungsergänzungen (z. B. „Basica Direkt“) können beim Säurenabbau helfen und so für mehr Energie sorgen. Eine Zusammenstellung von Vitaminen und Mineralien gibt es auch speziell auf weibliche Bedürfnisse zugeschnitten in Tablettenform (z.B. "Doppelherz System Für Sie").

8. Rückenschmerzen

In repräsentativen Studien – z. B. des Robert Koch Instituts – wurde festgestellt, dass Frauen deutlich mehr an Rückenschmerzen leiden als Männer – und das zudem sprachlich verharmlosen: „Ach, das ist ja nur ein Zipperlein“. Sind sie meist eben nicht – besser einen Arzt konsultieren!
Die Ursache kann auch stressbedingt sein. Die Gendermedizinerin Alexandra Kautzky-Willer erklärt: „Das Stress- System der Frauen ist wesentlich empfindlicher als das des Mannes. Und ihre Bewältigungsstrategien sind schlechter“. Gestresste Frauen werden noch empathischer, was ihr Stresslevel weiter steigen lässt. Vitamin B 12 stärkt die Nerven (z. B. „B 12 Ankermann“). Das Gedankenkarussell am Abend bremsen Hopfen und Baldrian (z. B. „Calmedo- ron“). Tipp: Zwischendurch eine Tasse Tee genie- ßen (z. B. „Ruhig Blut“ von Mom to Mom).

9. Bauchschmerzen

Frauen sind anders und haben andere Schmerzen. Ein gravierendes Beispiel dafür ist der Herzinfarkt: „Während Frauen eine Herzattacke oft vor allem als Oberbauchschmerz, Atemnot, Nackenschmerz oder Übelkeit wahrnehmen, gelten brennende Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen, Angstgefühle und kalter Schweiß als die klassischen oft alleinigen Herzinfarktsymp- tome“, so die Expertin. Ein Irrglaube, der nicht wenige Ärzte bei Frauen einen akuten Infarkt oft nicht erkennen lässt.

10. Tinnitus

Ohrgeräusche sind Indikatoren eines Tinnitus – bei allen. Doch nach einer Studie der Berliner Charité differieren die Begleiterscheinungen zwischen den Geschlechtern: Bei Männern ist die Schwerhörig- keit objektiv stärker ausgeprägt, bei Frauen überwiegt das subjektive Gefühl der Beeinträchtigung.

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