13. Juli 2021
Hinterkopfschmerzen und Co: Das steckt dahinter

Wo tut es weh? — was Dir Hinterkopfschmerzen und Co. sagen wollen

Hinterkopfschmerzen, ein Klopfen hinter den Schläfen oder ein Druckgefühl hinter den Augen: Kopfschmerzen können sich unterschiedlich anfühlen und an vielen unterschiedlichen Stellen Deines Kopfes auftreten. Welche Gründe es dafür jeweils gibt, liest Du hier.

Frau hält sich die Hände vor das Gesicht
© Unsplash/Anthony Tran

Eins vorweg — unabhängig von der Lage der Kopfschmerzen unterscheiden Experten grundsätzlich zwischen zwei Kopfschmerzarten: primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Erstere umfassen all jene Schmerzen, die keine offensichtliche und erkennbare Ursache aufweisen. Dazu zählen beispielsweise Vertreter wie Migräne, Cluster- oder Spannungskopfschmerzen. Sobald ein konkreter Auslöser für die Schmerzen vorliegt — etwa eine Krankheit oder Gebrauch beziehungsweise Entzug bestimmter Substanzen (Alkohol, Drogen, Medikamente) — sprechen Mediziner von sekundären Kopfschmerzen. Welcher Zusammenhang besteht jedoch zwischen den Schmerzen und dem Ort ihres Auftretens?

Hinterkopfschmerzen: Wenn der Hinterkopf betroffen ist

Sobald sich Schmerzen im hinteren Bereich des Kopfes bemerkbar machen, kann das Verschiedenes bedeuten. In der Regel zeichnen sich für diese Art von Kopfschmerzen Stress und damit einhergehend muskuläre Verspannungen im Nacken oder in den Schultern verantwortlich. Darüber hinaus ist es beispielsweise auch möglich, dass eine Erkältung vorliegt, bei der sich die sogenannte Keilbeinhöhle entzündet hat. Sie ist ein Teil der Nasennebenhöhlen und beheimatet etwa die Kopfschlagader oder den Sehnerv. Entzündet sich diese Nebenhöhle, kommt es — etwa aufgrund von Schwellungen der Schleimhäute oder durch Ansammlungen von Sekret — zu Veränderungen der Druckverhältnisse im Kopf. Dies kann Hinterkopfschmerzen als Folge nach sich ziehen.

In selteneren Fällen kann auch eine Gehirnerschütterung oder eine Neuralgie (Nervenentzündung) zu derartigen Beschwerden führen. Wenn Du mehr wissen möchtest zu Hinterkopfschmerzen: Ursachen & Behandlung werden hier noch ausführlicher beleuchtet.

Wie kommt es zu Kopfschmerzen in der Stirn?

Ähnlich wie bei Hinterkopfschmerzen können entzündete Nebenhöhlen ebenfalls die Ursache sein, allerdings sind es hier Stirnhöhlenentzündungen, die für Kopfschmerzen im Bereich der Stirn sorgen. Diese Beschwerden treten meist während einer Erkältung auf und werden von Betroffenen häufig als starkes Druckgefühl oder als Spannungsschmerzen in der Stirn wahrgenommen. Auch hier stecken für gewöhnlich

  • Schwellungen der Schleimhäute,
  • damit einhergehender Sekretstau und
  • die Ansiedelung von Viren oder Bakterien in den Nebenhöhlen

hinter den Schmerzen. Mitunter ist es möglich, dass die Kopfschmerzen von der Stirn etwa auch bis über die Augen ausstrahlen.

Gleiches ist denkbar bei migräneartigen Kopfschmerzen, die zum Beispiel von einer Aura (Wahrnehmungs-, Sehstörungen und Missempfindungen) begleitet werden. Nicht selten beginnen die Kopfschmerzen hier im Bereich der Stirn und erstrecken sich bis hinunter zu den Augen. Experten gehen davon aus, dass bei Migränikern die Nervenweiterleitung an das Gehirn gestört ist und dieses oft hypererregbar, also besonders reizempfindlich ist.

Des Weiteren leiden nicht selten auch Menschen mit einer Gürtelrose — ein schmerzhafter Hautausschlag, der auch im Gesicht auftreten kann — unter brennenden oder stechenden Kopfschmerzen in der Stirn. Übeltäter sind Viren, die vor allem bei Kindern für Windpocken verantwortlich sind. Diese Viren verbleiben das gesamte Leben lang im Körper und können auch im Erwachsenenalter noch zu einem Ausbruch der Gürtelrose führen.

Kopfschmerzen an der Schläfe

Die Schläfen (seitlich am Kopf zwischen Augen und Ohren) zählen zu den sehr empfindlichen Stellen des Körpers, durch die einige Nervenbahnen und Blutgefäße verlaufen. Typisch für Kopfschmerzen im Bereich der Schläfe sind bohrende oder stechende Schmerzen, die auf die Partie um die Augen oder sogar bis in den Kiefer ausstrahlen können. Je nach zugrundliegender Ursache treten sie entweder nur einseitig oder beidseitig auf.

Als mögliche Auslöser kommen beispielsweise die Folgenden infrage:

  • muskuläre Verspannungen im Kieferbereich (etwa durch Stress und damit einhergehendem Zähneknirschen)
  • unbehandelte Fehlsichtigkeit und überanstrengte Augen (vor allem bei viel Arbeit am Bildschirm)
  • Augenerkrankungen (zum Beispiel ein entzündeter Sehnerv)
  • Verletzungen des Schläfen- oder Jochbeins (beispielsweise aufgrund von Prellungen oder Knochenbrüchen)
  • rheumatische Krankheiten (insbesondere Arteriitis temporalis, bei der sich Blutgefäße im Schläfenbereich entzünden)

Ebenso können Kopfschmerzen im Bereich der Schläfen auch im Zusammenhang mit anderen Kopfschmerzarten — wie etwa Migräne- oder Clusterkopfschmerzen — auftreten.

Unabhängig davon, unter welcher Art von Kopfschmerzen Du leidest und in welchem Areal diese im Einzelfall zum Vorschein kommen: Wende Dich in jedem Fall an einen Allgemeinarzt, sobald die Schmerzen stärker sind als normal und länger als üblich anhalten. Schmerzen als solche sind immer ein Warnzeichen des Körpers und können auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen, die im Idealfall möglichst früh erkannt werden. Beschreibe dem Arzt möglichst detailliert, wo Deine Kopfschmerzen lokalisiert sind, so ist die Diagnosestellung am effektivsten und der Mediziner kann zeitnah eine passende Behandlung für Dich einleiten.

Lade weitere Inhalte ...