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So verändert sich der Körper ab 35 Jahren

Wie sich dein Körper ab Ü35 verändert

Die Zeiten, in denen wir morgens voller Energie aus dem Bett gesprungen sind und die Wochenenden durchgetanzt haben, werden gefühlt etwas weniger. Wir erläutern dir, wie sich dein Körper ab dem 35. Lebensjahr verändert, und weshalb du den Lauf der Zeit nicht einfach hinnehmen musst – sondern aktiv gegensteuern kannst.

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Ab jetzt müssen wir für eine Top-Bikinifigur ein wenig mehr tun als nur Sonnenbaden

Tschüss, Bikini-Body?

Drei Tage gesund essen, etwas mehr bewegen, schon sind zwei Kilo runter und wir haben eine Baywatch-Figur? Ganz so schnell geht das ab 35 leider nicht mehr. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Muskeln werden schlaffer und das Bindegewebe speichert nicht mehr so viel Wasser.

Dennoch ist das kein Grund zum Verzweifeln, denn mit gesunder Ernährung, reichlich Flüssigkeit (und damit meinen wir nicht Alkohol wie zu wilden Partyzeiten) sowie regelmäßiger Bewegung in Form von Work-outs hältst du dich weiterhin super in Form. All die tollen Frauen um die 50 und 60 machen es uns vor: Wir können in jedem Alter unfassbar gut aussehen.

Wallemähnen werden zahmer

Während wir mit Anfang 20 noch den Granny-Hair-Look gefeiert haben, müssen wir jetzt damit umgehen können. Denn bereits ab dem 30. Lebensjahr kann der Ergrauungsprozess beginnen und mit 35 wird er möglicherweise schon sichtbarer. Außerdem wird das Haar mit zunehmendem Alter dünner.

Kein Grund, sich aus Sorge darüber noch mehr graue Haare wachsen zu lassen: Für eine gesunde Mähne solltest du deinen Körper ausreichend mit Eisen, Calcium und Zink versorgen. Auch die Vitamine B6, B12 und D sind wichtige Nährstoffe, die dabei helfen, dass dein Haar nicht so schnell ergraut und voller bleibt. Und dann gibt es zum Glück noch die unzähligen Farbtechniken beim Friseur deines Vertrauens.

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Gelassen bleiben: Yoga, Pilates und Entspannungsübungen helfen bei Blasenschwäche

Trampolin? Lieber nicht.

Vor allem Mütter, aber auch viele kinderlose Frauen, merken, dass ihre Blase spätestens ab dem 35. Lebensjahr ein wenig schwächer wird. Doch dagegen ist ein Kraut gewachsen: Brennnesseltee kann helfen und generell ist es förderlich, reichlich zu trinken (aber bitte keinen Kaffee oder Alkohol). Auch Beckenbodenübungen sind gut gegen Blasenschwäche. Probiere doch mal Pilates, Yoga oder Hula-Hoop-Training aus – als positiver Nebeneffekt steigert die Bewegung deine Fitness und senkt den Stresspegel.

Wechseljahre: jetzt schon möglich

In der Regel beginnt ab Mitte 40 die Phase der Wechseljahre. Studien belegen jedoch, dass sich auch bei Frauen ab Mitte 30 bereits erste Symptome zeigen können. Häufig werden diese gar nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Kopfschmerzen, Brustspannen, Zyklusschwankungen und vermehrte Wassereinlagerungen vor der Menstruation sind mögliche Anzeichen. Auch zyklusunabhängige Hitzewallungen, das Nachlassen der Libido, Scheidentrockenheit, Schlafstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Stimmungsschwankungen können auftreten.

Frau trägt Papoertüte auf dem Kopf bemalt mit einem traurigen Smiley
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Östrogenmangel kann der Grund für Gefühlsschwankungen oder eine depressive Verstimmung sein

Ursachen für Wechseljahresbeschwerden

Beschwerden während der Wechseljahre sind vor allem eine Folge des Östrogen- sowie des Progesteronmangels. Östrogene, darunter in erster Linie Estradiol, Estron und Estriol, zählen zu den wichtigsten Hormonen im weiblichen Körper. Sie haben einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und den Zyklus der Frau, aber auch auf die Haut und die Haare sowie auf den Zuckerstoffwechsel. Darüber hinaus wird ihnen eine stimmungsaufhellende (antidepressive) Wirkung zugesprochen.

Auch Progesteron ist wichtig für den Körper, die Fruchtbarkeit und den Zyklus der Frau. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Somit ist es entscheidend für die Entstehung und den Erhalt der Schwangerschaft. Progesteron bzw. seine Stoffwechselprodukte dienen aber auch als Botenstoffe für das Gehirn. Sie wirken angstlösend und schlaffördernd.

Der Hintergrund für mögliche Beschwerden ist, dass die Hormonproduktion in den Eierstöcken im Verlauf der Wechseljahre immer weiter abnimmt und mit Eintritt der Menopause die Aktivität der Eierstöcke komplett erlischt.

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Bei einer Hormonersatztherapie sind die Hormone individuell dosierbar und gelangen wahlweise über die Haut ins Blut

Linderung dank Hormonersatztherapie

Wir Frauen müssen die Veränderungen, die die Wechseljahre mit sich bringen, nicht einfach hinnehmen – wir können gegensteuern, um unsere Lebensqualität zu erhalten: Eine Hormonersatztherapie (Hormone Replacement Therapy, HRT) kann beispielsweise die Beschwerden lindern. Dem Körper werden dabei lediglich die Hormone zugeführt, die während der Wechseljahre immer weniger produziert werden. Für die Hormonersatztherapie kommt vor allem das aus pflanzlichen Vorstufen (z. B. Yamswurzel oder Soja) hergestellte Estradiol in Frage. Es ist mit dem körpereigenen Estradiol der Frau identisch und wird daher als bioidentisches Hormon bezeichnet – man spricht in dem Fall von einer bioidentischen Hormonersatztherapie.

Bei der Hormonersatztherapie lassen sich die Hormone je nach Präparat individuell dosieren. Mit einer Creme, einem Gel, Pflaster oder Spray gelangen sie über die Haut direkt ins Blut. Hormontabletten durchlaufen stattdessen die Leber, was durch die entstehenden Abbauprodukte das Risiko für Nebenwirkungen wie beispielsweise Thrombosen erhöhen kann.

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Eine gesunde Ernährung sowie eine Hormonersatztherapie mit Estradiol, auf der Basis vonYamswurzel oder Soja, können Wechseljahresbeschwerden lindern

Wie wirksam ist eine Hormonersatztherapie?

Zahlreiche Studien bestätigen, dass eine Hormonersatztherapie typische Wechseljahresbeschwerden lindern kann. Daher bezeichnen deutsche Fachgesellschaften die Hormonersatztherapie als wirksamste Behandlungsform sogenannter vasomotorischer Symptome, wie z. B. Hitzewallungen und Nachtschweiß. Auch andere mit den Wechseljahren verbundene Beschwerden können verbessert oder behoben werden, etwa Schlafstörungen, depressive Verstimmungen oder Knochen- und Gelenkbeschwerden.

Wähle, wie du dich fühlen möchtest

Du entscheidest selbst, was Ü35 für dich und deinen Körper bedeutet. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Entspannung und ausreichend Schlaf ist schon mal die beste Basis für mehr Wohlbefinden. Darüber hinaus kannst du deine Ärztin oder deinen Arzt auf eine Hormonersatztherapie ansprechen und dich beraten lassen.

Mehr Infos zu dem Thema sowie zu Therapiemöglichkeiten findest du unter wechseljahre-verstehen.de

 

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