Zu klein, zu groß? Unzufriedenheit mit der Oberweite: Das können Frauen tun

Von allen Merkmalen, die Frau und Mann unterscheiden, ist der Busen das wohl öffentlichste. Er lässt sich kaum verstecken und gilt als Symbol für Attraktivität und Fruchtbarkeit. Sobald die eigene Brust gängigen Normen nicht entspricht, haben es Frauen schwer. Nicht nur psychische Probleme, sondern auch körperliche Beschwerden sind mögliche Folgen. Nur richtig ist es daher, Auswege zu kennen und sie verantwortungsbewusst zu nutzen.

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Die Form des Busens ist mehr als nur Optik 

Die weibliche Brust wird in ihrer Bedeutung häufig verkannt. Männer unterschätzen die Wichtigkeit, die eine schöne Oberweite für Frauen spielt. Und Frauen, die keine Probleme mit ihr haben, mangelt es nicht selten an Verständnis für das Leid, das entstehen kann, wenn die Brust zu groß oder zu klein ist. Dabei sind Sorgen im Hinblick auf die Oberweite keineswegs selten. In einer Umfrage aus 2016 zeigte sich, dass rund vierzig Prozent der Befragten in Sorge wegen der Straffheit ihres Busens waren. 34 Prozent sorgten sich aufgrund der Größe, 32 Prozent belastete die Form und 29 Prozent fühlten sich nicht unbesorgt, was die Optik ihres Dekolletés betraf. 
 

Mehr als jede dritte Frau also kämpft mit mindestens einer Schwierigkeit. Dass hierunter auch jene fallen, deren Brust im Grunde vollkommen durchschnittlich und attraktiv aussieht, weist auf die schlimme Lage von Frauen hin, die diesen Luxus nicht genießen. Sobald die eigene Brust zu klein ausfällt – viele Frauen haben dieses Gefühl bereits ab Körbchengröße A – geht die wahrgenommene Weiblichkeit verloren. Betroffenen fehlt das Selbstbewusstsein und es fällt ihnen schwer, sich so zu nehmen, wie sie sind. Bei sehr großen Brüsten besteht zusätzlich zum optischen Aspekt ein weiteres Problem. Sie nämlich wiegen im wahrsten Sinne des Wortes schwer und können für Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und Haltungsschäden sorgen. Immerhin wiegen beide Brüste bei Körbchengröße D zusammen bereits über 1,3 Kilogramm. Offiziell gibt es jedoch Cup-Größen bis hin zum Buchstaben H und selbst diese reichen nicht immer aus, um sehr große Brüste zu halten. 

Ob zu klein oder zu groß: Unzufriedenheit mit der Oberweite kann tief in die Seele einer Frau eindringen. Störungen des Selbstbewusstseins, Beziehungsunfähigkeit, soziale Ängste und Fehlwahrnehmungen in Bezug auf das eigene Erscheinungsbild sind nur ein Teil dessen, was Betroffene belastet. Auch Depressionen sind eine mögliche Folge. Und selbst wenn das Verständnis des Partners vorhanden ist, bedroht Unzufriedenheit mit dem Körper auch die Stabilität der Beziehung. Wird nichts unternommen, kann die Oberweite Auslöser für dramatische Entwicklungen im Leben einer Frau sein. Daher sind Operationen keine Luxus-Spielereien, sondern häufig die einzige Rettung. 

Brustvergrößerungen: Möglichkeiten und wann sie sinnvoll sind 

Bei zu kleinen Brüsten haben Frauen die Chance, diese im Rahmen einer Operation vergrößern zu lassen. Vor diesem Eingriff ist es selbstverständlich nötig, einen professionell agierenden und vor allem erfahrenen Arzt aufzusuchen. Er sollte sich nicht nur als kosmetischer Chirurg bezeichnen, da dieser Begriff nicht geschützt ist. Besser aufgehoben sind Frauen bei Fachärzten für plastische Chirurgie, denn diese haben wenigstens sechs Jahre Erfahrung gesammelt und eine Zusatzausbildung absolviert. 
 

Grundsätzlich gibt es bei der Brustvergrößerung zwei Optionen: Das Einsetzen von Implantaten und die Vergrößerung mit Eigenfett. 

Bei Implantaten können Frauen heute zwischen solchen aus Silikon, solchen mit Kochsalzlösung und Kombinations-Implantaten wählen. Auch hier hilft der beratende Arzt bei der Wahl des Materials und der richtigen Form. Das Implantat wird nach einem Schnitt eingesetzt, wobei auch die Lage des Implantats vorher genau bestimmt werden muss. Nach der Operation sollte das Implantat sicher sitzen. Es kann jedoch auch bei diesem inzwischen immer häufigeren Eingriff zu Komplikationen wie einer Kapselfibrose, Abstoßungsreaktionen oder auch Drehungen des Implantates in der Brust kommen. Implantate mit aufgerauter Oberfläche senken das Risiko für eine Kapselfibrose, weswegen sie heute üblicherweise zum Einsatz kommen. 

Frauen, die die Kosten für eine Brustoperation vergleichen und auch verschiedene Methoden kennenlernen wollen, werden zusätzlich auf die Vergrößerung mit Eigenfett stoßen. Hier wird ihnen eigenes Fett – beispielsweise aus dem Hüft-, Bauch- oder Oberschenkelbereich – entnommen, das dann mit Hilfe von Kanülen in die Brust gespritzt wird. Zu Beginn wirkt die Brust etwas größer, da es zu einem natürlichen Abbauprozess kommt, den der Arzt einkalkuliert. Etwa siebzig bis achtzig Prozent des eingebrachten Fettes bleiben nach rund sechs Wochen erhalten. Die Eigenfett-Behandlung gilt im Vergleich zur Vergrößerung mit Implantaten als weniger risikoreich, eignet sich jedoch nur für überschaubare Dimensionen. Mehr als eine zusätzliche Körbchengröße lässt sich mit dieser Methode kaum schaffen. 

Wenn die Oberweite belastet: Den Busen verkleinern lassen 

Dass die eigenen Brüste zu groß werden, liegt nicht immer nur an falschen Essgewohnheiten. Natürlich sorgt ungesunde Ernährung zu Übergewicht und somit auch zu einem Fettzuwachs im Bereich des Busens, es gibt jedoch zahllose Frauen, bei denen dies nicht der Grund ist. Ihre Brust wächst natürlicherweise stärker als die anderer Frauen und übersteigt somit klassische Körbchengrößen bei Weitem. 

In diesem Fall greift der Facharzt zu Operationsmethoden, die die Brust verkleinern. Diese OP jedoch darf erst dann stattfinden, wenn eine Frau bereits ein Kind geboren und seit mindestens acht Monaten abgestillt hat, denn es ist nicht sicher, dass das Stillen mit einer verkleinerten Brust weiterhin möglich bleibt. Entnommen werden bei einer Brustverkleinerung sowohl Drüsen- als auch Fettgewebe und Haut. Eine vollständige Rekonstruktion der Brust inklusive der Neuplatzierung von Brustwarzen ist in aller Regel notwendig. Hier gibt es unterschiedliche Techniken wie den T-Schnitt oder L-Schnitt. Auch dieser Eingriff sollte zwingend von einem erfahrenen Facharzt durchgeführt werden, da bei der Rekonstruktion sehr sensible Nerven verlagert werden müssen. Ginge hier etwas schief, könnte das die Empfindungsfähigkeit der Patientin nachhaltig beeinträchtigen.