Tipps: Natürlich beschwerdefrei durch die Wechseljahre

Die Wechseljahre sind für viele Frauen mit typischen Beschwerden verbunden. Nicht nur die Angst vor einem Abfall der Libido oder vor vermehrter Scheidentrockenheit geht in den Köpfen vieler Frauen als Schreckgespenst herum. Sie fürchten sich auch vor Hitzewallungen, Unwohlsein und Osteoporose. Die gute Nachricht ist: die Wechseljahre sind häufig nicht nur weniger schlimm als angenommen, viele Beschwerden lassen sich auch auf ganz natürliche Weise abmildern. Dabei sind etwa Isoflavone sehr hilfreich, die in Lebensmitteln vorkommen, aber auch als spezielle aufbereitete Mikronährstoffe eingenommen werden können.

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Was sind Isoflavone?

Isolflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe, das heißt, sie werden von Pflanzen gebildet. Sie sind nicht unbedingt notwendig für den Körper, wie etwa Vitamine oder Mikronährstoffe, können aber in bestimmten Situationen sehr hilfreich sein. Sie vervollständigen eine ausgewogene Ernährung und unterstützen die Gesundheit.
 
Isoflavone sind von ihrer chemischen Struktur her dem körpereigenen Hormon Östrogen sehr ähnlich. Darum wirken sie im Körper auf eine ganz ähnliche Weise und können in den Wechseljahren, wenn der Anteil des Östrogens sinkt, diese Veränderung zu einem Teil wieder ausgleichen. Aus diesem Grund heißen Isoflavone auch Phytohormone, also Pflanzenhormone.
 
In welchen Lebensmitteln kommen die Pflanzenhormone vor?
 
Die größte Menge an Isoflavonen findet sich in Soja und Lebensmitteln, die auf Soja basieren. Tofu, Sojabohnen, Misopaste, Tempeh, Sojabohnenpaste aber auch Äpfel enthalten die beiden bekanntesten Unterformen der Isoflavone, nämlich Daidzein und Genistein in unterschiedlichen Konzentrationen.
 
Ein anderes Phytoöstrogen sind Lignane. Sie kommen in einheimischen Lebensmitteln wie Leinsamen, Kürbiskernen, Roggen, Gerste, Brokkoli und Nüssen in nennenswerter Konzentration vor.
 
Asiaten und ihre Lebensweise und die Wechseljahre
 
Asiaten nehmen durch ihre tägliche Ernährung mit viel Soja auf ganz natürliche Weise die Phytohormone auf. Das ist einer der Gründe, warum asiatische Frauen deutlich weniger unter Beschwerden bei den Wechseljahren zu leiden haben. Der zweite wichtige Faktor ist die Bewegung, die in Asien ganz selbstverständlich zum täglichen Leben gehört. Man hat festgestellt, dass Asiatinnen, die in die USA auswandern und sich den dortigen Lebensbedingungen anpassen, auch unter ähnlichen Wechseljahresbeschwerden zu leiden haben.
 
Wie werden die sekundären Pflanzenstoffe vom Körper verarbeitet?
 
Die Isoflavone werden nach dem Essen über den Dünndarm aufgenommen und zur Leber transportiert. Von dort aus wandern sie über das Blut zu den Organen. Ausgeschieden werden sie dann über die Galle oder den Dickdarm, wo sie im Stuhl nachgewiesen werden können.
 

Wie helfen Isoflavone in den Wechseljahren?

 
Die Wechseljahre bringen ein Absinken der Östrogen-Konzentration mit sich, was bei vielen Frauen zu Hitzewallungen oder Depressionen, manchmal aber auch zu Osteoporose führen kann. Dadurch, dass Isoflavone ähnlich wie die körpereigenen Hormone wirken, können sie den Verlust des Hormons teilweise ausgleichen. Eventuell verhindern sie sogar den Abbau des Östrogens. Die Wirkung ist zwar etwas schwächer als bei einer klassischen Hormonersatztherapie, dafür ist die Wirkungsweise natürlicher und wird von den meisten Frauen besser vertragen. In einer Studie mit 1.710 Probanden zeigte sich, dass bei einer Einnahme von Soja-Isoflavonen über mindestens zwölf Wochen die gefürchteten Hitzewallungen um ein Viertel reduziert werden konnten.
 
Es wird empfohlen, 40 und 90 Milligramm Isoflavone pro Tag einzunehmen, um Wechseljahresbeschwerden lindern zu können. Vorher sollte man jedoch seinen Arzt konsultieren, um den Hormonspiegel zu überprüfen und festzustellen, ob überhaupt körpereigenes Östrogen fehlt.
 
So wirken Isoflavone gegen Knochenabbau
 
Es gab Experimente, bei denen nachgewiesen wurde, dass die Pflanzenhormone auch gegen den Knochenabbau, die gefürchtete Osteoporose wirken können. Die Asiaten sind hier jedoch ohnehin schon ein gutes Beispiel. Sie haben ein wesentlich geringeres Risiko, sich die Hüfte zu brechen, als Menschen in europäischen Ländern. Isoflavone können die Knochendichte um mehr als die Hälfte steigern. Das funktioniert, indem sie im Körper die Östrogen-Rezeptoren aktivieren, die sich an den Knochen befinden. Dadurch wird die Einlagerung von Kalzium natürlich gefördert.
 
Senken Pflanzenhormone das Brustkrebs-Risiko?
 
In Bezug auf das Thema Brustkrebs sind Isoflavone seit Jahren in der Diskussion. Früher ging man davon aus, dass sie das Risiko erhöhen, an Brustkrebs zu erkranken, neuere Studien weisen allerdings auf das Gegenteil hin. Es heißt nun, dass die Abwehrzellen des Körpers gerade durch das Genistein aktiviert werden.
 

Wie sollten Frauen mit diesen Erkenntnissen umgehen?

 
Die immer noch anhaltenden Diskussionen rund um die Isoflavone und andere Pflanzenhormone zeigen, dass es nicht immer einfach ist, genaue Kenntnis über die Wahrheit zu erfahren. Der Hinweis jedoch, dass asiatische Frauen deutlich weniger Beschwerden in den Wechseljahren haben, gibt Anlass zu der Hoffnung, dass bei einer zumindest teilweisen Adaption ihrer Ernährung auch die eigenen Beschwerden gelindert werden können.
 
Notwendig ist jedoch zweifellos ein Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker, der den Hormonstatus im Blut kontrollieren kann. Werden nun leichtfertig Medikamente verschrieben, ohne dass auf Alternativen hingewiesen wird, sollte eine zweite Meinung eingeholt werden.
 
Neben der gezielten Zufuhr an Pflanzenhormonen, um den sinkenden Anteil an Östrogenen auszugleichen, ist eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen pflanzlichen Anteil der Gesundheit ohnehin förderlich. Es ist niemals zu spät, um seinen Lebenswandel etwas anzupassen und dadurch einen gesünderen Lebensstil zu etablieren! Moderate Bewegung, viel Obst und Gemüse sowie gute Fette und Öle, wenig bis kein Fleisch oder Milchprodukte und vor allem: wenig Stress und ausreichend Schlaf können die unliebsamen Beschwerden rund um die Wechseljahre lindern und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.