Therapie: Schuppenflechte Kann ich wegen Schuppenflechte eine Kur beantragen?

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an der Hautkrankheit Schuppenflechte – etwa die Hälfte davon sind Frauen. Die Krankheit gilt als nicht heil-, aber gut behandelbar. Abhängig von der Schwere der Symptome gibt es verschiedene Therapieansätze, darunter auch Kuren. Wir sagen, wie eine Kur helfen kann und wie sie beantragt wird.

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Was ist Schuppenflechte?

Eine Psoriasis, so die medizinische Bezeichnung für Schuppenflechte, äußert sich durch juckende Hautläsionen und übermäßige Schuppenbildung. Neben der Haut können aber auch Nägel und Gelenke betroffen sein, in seltenen Fällen sogar Organe wie die Niere. Daher ist die Schuppenflechte keine reine Hautkrankheit – als sogenannte Systemerkrankung kann sie den gesamten Körper betreffen. 
Schuppenflechte lässt sich, wie eingangs gesagt, nicht komplett heilen, aber es gibt derweil sehr effektive Behandlungsansätze, mit denen sich die Symptome lindern oder sogar vollständig unterdrücken lassen. Aber viele Betroffene haben über Jahre mit der Erkrankung zu kämpfen. Hier empfiehlt der Dachverband Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) zur Linderung von physischen und psychischen Leiden unter anderem Schuppenflechte-Kuren in speziellen Therapiezentren. 

Therapiezentren bieten besondere klimatische Bedingungen

Diese Therapiezentren zeichnen sich durch eine Lage aus, in der das Klima zum Heilungsprozess beiträgt – Gebiete mit viel Sonnenlicht und salz- und mineralhaltigen Gewässern. Das kann zum Beispiel an Nord- und Ostsee sein, am israelischen Toten Meer oder in den Bergen wie im schweizerischen Davos. Auch einige Heilbäder in Ungarn sind klimatisch für eine Schuppenflechte-Kur gut geeignet.  
Zur Anwendung kommen natürliche, dermatologische und eventuell rheumatologische Heilverfahren, die in Gesprächen und Schulungen einen psychologischen Unterbau bekommen – gerade eine langwierige Psoriasis stellt für die Betroffenen in der Regel auch eine große psychische Belastung dar. 

Kosten für Psoriasis-Kur werden meist übernommen

Psoriasis-Kuren gelten als Rehabilitationsleistung; das bedeutet, gesetzliche Krankenkassen, Unfall- und Rentenversicherungen sind bei medizinischer Begründung dazu verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Der Versicherte muss je nach Einkommen höchstens eine Zuzahlung leisten. Vor der Beantragung einer Kur muss der behandelnde Arzt dem Kostenträger (in der Regel der Rentenversicherung des Patienten) die medizinische Notwendigkeit dieser Maßnahme offenlegen. 

Verschiedene Therapieansätze sollen helfen

Bei einer Schuppenflechte-Therapie erfolgt zunächst eine äußerliche Behandlung der Schuppenflechte mit Salben, Lotionen, Gels und Lösungen. Hier sollen Wirkstoffe wie Vitamin D3, synthetisches Teer und auch Kortison für Linderung sorgen.  
Der nächste Schritt ist eine systemische Therapie mit Medikamenten. Der Großteil dieser Medikamente hat dabei eine immunsuppressive Wirkung, sie unterdrücken also das Immunsystem. Das hängt damit zusammen, dass der Psoriasis häufig eine Fehlfunktion des Immunsystems zugrunde liegt. Um zu verhindern, dass gewünschte Funktionen des körpereigenen Abwehrsystems ebenfalls ausgeschaltet werden, nutzt die Wissenschaft zunehmend sogenannte Biologika mit Wirkstoffen wie Secukinumab. Diese Mittel enthalten Proteine oder Antikörper, die aus Zellkulturen gewonnen werden, und greifen gezielt in das Immunsystem ein. 
Auch eine Lichttherapie mit Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlen) ist ein probater Therapieansatz bei Psoriasis. Die UV-Strahlen können in geringer Dosierung Entzündungen hemmen und die Autoimmunreaktionen in der Haut unterstützen.