Ernährung Pflanzliche Ernährung: Sinnvoll oder nur ein Trend?

Sich hauptsächlich pflanzlich oder sogar vollkommen vegan zu ernähren, liegt derzeit voll im Trend. Wir haben deshalb einmal geprüft, wie gesund das wirklich ist und alles Wichtige rund um das Thema zusammengefasst.

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Die pflanzliche Ernährung ist aktuell voll angesagt. Immer mehr Stars schwenken um und verzichten auf tierische Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier. In den Städten gibt es zunehmend vegane Restaurants oder Cafés, im Supermarktregal finden sich zahlreiche als „vegan“ ausgezeichnete Produkte und natürlich wimmelt es auch in der Online-Welt geradezu von Influencern, die sich angeblich rein pflanzlich ernähren und dementsprechende Tipps, Rezeptideen & Co geben. Bereits seit mehreren Jahren hält dieser Trend nun an und da drängt sich langsam die Frage auf, ob es sich nicht vielleicht doch um eine bleibende Entwicklung handelt und wenn ja: Was ist eigentlich so toll an der pflanzlichen Ernährung?

Was bedeutet „vegan“ wirklich?

Wenn sie den Begriff „vegan“ hören, denken die meisten Menschen nur an die Ernährungsweise. Doch der Trend geht noch viel weiter und so sind mittlerweile zum Beispiel auch vegane Kosmetik oder Mode stark nachgefragt. Wer nun verwirrt ist, sollte sich daher erst einmal die Frage stellen, was „vegan“ überhaupt bedeutet, und zwar den Verzicht auf tierische Produkte. Das gilt auch für die Ernährung, aber ebenso zum Beispiel für Schuhe aus Leder, Weichspüler mit tierischen Tensiden oder Kosmetik mit tierischem Glykogen, um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. Der Veganismus ist für viele Menschen also mehr als nur eine Ernährungsweise. Er ist sozusagen eine Lebenseinstellung, hinter welcher eine große Tierliebe steckt. Auch auf die Tierversuchsfreiheit von Kosmetika & Co wird daher in der Regel geachtet.

Veganismus als Lifestyle aus Überzeugung

Gleichzeitig sind Veganer aber meist umwelt- und gesundheitsbewusst.  Denn vegane Ernährung gilt als nachhaltig. Eine Behauptung, welche durch eine Studie der Oxford University und weitere Studien gestützt wird, die den Trend in den vergangenen Jahren noch einmal befeuert haben. Demnach sei Veganismus der größte und wichtigste Beitrag, welchen ein einzelner Mensch im Klimawandel leisten könne. Eine vegane Lebensweise könnte die Treibhausgase um 54 bis 87 Prozent verringen. Zudem wären Wassereinsparungen von bis zu elf Prozent möglich, so einige der Ergebnisse.

Weiterhin kamen die Forscher der Oxford University zu dem Ergebnis, dass eine vegane Lebensweise zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit hat. Einzige Ausnahme stellt dabei der Konsum von Fisch dar, welcher als extrem gesund und dennoch vergleichsweise unproblematisch für die Umwelt gilt – sofern es sich um unbedenkliche Fischarten sowie Fanggebiete und -methoden handelt.

Ist pflanzliche Ernährung wirklich gesünder?

Aus objektiver Perspektive gibt es also viele gute Gründe, sich vegan zu ernähren, eventuell eben zusätzlich mit Fisch. Doch viele Menschen wollen schlichtweg nicht auf tierische Produkte verzichten, weil sie ihnen schmecken, weil sie keine Alternativen kennen oder aufgrund der Überzeugung, dass durch den Veganismus irgendwann zwangsläufig eine Mangelernährung entsteht. Diese hält sich in der Gesellschaft nämlich hartnäckig. Daher ist es sinnvoll, einmal die Frage genauer unter die Lupe zu nehmen, ob pflanzliche Ernährung denn tatsächlich gesünder ist…

Die Antwort lautet: Ja! Durch zahlreiche der bereits zitierten und weitere Studien wurde zum Beispiel bewiesen, dass eine rein pflanzliche Ernährung

  • das Hautbild verbessert,
  • den Blutdruck senkt,
  • das Diabetesrisiko senkt,
  • das Gewicht reduziert,
  • das Krebsrisiko senkt,
  • die Cholesterinwerte stabilisiert,
  • das Herzinfarktrisiko senkt und
  • viele weitere positive Effekte mit sich bringt.
So berichten viele Menschen nach ihrer Umstellung auf die vegane Lebensweise davon, sich allgemein fitter, ausdauernder, gesünder und glücklicher zu fühlen. Allerdings ist natürlich wichtig, sich trotz Veganismus ausgewogen und gesund zu ernähren. Wer zu veganen, aber zuckerhaltigen oder anderen ungesunden Lebensmitteln greift, hat dadurch kaum Vorteile und riskiert ebenso eine Gewichtszunahme wie jeder „Nicht-Veganer“ auch. Der Schlüssel zu all diesen positiven Effekten auf die Gesundheit und das äußere Erscheinungsbild ist also eine pflanzliche und zugleich gesunde Ernährung, die vor allem auf frischem Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, gesunden Ölen, Beeren sowie Obst basiert.

Das „Aber“ bei der veganen Ernährung

Dennoch ist die Überzeugung hinsichtlich eines Nährstoffmangels nicht vollkommen unbegründet. Die richtige Antwort lautet daher: Ja, vegane Ernährung ist gesünder, aber sie muss supplementiert werden. Das bedeutet: Wer sich rein pflanzlich ernährt, muss auf eine ausreichende Versorgung mit jenen Nährstoffen achten, die überwiegend oder ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommen. Das gilt vor allem für das Vitamin B12, denn dieses kann nicht über pflanzliche Nahrungsmittel aufgenommen werden. Wichtig ist daher, dass Veganer und auch Vegetarier dieses Vitamin B12 ergänzen, zum Beispiel über Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Zahnpasta oder speziell angereicherte Lebensmittel. Die Aufnahme von ausreichend Eisen, Calcium, Vitamin B2, Jod und Vitamin D ist hingegen auch mit der pflanzlichen Ernährung möglich.

Wer allerdings nicht gezielt darauf achtet, riskiert tatsächlich einen Nährstoffmangel. Genau das macht die Umsetzung des Veganismus im Alltag für viele Menschen so schwierig. Es reicht nämlich nicht aus, einfach auf tierische Produkte zu verzichten, sondern der Speiseplan muss bewusst gestaltet werden.

Im Alltag pflanzlich ernähren – wie geht das?

Auf dem Papier klingt die vegane Ernährung also toll – den Tieren, der Umwelt und der eigenen Gesundheit zuliebe. Doch wer sie einmal ausprobiert hat, der merkt schnell, dass die Umsetzung dieser Ernährungsweise im Alltag nicht gerade einfach ist. Das gilt vor allem für berufstätige Personen, die keine Zeit haben, um mittags lange Zeit in der Küche zu stehen und die eigentlich in der Kantine essen, wo es jedoch keine veganen Angebote gibt. Immer nur Salat essen? Das wäre dann auf Dauer doch zu eintönig. Daher stellt sich die Frage, wie sich ein veganer Lebensstil im (Berufs-) Alltag umsetzen lässt? Folgende Tipps können dabei helfen:

  • Aller Anfang ist schwer – das gilt auch für die Ernährungsumstellung. Sinnvoll ist daher, nicht von heute auf morgen vegan leben zu wollen, sondern sich langsam an das Thema heranzutasten und beispielsweise mal eine „Testwoche“ einzulegen oder einzelne Mahlzeiten vegan zu kochen. So wird auch schnell ersichtlich, wo im (Arbeits-) Alltag die Hindernisse warten. Anschließend können passende Lösungen gesucht werden.
  • Wer dauerhaft und vollständig auf die pflanzliche Ernährung umstellen möchte, der sollte sich ausreichend informieren. Es gilt, nach Feierabend entsprechende Bücher zu wälzen oder in der Mittagspause im Internet zu recherchieren. Glücklicherweise gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, um sich die vegane Lebensweise zu Gemüte zu führen und somit auch zu lernen, was dabei beachtet werden muss. Denn nur so lässt sich auf lange Sicht eine Mangelernährung verhindern.
  • Unter Umständen ist es außerdem ratsam, vor der vollständigen Ernährungsumstellung einen Arzt zu Rate zu ziehen. Denn nicht für jeden Menschen ist der Veganismus geeignet. Das gilt zum Beispiel bei gewissen Grunderkrankungen, aber auch während einer Schwangerschaft sowie bei Kindern. Hier gilt daher ebenso: Informationen sind das A und O!
  • Wer nun ausreichend Wissen angehäuft und den Willen zum Veganismus hat, der genießt beste Startvoraussetzungen. Am einfachsten ist es dann, sich einen Speiseplan zu erstellen, denn dieser hilft dabei, eine ausgewogene Mischung an Lebensmitteln zu kreieren und somit den Körper bestmöglich mit allen Nährstoffen zu versorgen. Er erleichtert außerdem das Einkaufen und den Berufsalltag – denn so kann ganz einfach vorgekocht und das vegane Essen anschließend mit an den Arbeitsplatz genommen werden. Auch diesbezüglich gibt es mittlerweile praktische Hilfestellungen für Veganer, welche die Ernährungsumstellung und den Alltag erleichtern.
  • Wer nicht vorkochen möchte, hat je nach Arbeitsplatz und -ort in der Mittagspause auch die Möglichkeit, sich veganes Essen liefern zu lassen beziehungsweise solches zu holen, direkt vor Ort zu kochen oder eben doch in der Kantine auf rein vegane Alternativen zu setzen – selbst, wenn es dann immer nur Salat und trockene Kartoffeln sind. Dann ist es aber umso wichtiger, am Morgen sowie nach Feierabend ausreichend andere Nährstoffe zu sich zu nehmen.

Es gibt also durchaus viele Möglichkeiten, um die vegane Ernährung im (Berufs-) Alltag umzusetzen, allerdings bedarf diese mehr Organisation als einfach der Gang in die Kantine oder in das Restaurant um die Ecke. Vegan und trotzdem gesund leben bedeutet daher, einen Speiseplan zu machen, (mehr) selbst zu kochen und weniger auswärts essen. In Großstädten ist das Angebot an veganen Restaurants, Cafés, Take-aways & Co oft größer und die Umsetzung des Veganismus im Job daher einfacher. Wer hingegen nicht auf Lieferdienste & Co zurückgreifen kann, muss eben selbst aktiver werden.

Reinigung und Regeneration des Körpers

Vegan zu leben und sich entsprechend zu ernähren, bedeutet also einen gewissen Mehraufwand, doch dieser lohnt sich. Denn der Veganismus ist auch die beste Möglichkeit für einen „Detox“ des Körpers, sprich für die Entgiftung sowie Entschlackung. Auf gewisse Art und Weise passiert das quasi automatisch und ganz nebenbei während der Nahrungsumstellung, vor allem durch den vermehrten Konsum von gewissen Gemüsearten und Kräutern. Dennoch ist es möglich und sinnvoll, vor allem zu Beginn der Umstellung auf die vegane Ernährungsweise, aber auch anschließend in regelmäßigen Abständen, einen gezielten „Detox“ durchzuführen. So kann der Körper am besten von der neuen sowie gesünderen Lebensweise profitieren – und die gewünschten äußeren sowie innerlichen Erfolge stellen sich schneller ein.

Fazit

Tatsächlich bringt die pflanzliche Ernährung also viele Vorteile mit sich, sei es für die Tiere, die Umwelt oder die Gesundheit. Sie ist zwar nicht ganz einfach umzusetzen, vor allem im Berufsalltag, doch mit etwas Übung klappt das in der Regel ganz gut. Zu erwarten ist daher, dass der Veganismus tatsächlich mehr ist als ein kurzweiliger Trend und es ist zu hoffen, dass immer mehr Menschen zukünftig ihre Ernährung entsprechend umstellen. Davon würden nämlich alle profitieren!

 

Datum: 24.03.2020

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