Body Denk dich Schlank!

Huch! Schon wieder Frühling! Angesichts der drohenden Bikini-Saison schnell Kalorien zählen, joggen gehen, Möhrchen knabbern? Eine smartere Diätmethode wäre Umdenken. Fünf Möglichkeiten, Figurprobleme im Kopf zu lösen

Frau fliegt am Strad entlang

Hypnose gegen Hunger-Attacken

Schon einmal vom „Übergewichtsgewinn“ gehört? Nicht wenige Patienten futtern sich Pfunde mit einem bestimmten Zweck an, meist geht es um Schutz. Beim Versuch, die Essgewohnheiten in solchen Fällen in neue Bahnen zu lenken, liegt die klinische Hypnose ganz weit vorn. Die hat nichts mit Varieté-Shows, Fingerschnipsen und willenlosen Opfern zu tun, sondern schickt Patienten ganz gesittet auf Gedankenreisen. Dabei könnte man dann zum Beispiel hören, wie man auf dem Weg zum Kühlschrank beim Mineralwasser Halt macht und nach einem Glas ganz zufrieden und satt die Küche verlässt. Klingt harmlos, wirkt aber beim Kampf gegen blöde Angewohnheiten erstaunlich gut. Wer’s ausprobieren will, kann über die Deutsche Gesellschaft für Hypnose e.V. seriöse Adressen finden (Preis je Sitzung: 60 bis 120 Euro).

Dem Magen seinen eigenen Kopf lassen

Dass es auch mit weniger Selbstdisziplin geht, sagt der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop. Bei ihm bekommt „schlank denken“ eine ganz neue Bedeutung, nämlich: weniger über Essen nachzudenken. Fünfmal Gemüse und Obst am Tag, vegane Kost, Bio-Menüs? Alles wissenschaftlich nicht belegte, ersatzreligiöse Propaganda, wettert Knop. Unser Körper signalisiert uns, was er braucht. Wir müssen nur auf ihn hören. Knops Fans dürfen deshalb zum Burger greifen, wann immer sie wollen. Dick müssen sie dennoch nicht sein, denn wer auf seinen Hunger hören lernt und auf die Stimme seines Körpers, gewöhnt sich emotional getriebene Ersatzbefriedigung ab. Nicht ausgeschlossen, dass dadurch auf lange Sicht die Pfunde schwinden. Buchtipp: „Esst doch, was ihr wollt!“ (Rowohlt E-Book, 1,99 Euro)

Trainingseinheit: Schlank denken!

Vier Buchstaben reichen für den garantiert schlank machenden Gedanken: N-e-i-n. Wer dem Lockruf von duftenden Croissants und frischen Fritten widerstehen kann, hat das ganz große Gewichts-Los gezogen. Das ist jetzt sogar wissenschaftlich belegt. Forscher aus Baltimore haben 1900 Menschen über Jahrzehnte begleitet und den Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf das Gewicht untersucht. Ihr Fazit: Wer gewissenhaft ist, bleibt am ehesten schlank. Doch was, wenn man die Selbstdisziplin nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat? Einfach das Handy zum Coach machen! Diät-Apps lehren uns das selbstbeherrschte, schlanke Denken. Und wer Rechenschaft über die Mahlzeiten ablegt und dafür auch noch ein Feedback bekommt, lernt am ehesten, standhaft zu bleiben. Unsere Top-3: Noom (Basisversion gratis), Weight-Watchers-App (nur für Mitglieder), MyFitnessPal (gratis, für Android-Handys).

Auf die Form statt aufs Gewicht achten

Sich schlank denken kann auch bedeuten: Damit aufhören, sich dick zu denken. Nicht wenige Figurprobleme sind eigentlich Wahrnehmungsprobleme. Mutter Natur hat die wenigsten von uns in Size Zero geplant, der häufig empfohlene BMI von 20–25 ist nach Ansicht vieler Wissenschaftler kalter Kaffee. Wenn es um die Gesundheit geht, zählt das Verhältnis Taille/Körpergröße. Jetzt schnell Maßband und Taschenrechner zücken und den Taillenumfang durch die Körpergröße teilen (in Zentimetern). Alles unter 0,5 ist prima.

Stress? Fehlanzeige.

Gehören Sie auch der Gruppe von Menschen an, die Dauerstress am liebsten mit Schokolade therapieren? „Wer von Stress zunimmt, aktiviert eine Art Schutzschalter im Gehirn, der den Ausstoß der Stresshormone bremst – obwohl es um einen herum tobt“, sagt Professor Achim Peters, Internist und Stressforscher. Klingt ja erst einmal Klasse, hat aber einen Haken: Damit der Schutzschalter funktioniert, braucht das Gehirn immer mehr Zucker. Der Appetit wächst und wächst, man nimmt zu. Eine Diät würde nur das Symptom bekämpfen. Professor Peters empfiehlt deshalb allen, die ihre Stress-Pfunde loswerden möchten, mit Belastung anders umgehen zu lernen. „Am besten gelingt das mit kognitiver Verhaltenstherapie, das belegen seriöse Studien.“ Keine Sorge, bei der Verhaltenstherapie muss man nicht endlos die Vergangenheit durchkauen. Sie zielt darauf ab, uns die Gegenwart anders bewerten zu lassen. Im Idealfall reichen wenige Sitzungen, die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Buchtipp: Achim Peters, „Das egoistische Gehirn“ (Ullstein, 19,99 Euro) und „Mythos Übergewicht“ (Bertelsmann, 19,99 Euro)