Reisebericht Bootcamp auf Mallorca

Kann eine Woche das Leben verändern? Iris Soltau wollte es wissen und checkte in einem Luxus-Bootcamp auf Mallorca ein. Muskelkater, Schweiß und Tränen inklusive. Aber auch eine ganz neue Erfahrung, welche das war, erfahrt ihr hier!

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Tag 5: Die Sache mit der Disziplin

Beim Frühstück erzählt Denise, dass es in der Schweiz und auch in England nichts Ungewöhnliches sei, sich in einem Bootcamp fit zu machen. Der Unterschied zu anderen Camps? Die militärische Disziplin, die den Teilnehmern helfen soll, durchzuhalten. Und überhaupt: sich erst einmal zu organisieren. Das kapiert jeder, der schon mal mit mehreren Mädels in den Urlaub gefahren ist („Joggen?“ – „Äh, ich find meine Hose nicht.“ – „Wollen wir nicht lieber Kaffee trinken gehen?“). Chantal nickt. „Zu Hause fange ich immer mal wieder eine Diät oder Sport an, aber eher so halbherzig. Ich brauche einen Tritt in den Hintern.“ Den bekomme ich, weil ich mich drei Minuten verspätet habe. 180 Liegestütze, erklärt Mario gnadenlos, verteilt über den Tag. Am liebsten würde ich auf mein Zimmer laufen und heulen. Nachmittags holt uns Guide Jeremy zum Mountainbiken ab. Er lächelt. Sofort fliegen ihm drei Frauenherzen zu.

Tag 6: Durchgekocht wie der Hummer

Ich schaue in den Spiegel. Bin ich das wirklich? Das Gesicht ist schmaler, die Augen leuchten, der Teint schimmert. Nachmittags fährt Mario mit uns an den Strand. Wir laufen die Dünen rauf und runter und sind in unseren Neoprenanzügen bald durchgekocht. Kurz bevor uns der knallrote Kopf abfliegt, zeigt Mario aufs Meer. Wir laufen um die Wette. Das Wasser kühlt. Ist das schön! Später gibt es ein Lob von Mario. Wir haben unglaubliche Fortschritte gemacht, sagt er und beschwört uns, jetzt bloß nicht mit dem Training aufzuhören. Huch, so lange hat er noch nie mit uns geredet. Nina, Chantal und ich platzen vor Stolz.

Tag 7: Ich könnte Bäume ausreißen

Nach dem Früh-Jogging geht es auf die Waage: Ich habe fast vier Kilo verloren. Yes! Und noch besser, rechts und links vom Nabel kündigen feine Linien die Rückkehr der Bauchmuskeln an. Kein Wunder, wir haben jeden Tag 1200 Kalorien zu uns genommen und 1600 Kalorien abtrainiert. Zum Abschied gibt uns Denise einen Ernährungsplan sowie ein paar simple Rezepte mit nach Hause. „Die komplizierten kocht ihr ja sowieso nicht nach“, lacht die 33-Jährige, die über sich sagt: „Ich habe jede Diät dieser Welt ausprobiert.“ Bis sie selber an einem Bootcamp in England teilnahm und so überzeugt von dem Programm war, dass sie ihren Job als Bankerin aufgab. Zusammen mit einer Freundin gründete sie das Private Bootcamp in Genf, seit Ende letzten Jahres gibt es den Außenposten Mallorca.

Wer eine Woche überlebt hat, der strotzt vor Selbstbewusstsein. „Ein Teilnehmer hat noch während der Campwoche seinen verhassten Job gekündigt“, erzählt Denise. „Er hat gesagt: ‚Wenn ich das hier gepackt habe, dann schaffe ich es, mir eine neue Arbeit zu suchen.‘“ Auch Nina ist motiviert: „Die Woche war viel härter, als ich gedacht habe. Aber genau darum werden wir bestimmt nicht so schnell in alte Muster zurückfallen. Außerdem habe ich Kickboxen als perfekten Sport für mich entdeckt.“ Und ich? Ich fühle mich wie ein Auto, das voll getankt, poliert und getunt aus der Werkstatt kommt. Ich muss nur noch aufs Gaspedal treten.

Fazit, acht Wochen später: Tatsächlich, mein Leben hat sich geändert, ich fühle mich so fit und energiegeladen wie seit Jahren nicht mehr. Das Wichtigste, was ich im Bootcamp gelernt habe: Disziplin. Ich ziehe meine Laufschuhe an, ohne zu überlegen, ob es regnen könnte. Und ich habe neuen Respekt vor meinem Körper, der so viel mehr kann, als ich ihm zugetraut habe.

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