Beauty-Lexikon Der Newcomer

Die üppig rote Frucht heißt Apfel, ist biologisch eine Beere und auch sonst ein ziemlich interessantes Gewächs.

Granatapfel

Während eines größeren amerikanischen Forschungsprojekts zeigte sich außerdem, dass Granatapfel als schwaches pflanzliches Östrogen wirkt und dadurch auch Wechseljahresbeschwerden lindert. Als Wundermittel möchten die Mediziner den neuen Liebling allerdings noch nicht ausrufen, denn bisher basieren die meisten Studien auf Versuchen in vitro, also an Zellkulturen, oder aber mit Tieren, und es muss sich erst noch herausstellen, ob und wie sich die Ergebnisse auf Menschen übertragen lassen. So oder so: An der außerordentlichen zellschützenden und anti-oxidativen Wirkung des Granatapfels besteht kein Zweifel, und so ist es kein Wunder, dass sich die Beauty-Branche nach dem selbstproklamierten Hype um die Radikalfänger Grüner Tee, Weißer Tee und Rotwein jetzt verstärkt dem Granatapfel zuwendet.

Newcomer in der Kategorie Zellschützer: der Granatapfel

Besonders die Hersteller von Naturkosmetik wissen dessen hautschmeichelnde Eigenschaften zu schätzen, großen Beauty-Konzernen wie Beiersdorf oder Henkel gelang es inzwischen, den exotischen Wirkstoff für aufbauende und regenerierende Haarpflege- Produkte nutzbar zu machen (siehe Kasten). Wie genau der Granatapfel-Extrakt in Tiegeln und Flaschen wirkt, bleibt ein Betriebsgeheimnis. Schade, aber wer einmal versucht hat, einem Granatapfel seinen leckeren Inhalt zu entlocken, weiß, wie viel Geduld das erfordert. Lohnt sich aber, denn z.B. auf Salaten macht er sich auch optisch gut. Grundsätzlich sollten Sie nur reife Früchte – erkennbar an ihrem metallischen Klang – kaufen. Granatäpfel reifen nicht nach, sind aber mehrere Wochen im Kühlschrank haltbar. Unter der dünnen Schale enthält jedes Exemplar mindestens 400 Samen (kernreich heißt auf lateinisch granatus) – die pulen Sie am besten mit einem Löffel heraus (spritzt und färbt!).

Oder Sie verlegen die Operation in den Tauchmodus: Granatapfel in einer Schüssel mit Wasser aufschneiden. Die schweren Kerne sinken zu Boden, die Schale und die weißen Häutchen steigen an die Wasseroberfläche. Falls Sie das Sammeln der Kerne zu mühsam finden, pressen Sie die Frucht ein paar Mal gleichmäßig zusammen, bohren ein kleines Loch hinein und können dann per Strohhalm den Saft herausschlürfen. Immer noch zu umständlich? In guten Reformhäusern und Bioläden steht Granatapfel-Extrakt to go im Regal – was zur nächsten abwegigen Frage führt: „Was kostet ein Liter Granatapfel- Extrakt?“ Antwort: etwa 50 Euro. Nicht zu viel, wenn er wirklich schön und gesund macht. 

Autor: Kristin Bock

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