Beauty-Lexikon Grapefruit

Sieben Uhr morgens. Sie sitzen müde und blass am Frühstückstisch. Ihnen fehlt jemand, der Sie so richtig in Schwung bringt? Wir hätten da eine neue beste Freundin für Sie.

Grapefruit

Sie sieht zum Anbeißen aus, wie sie da so rosig schimmernd auf dem Teller liegt. Und sie beruhigt unser schlechtes Gewissen, flüstert uns quasi zu: „Hey, das Nutella- Brötchen ist voll okay, du hast ja noch mich!“ Ja, die Grapefruit ist unsere Freundin – und zwar nicht nur, weil sie so gut wie keine Kalorien hat. Nein, sie unterstützt uns auch noch im Kampf gegen erste Fältchen, hilft bei Erschöpfung, Erkältungen und Entzündungen … Eine All-in-one-Apotheke geradezu – von der Schale bis zum Kern. Allerdings mag sie es nicht, wenn wir sie „Pampelmuse“ nennen, wie das die Norddeutschen gern tun. Die Grapefruit ist streng genommen eine Kreuzung aus Orange und Pampelmuse. Die Grapefruitbäume – bis zu 15 Meter hohe Riesen – werden übrigens in fast allen subtropischen Ländern der Welt angebaut. Ihre breiten Kronen tragen große, lockere Blüten, die an Trauben erinnern – darum auch „Traubenfrucht“. Ihren Ursprung haben Grapefruits wie alle Zitrusfrüchte im fernöstlichen Raum, wahrscheinlich im Süden Chinas. Von dort rollten die gelben Vitaminbomben langsam, aber sicher in den Rest der Welt: Über die Karibik in die USA und Mitte des 20. Jahrhunderts auch nach Europa.

Aber zurück an unseren Frühstückstisch: Es gibt keinen besseren Kickstart für Morgenmuffel, als eine Grapefruit zu essen – sie erhöht nämlich die Wirkdauer von Koffein. Ihre natürlichen Bitterstoffe senken den Cholesterinwert und gelten als appetithemmend. Noch besser: Sie leitet das Nahrungsfett direkt zur Fettverbrennung – ohne Zwischenstopp über Hüfte oder Bauch! Außerdem regt sie die Basenbildung im Körper an und beschleunigt so den Entschlackungsprozess. Allerdings bringt ein Glas ausgepresster Saft gar nicht so viel. Besser ist es, die ganze Frucht zu essen, weil die wertvollen Stoffe in den Fasern und in den weißen Schalenhäutchen sitzen, die wir gern vom Fruchtfleisch kratzen. Das sind die Substanzen, die Herz und Gefäße schützen, uns vor Infektionen bewahren und das Immunsystem ankurbeln.

Eine Macke hat die Frucht allerdings: Ihr Saft kann die Aufnahme von Medikamenten herabsetzen und zu Therapieversagen führen. Wer sich also nicht sicher ist, sollte vorm Obstsalat-Verzehr den Medizin-Beipackzettel lesen. Noch relativ jung ist die Erforschung des Grapefruitkern- Extrakts – von einigen Wissenschaftlern als absoluter Jungbrunnen gefeiert. Sie gehen davon aus, dass dieser Extrakt Vitaminen eine Brücke baut, auf der sie direkt in die Zelle gelangen, und so gegen freie Radikale kämpfen können. Die Tropfen sollen außerdem eine natürliche Bio-Waffe gegen Mikroorganismen wie Viren, Bakterien und Pilze sein. (Wenn Sie das Thema interessiert, lesen Sie: „Das Wunder im Kern der Grapefruit“ von Sharamon/Baginski, um zehn Euro.)

Das ätherische Grapefruitöl gehört zu den Klassikern der Aromatherapie und wirkt anregend. Es wird in der Parfumindustrie für leichte, harmonisierende, spritzig-frische Düfte genutzt. Und das hat noch einen Vorteil: Forscher haben herausgefunden, dass Frauen, die nach Grapefruit duften, in der Regel fünf bis sechs Jahre jünger geschätzt werden! Cool, oder? US-Stars wie Jennifer Lopez und Carmen Electra tragen immer ein Fläschchen mit Grapefruitöl in ihrer Tasche – angeblich weil regelmäßiges Schnuppern sie davon abhält, die nächste Burger-Filiale zu stürmen. Wir vermuten: Der Jungschummel-Trick kommt den beiden auch nicht ganz ungelegen… Zum Schluss aber noch ein Beauty-Trick für uns: Tupfen Sie sich mal ein paar Tropfen frischen Grapefruitsaft auf die Wangen – das wirkt belebend, verleiht einen rosigen Teint und beugt Entzündungen vor. Kostenpunkt: um die 90 Cent, inklusive Frühstück. Guten Morgen!

Autor: Iris Soltau

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Quelle: Petra, Ausgabe 08/2010