17. März 2010
Ich hab’s mir abgeschminkt…

Ich hab’s mir abgeschminkt…

…jemals wieder ohne Make-up aus dem Haus zu gehen« – das schwört Beauty-Redakteurin Rüyam Altan und sagt, warum

Abgeschminkt
© adisa - fotolia.com
Abgeschminkt

Mich überrascht es nicht, dass Britney Spears, Pamela Anderson und Cameron Diaz wütend auf Paparazzi losgehen, wenn sie ungeschminkt sind. Hätte ich neulich auch gern gemacht, als ich meinem Ex begegnet bin. Das erste Wiedersehen hatte ich mir anders ausgemalt. Und das eine Million Mal, bis ins Detail: Mein voluminöses Haar schwingt glänzend im Wind, meine Haut schimmert samtig, meine perfekten Smokey-Eyes, kombiniert mit kirschroten Lippen, sehen einfach atemberaubend aus.

In Wahrheit hatte ich fettiges Haar, scheckige Haut, Augenringe, und ich trug meine ausgeleierte Strickjacke in Neon-Grün. Der Nude-Look ist zwar immer noch angesagt, bedeutet aber nicht, komplett auf Wimperntusche, Grundierung und Lipgloss zu verzichten. Als er reinkam und ich dermaßen nackt in der Bäckerei stand, ging auch meine innere Stärke flöten. Überraschend ist das nicht: Wissenschaftler haben bestätigt, dass Frauen, die sich schminken, mehr Selbstwertgefühl haben und einfach zufriedener sind.

Mein zweiter ungeschminkter Sonntagsausflug nach durchgefeierter Nacht ging ebenfalls in die Hose. Ich hatte mich diesmal für die Zwischenlösung entschieden: kein Make-up, aber eine riesige, schwarze Sonnenbrille und eine Strickmütze. Denn wem lief ich im Coffee-Shop in die Arme?

Ausgerechnet meiner Chefin! Sie perfekt geschminkt, während ich mir nichts sehnlicher wünschte, als im Erdboden zu versinken. Ich wusste nicht, was schlimmer war: meine Fahne oder mein fahler Teint.

Kein Make-up kann zum Desaster führen

Aber nicht nur fehlendes Make-up kann zum Desaster führen. Zu viel auch – die Dosis macht’s! Nina Hagen sieht aus, als würde sie von Außerirdischen geschminkt. Thea Gottschalk verwechselt offenbar Lipliner mit einem schwarzen Edding, und Christina Aguilera braucht zum Abschminken garantiert einen Hochdruckreiniger. Tröstlich, dass auch Promi-Frauen mit ihrem Make-up oft daneben liegen.

Kein Make-up kann zum Desaster führen. Zu viel auch. Die richtige Dosis rettet Leben

Noch tröstlicher sind jedoch die Bilder in den Klatsch-Zeitschriften, auf denen die Stars gnadenlos enttarnt werden: Cameron Diaz mit Pickeln, Pamela Anderson zerknautscht wie eine alte Matratze und Britney Spears bleich wie Pfannkuchenteig. Diese ungeschminkten Wahrheiten retten mir jedesmal den Tag. Kein Make-up ist also definitiv keine Lösung. Für keine Frau.
Auch nicht, wenn man von Natur aus schön ist. Als ich neulich zu einer Beauty- Produktion ins Foto-Studio kam, fragte ich laut in die Runde: „Wo sind eigentlich die Models?“ Peinlich,denn als Antwort hoben drei unscheinbare, blässliche Mädchen verschüchtert die Hand.

Sogar Super-Model Cindy Crawford hat malgesagt: „Ich brauche morgens zweiStunden, um wie Cindy Crawford auszusehen.“ Mit anderen Worten: Make-up hat noch keiner Frau geschadet. Wenn Sie mich fragen, gibt es trotzdem nichts Schöneres, als sonntags faul zu sein und ungeschminkt zum Bäcker zu gehen. Den Ex trifft man ja dort nicht zweimal.

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