1. März 2012
Wir haben was machen lassen

Wir haben was machen lassen

Der Gang zum Schönheitschirurgen fällt immer leichter. Aber dazu stehen und offen drüber reden? Hier verraten elf schöne und mutige Frauen ihr kleines Geheimnis.

Schönheits-OP
© istockphoto
Schönheits-OP

Fast jede von uns sieht etwas an sich, was ihr nicht gefällt. Und keine bleibt ewig jung. Doch während sich die einen mit dem Älterwerden (wohl oder übel) abfinden, sehen das andere gar nicht ein. Sie bekämpfen schon erste Fältchen mit Botox oder legen sich unters Messer, um die Brüste zu straffen oder Fett absaugen zu lassen. Fakt ist: Die moderne Medizin kann heute so viel mehr als noch vor einigen Jahren. Damit sinkt die Hemmschwelle. Und manch eine im eigenen Bekanntenkreis, die vielleicht noch vor Kurzem „nie im Leben“ zum Chirurgen gehen wollte, hat es vielleicht längst getan – oder drüber nachgedacht. OP, Spritze & Co – ja oder nein? Auch wir in der Redaktion haben heftig diskutiert und sind uns nicht einig. Aber neugierig sind wir – und wollten von elf Frauen zwischen 31 und 52 Jahren wissen, warum sie sich für einen Eingriff entschieden haben. Und was der wirklich verändert hat …

USHA (32, Zahnmedizinerin)
OHNE „REITERHOSEN“ ENDLICH SELBSTBEWUSST

Hat der Eingriff viel verändert?
Und wie! Als Teenie war ich sehr unglücklich über meine unförmige Figur: dünne Waden, aber dicke Oberschenkel und großer Po. „Fettarsch“ oder „Hähnchenschenkel“ nannten mich die Jungs in der Schule. Im Tanzkurs forderte mich keiner auf – es war furchtbar. Seit die „Reiterhosen“ weg sind, bin ich selbstbewusster, gehe auf Leute zu und bekomme Komplimente. Statt Schlabbershirts kann ich endlich figurbetonte Sachen tragen.

Wann sind Sie zum Arzt gegangen?
Schon mit 21. Kurz nach meiner ersten Fettabsaugung wurde ich auf der Straße von einem Modelscout angesprochen – ein echter Egoschub! Ich bekam Werbespotaufträge und konnte mir damit weitere Liposuktionen leisten – noch mal an den Schenkeln, aber auch an den Oberarmen.

CLAUDIA (41, Projektmanagement-Assistentin)
UNTERSPRITZUNG MIT HYALURON UND DANN DOCH WIEDER CREMES

Wann war Ihr „erstes Mal“?
Vor einem Jahr, kurz vor meinem 40. Geburtstag.

Warum ausgerechnet dann?
Gerade der 40. ist ein Einschnitt im Leben. Ich wollte einfach gut aussehen!

Hat sich die Behandlung gelohnt?
Zunächst ja. Meine zwei tiefen Schlaffalten und meine Zornesfalte waren verschwunden. Auf meiner Party bekam ich viele Komplimente. Leider hielt der Effekt nur wenige Monate. Und dafür waren mir 650 Euro zu teuer. Ich hatte noch eine weitere Behandlung – diesmal für nur 300 Euro. Aber das Ergebnis war längst nicht so gut. Deshalb investiere ich lieber in hochwertige Cremes, Kosmetikbehandlungen und Klamotten.

Also nie wieder Hyaluron?
Doch, wahrscheinlich. Aber nur alle paar Jahre zu besonderen Anlässen …

IRIS (43, Kosmetikerin)
HAUT WIE GEBÜGELT MIT FRUCHTSÄUREPEELING

Seit wann machen Sie diese Behandlung?
Ich habe vor vier Jahren damit angefangen. Einmal die Woche trage ich das Peeling abends auf. Immer nur zur Herbst-/Winterzeit, weil die Haut danach sehr lichtempfindlich ist.

Tut das nicht weh?
Doch, ein bisschen. Es prickelt wie tausend kleine Nadeln. Das Gesicht wird rot und warm. Deshalb darf man die Säure nur zwei bis acht Minuten auf der Haut lassen.

Warum machen Sie es?
Weil die Haut danach glatt und frisch ist – wie gebügelt. Kleine Fältchen werden gemindert – es ist wie Anti-Aging ohne Skalpell.

Könnten Sie sich auch mehr vorstellen?
Definitiv eine Augenlidstraffung. Alles andere lass ich auf mich zukommen.


DIANA (33, Friseurin)
ALS EIN KIND „HEXE“ SAGTE, GING ICH ZUR NASENKORREKTUR

Warum haben Sie sich zur OP entschlossen?
Weil ich sehr unter meiner Höckernase und den Witzen der anderen gelitten habe. Wer hört schon gern „Zinken“ oder „Mike-Krüger-Model“? Ich habe mich zu Hause vergraben, viel geweint und Depressionen gehabt. Die Bemerkung eines kleinen Mädchens über meine „Hexennase“ gab mir endgültig den Rest. Vor einem knappen Jahr bin ich in die Klinik gegangen.

Und sind Sie jetzt ein neuer Mensch?
Ja, und nicht nur optisch. Ich traue mir mehr zu und lache viel. Früher habe ich aus Selbstschutz die Harte gespielt. Heute bin ich weicher und glücklich. „Wie deine Augen leuchten!“, hat kürzlich eine Freundin zu mir gesagt.

ANKE (52, Ernährungswissenschaftlerin)
BOTOX, UNTERLIDSTRAFFUNG UND BALD VIELLEICHT EIN MINI-FACELIFT

Wo haben Sie nachhelfen lassen?
An mehreren Stellen. Mit 45 ließ ich meine Tränensäcke entfernen, weil ich nicht mehr so verlebt aussehen wollte. Seit ich 48 bin, lasse ich mir dreimal im Jahr Botox spritzen – in die Stirn und die Mundwinkel. Mit 50 habe ich mir meine Oberlippe operativ anheben lassen, damit sie voller wirkt. Zurzeit denke ich über ein Mini-Facelift nach.

Sind Sie sehr eitel?
Und ob. Ich achte sehr auf mein Aussehen, mache jeden Tag Sport und lasse mich einmal im Monat zur Hautstraffung mit Ultraschall behandeln. Ich mache kein Geheimnis aus meinen OPs. Leute, die eigentlich „niemals etwas machen lassen“ wollten, haben mich schon öfter um eine Arztempfehlung gebeten.

HELENA (33, Büroangestellte)
BOTOX UND HYALURON – MEIN MANN WEISS NICHTS

Ist der Gang zum Schönheitschirurgen für Sie etwas völlig Normales?
Am Anfang war er das nicht. Ich habe vorher lange überlegt, ob ich Botox spritzen lassen soll. Doch ich fühle mich einfach zu jung für Falten. Ich habe sehr dünne, trockene Haut und meine Zornesfalte und meine Augenringe störten mich sehr. Als mir eine Freundin erzählte, dass sie auch was machen lässt, bin ich mit 32 das erste Mal zum Arzt gegangen. Acht Monate später hatte ich die zweite Behandlung. Promis fangen ja auch früh an. Aber die wenigsten geben es zu.

Reden Sie offen darüber?
Nur mit denen, die sich auch behandeln lassen. Mein Mann weiß zum Beispiel nichts davon – jedenfalls bis heute …


ANJA (49, Verwaltungsfachkraft)
MINI-FACELIFT UND BRUSTIMPLANTATE – ABER BITTE NUR BEIM EXPERTEN!

Womit waren Sie nicht zufrieden?
Mit meinem Busen. Er hing stark nach der Schwangerschaft, und ich genierte mich sehr. Deshalb ließ ich ihn vor fünf Jahren straffen und Implantate setzen. Leider misslang die OP. Die Brüste waren ungleich, und die Narben hatten sich entzündet. Ein anderer Arzt korrigierte dann den Schaden – für 9000 Euro. Ich kann nur jedem raten, gleich zu einem Experten zu gehen. Im selben Jahr hatte ich ein Mini-Facelift, weil ich so alt aussah.

Fühlen Sie sich heute besser?
Ja. Die OPs haben meinem Selbstbewusstsein gutgetan. Allerdings hat der Effekt des Facelifts nachgelassen. In drei Jahren möchte ich wieder etwas machen lassen.

KIRSTEN (38, Heilpraktikerin)
LASERHAARENTFERNUNG, WEIL ES SCHÖN UND BEQUEM IST

Was hat Ihnen die Behandlung gebracht?
Zeitersparnis und schönere Beine! Ich habe wirklich alles probiert: Rasieren, Wachsen, Epilieren oder Enthaarungscremes. Entweder hatte ich schon nach einem halben Tag wieder Stoppeln, oder es tat höllisch weh, und ich bekam Pickel. Kein schöner Anblick – auch nicht für meinen Partner.

Wie viele Sitzungen waren nötig?
Insgesamt fünf im Abstand von zwei bis drei Monaten. Da die Haare unterschiedlich schnell wachsen, sind die langen Pausen nötig. Nach eineinhalb Jahren war die Behandlung beendet. Zwar sind nicht alle Haare verschwunden, aber die paar übrig gebliebenen sind viel weicher, und ich rasiere nur noch einmal die Woche.

ANDREA (49, Bankangestellte)
HYALURONGEL JA, ABER SPRITZEN BESTIMMT NICHT

Was hat Ihnen nicht gefallen?
Die kleinen Fältchen im Gesicht, besonders die Zornesfalte. Ich sah müde und fahl aus.

Warum ausgerechnet diese Behandlung?
Eine Freundin hat sie mir empfohlen. Ich habe das Ergebnis bei ihr gesehen – es war fantastisch. Also habe ich mich auch in mehreren Sitzungen bei einer Kosmetikerin mit Hyalurongel behandeln lassen. Dabei werden die Meridiane stimuliert. Die Haut wirkt frischer, ebenmäßiger und aufgepolstert. Kollegen, Freunde und auch mein Mann haben mich auf mein jüngeres Aussehen angesprochen.

Gibt es ein nächstes Mal?
Bestimmt, und zwar wieder auf die natürliche Art. Spritzen und Facelifts kommen für mich nicht infrage.


KERSTIN (38, Hausfrau und Mutter)
50 KILO WAREN WEG, DANACH MUSSTE GESTRAFFT WERDEN

Wieso haben Sie sich zum Eingriff entschlossen?
Ich habe innerhalb eines Jahres 50 kg abgenommen. Dadurch hatten sich leere Fettzellen an Beinen, Bauch und Rücken angesammelt. Meine Haut hing schlaff herunter.

Was wurde gemacht?
Die leeren Zellen wurden in zwei Eingriffen abgesaugt. Danach wurde die Haut jeweils per Laser gestrafft. In den vier Wochen nach der OP bekam ich Lymphdrainagen.

Wie fühlten Sie sich direkt nach den OPs?
Ich hatte keine Schmerzen, eher eine Art starken Muskelkater. Das Schlimmste war das Abnehmen der Schaumstoffverbände. Es ziepte unglaublich, weil die Haare dranklebten.

Hat sich der Aufwand gelohnt?
Ja, ich würde es jederzeit wieder machen.

ANKE (46, Managerin Customer & Content)
NACH DER AUGENLIDSTRAFFUNG WAR DIE WELT WIEDER GRÖSSER FÜR MICH

Ist Ihrem Umfeld die Veränderung an Ihnen aufgefallen?
Unbedingt. Meine Freundin meinte: „Das hättest du schon viel früher machen sollen.“ Auch mein Ex fand, dass ich jünger und frischer aussehe. Die Kollegen haben nichts gesagt, aber die meisten wussten Bescheid. Ich bin ganz offen mit dem Eingriff umgegangen.

Und wenn Sie selbst in den Spiegel schauen?
Dann freue ich mich, dass meine Lider nicht mehr auf die Wimpern drücken und ich Lidstrich tragen kann. Ich hatte 25 Prozent Sichtbeeinträchtigung und Kopfschmerzen vom krampfhaften Augenaufhalten. Durch die Straffung genieße ich mehr positive Lebensqualität. Die Welt ist so viel größer geworden!

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