6. November 2011
Guten Service erkennen

Guten Service erkennen

Den Mann fürs Leben zu finden ist schon schwer genug. Aber den besten Friseur, eine fähige Kosmetikerin oder einen vertrauenswürdigen Beauty-Doc? Da weiß man gar nicht, wo man suchen soll. Mit unseren Tipps werden Sie schnell fündig.

Illustration Schönheit
© Elisabeth Moch
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Der richtige Beauty-Doc

Paradox: Über die Frage, ob wir uns die Liebeskind-Tasche in Mauve oder Hellgrau kaufen, können wir stundenlang diskutieren. Aber wenn wir uns denn trauen, einen Chirurgen bei uns Fett absaugen zu lassen oder einem Dermatologen unser Gesicht zwecks Teint-Optimierung anvertrauen, neigen wir plötzlich schüchtern dazu, still und leise dem Erstbesten zu folgen. Wendy Lewis, New Yorker Beauty-Beraterin, erklärt, wie man’s besser macht.

DOS: Vor einem Eingriff bei drei qualifizierten Ärzten eine persönliche Beratung einholen, auch wenn hierfür vielleicht eine Gebühr erhoben wird – und die Ärzte dabei nach ihrer Ausbildung, ihrer Erfahrung und auch ihren Vorlieben fragen. Man ist immer am besten in dem Gebiet, das man gerne mag! Wenn man sich für einen Arzt entschieden hat: sicherstellen, dass einen auch dieser Arzt operiert, das ist in großen Kliniken nicht selbstverständlich. Info-Tipp für alle, die viel vorhaben: Wendy Lewis’ Beauty-Bibel lesen („Plastic Makes Perfect: The Complete Cosmetic Beauty Guide“). Vor Operationen Erst-Kontakte über die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen heraussuchen (www.dgpraec.de), vor Hautbehandlungen bei spezialisierten Dermatologen beraten lassen. Einen Berufsverband gibt’s leider nicht, aber ein Suchwort für Google: „ästhetische Dermatologie“.

DON’TS: Weder zu einem schnellen Termin noch zu einer Behandlung drängen lassen, die man eigentlich gar nicht wollte, und den Arzt nicht nach dem Preis auswählen. Im schlimmsten Fall ist eine Korrektur nötig, die immer kostspieliger wird als der Erst-Eingriff.

Illustration Beauty-Doc
© Elisabeth Moch
Illustration Beauty-Doc

Sie brauchen einen Schub fürs Selbstbewusstsein? Ab zur Maniküre! Weil wir unsere Hände den lieben langen Tag sehen, tut es enorm gut, sie zu tunen. Ob das durch reine Haut- und Nagelpflege, eine French Manicure, Gel- oder Acrylverstärkung geschieht, ist Geschmackssache. Keinen Spielraum gibt es allerdings bei der sachgerechten Behandlung der Nägel. „Es gibt leider nach wie vor noch schwarze Schafe in der Branche“, warnt Bettina Hillemacher, Leiterin der Beauty School bei Wilde Cosmetics (mit der Marke LCN ein Big Player in der Nagelkosmetik). Ihre Tipps für die perfekte Maniküre:

DOS: Auch kleine Studios können gute Arbeit leisten. Positive Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Referenz! Werden verschiedene Systeme angeboten, also Naturnagelpflege auch bei Problemfällen, Acryl- und Gelverstärkung, ist das auf jeden Fall ein Plus – das große Spektrum spricht für eine gute Ausbildung. Im Idealfall werden die Naturnägel mit Einwegfeilen gekürzt und mit einer Polierfeile versiegelt, alle Instrumente sind desinfiziert, im Studio riecht es nicht streng nach Chemie, und die Behandlerin trägt Einweg-Handschuhe.

DON’TS: Ein mit Feilstaub verschmutzter Arbeitsplatz ist ein echtes No-go – hier kommt die Hygiene zu kurz. Wichtig in kleinen Salons: Stimmt das Terminmanagement? Wenn die nächste Kundin schon bei der Hälfte der Behandlung ungeduldig neben einem sitzt, wird die Maniküre nicht sorgfältig genug ausfallen.

Illustration Maniküre
© Elisabeth Moch
Illustration Maniküre

Die Suche nach dem Menschen, der ihre Haarträume wahr werden lässt, beschäftigt Frauen ein Leben lang. Glücklich sind die, die ihre Top-Adresse bereits gefunden haben (und sie uns auf Nachfrage hoffentlich mitteilen, schließlich ist eine persönliche Empfehlung immer noch der beste Wegweiser zu Mr./Mrs. Perfect Hair). Doch obwohl der Zentralverband des Friseurhandwerks über 80.000 Salons mit 260.000 Beschäftigten in Deutschland gezählt hat, ist die optimale Adresse nicht leicht zu finden. Diese Tipps helfen auf dem Weg dorthin:

DOS: Vorab telefonisch einen Termin absprechen, dabei die eingeplante Zeit ansprechen. Bei der Beratung schaut sich der Mensch, der später die Schere schwingt, in Ruhe die Haare im trockenen Zustand an – so lassen sich ihre Qualität und Struktur am besten beurteilen. Die Pflichten für den Kunden: Man erscheint mit möglichst naturbelassenem Haar, hat aus der letzten PETRA ein paar schöne Looks als Beispiele mitgebracht und offenbart alle Wünsche und Sorgen. Und man akzeptiert es, wenn der Maestro gute Gründe dafür vorbringt, dass die Looks sich nicht umsetzen lassen.

DON’TS: Nicht Hals über Kopf spontan jeden freien Termin akzeptieren. Das Risiko einer Bruchlandung ist groß – die guten Salons und in ihnen die Top-Leute drehen nur selten Däumchen, schließlich haben sie mit ihren Stammkunden alle Hände voll zu tun. Und: Auch bei Friseuren hat Qualität ihren Preis. Die „Alles für 10 Euro“-Werbung klingt für den Geldbeutel verlockend, aber welcher erfahrene Experte arbeitet für einen solchen Lohn?

Illustration Friseur
© Elisabeth Moch
Illustration Friseur

Miese Laune, Stress, körperliches Unwohlsein – Gründe, sich einen Spa-Termin zu gönnen, gibt es viele. Nicht immer geht die Rechnung auf. „Massage ist kein geschützter Begriff“, erklärt Delia Donat, Spa-Managerin aus Hamburg. Sie testet regelmäßig neue Spas und trifft dabei immer wieder auf schlecht ausgebildete Therapeuten. Es ist sogar schon vorgekommen, dass Delia in solchen Fällen die Behandlung abbricht! „Schlechte Qualität muss man nicht akzeptieren, immerhin vertraut man als Besucher dem Behandler seinen Körper an.“ Damit es nicht so weit kommt, hier ihre Tipps für den perfekten Spa-Termin:

DOS: Für die Terminabsprache ruhig fünf Minuten einplanen. Genau erklären, was man sich erhofft, sehr ehrlich eventuelle Probleme wie etwa Rückenschmerzen ansprechen, und nach der Ausbildung des Therapeuten fragen. Wenn keine Fachleute verfügbar sind – beispielsweise für eine echte Fußreflexzonen-Massage –, entweder ein neues Spa suchen oder bewusst auf sanfte Alternativen zurückgreifen – wäre am Beispiel der Füße eine reine Wohlfühlmassage. Fünf Minuten vor dem Termin erscheinen (Verspätung geht von der Behandlungszeit ab). Zum Preis: Pauschal ist ein Euro pro Minute Treatment in seriösen Einrichtungen das Minimum. Und – wichtig! – zehn Prozent Trinkgeld einplanen. Das Gehalt der Therapeutinnen ist auf Tip ausgerichtet …

DON’TS: Kleine Spas haben einen Anrufbeantworter statt einer Rezeptionistin, das ist okay. Ein erwünschter Rückruf sollte aber innerhalb weniger Stunden erfolgen; wer die Kunden länger warten lässt, zeigt zu wenig Service-Bereitschaft. Und: Bei der Terminanfrage darf nicht stur das Spa-Menü vorgetragen werden, ohne dass eine Frage nach persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen kommt.

Illustration Spa
© Elisabeth Moch
Illustration Spa

Die wenigsten Frauen lassen sich von einer anderen als ihr das Dekolleté massieren: Kosmetikerinnen kommen uns wirklich nahe. Deshalb ist der wichtigste Faktor für einen gelungenen Termin Sympathie, egal welche Art von Kosmetik man bevorzugt. Allerdings gibt es professionelle Rahmenbedingungen, sagt Sylvia Enders, Trainingsdirektorin bei Clarins. Große Marken haben eine hauseigene Qualitätskontrolle und schulen ihre Kosmetikerinnen regelmäßig zu Service, Hautanalyse und Behandlungen. Wer sich unsicher ist, geht also zu einer solchen Dependance (z. B. von Clarins, Dr. Hauschka, La Mer). Mehr Tipps für schöne Begegnungen:

DOS: Bei der Terminabsprache sollten gezielte Fragen zu den Hoffnungen gestellt werden, die man auf das Treatment setzt. Abendtermine für Berufstätige dürfen kein Problem sein. Und wenn es so weit ist: Die Kabinen müssen sehr sauber sein, sollten Tageslicht oder eine Klimaanlage und – wichtig! – fließendes Wasser haben. Vor der Beratung muss eine Hautanalyse mit einem Dialog stattfinden, zum Beispiel sollte unbedingt gefragt werden, welche Pflege die Haut normalerweise erfährt. Als gute Kundin bedankt man sich mit Trinkgeld (10 Prozent des Behandlungspreises).

DON’TS: Mangelnde Sauberkeit ist das absolute No-go. „Auch die Kosmetikerin selber muss sich gut präsentieren, wenn ich sie sehe, muss ich denken: Ja, das passt, damit kann ich mich identifizieren“, sagt Sylvia Enders. Ein weiteres Minus: Wenn einem Produkte für die Heimpflege aufgedrängt werden. Proben sind okay, Druck („Das brauchen Sie unbedingt, sonst bekommen Sie ganz schnell Falten“) nicht.

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