Interview Tipps gegen schwitzende und geschwollene Füße

Sandalen, Flipflops, Wedges - der Sommer naht und wir zeigen wieder Fuß. Wie dieser auch einen glanzvollen Auftritt hinlegt, verrät unser Fuß-Experte Adrian K. Wiethoff.

Zu Fuß am Strand

Warum lassen sich Patienten ihre Zehen verkürzen?

Adrian K. Wiethoff: „Ein zu langer Zeh, in den meisten Fällen der zweite Zeh, kann optisch und funktionell stören. Ist der zweite Zeh länger als der große und der dritte Zeh, kann es zu Problemen kommen, einen passenden Schuh zu finden. Viele Patienten leiden zudem auch psychisch an der Deformation und verzichten im Sommer aus Scham auf offenes Schuhwerk.“

Im Sommer sind die Füße geschwollen, was kann man tun?

Adrian K. Wiethoff: „Kühle Bäder oder Wechselbäder verschaffen Linderung und fördern die Durchblutung. Bei Hitze verlangsamt sich die Blutzirkulation. Die Venen werden durchlässiger, Flüssigkeit kann ins umliegende Gewebe fließen und die Beine und Füße anschwellen lassen. Viel trinken hilft dabei, die Blutzirkulation in Gang zu bringen und fördert die Entwässerung des Gewebes. Auch die Beine kurz hochzulegen oder öfter mit den Füßen auf und ab wippen kann die Blutzirkulation gezielt anregen. Schnelle Hilfe gerade auch für unterwegs verschaffen Fußgels mit Pfefferminze, die die Füße kühlen.“

Auch schwitzende Füße können problematisch werden. Was kann ich dagegen machen?

Adrian K. Wiethoff: „Es hilft, die Schuhe öfter zu wechseln, damit das getragene Paar auch Zeit zum Auslüften hat. Synthetikschuhe bzw. Synthetiksocken können Schweißfüße noch verstärken, daher sollte man auf das Tragen dieser Stoffe verzichten. Schuhe sollten zudem einmal die Woche desinfiziert werden, um Bakterien abzutöten. Fußdeos oder Gele, die Aluminiumchlorid enthalten, verringern die Schweißproduktion. Sollte eine übermäßige Schweißproduktion, eine sogenannte Hyperhidrose vorliegen, so kann Botulinumtoxin (Botox ®) für einige Zeit Linderung verschaffen. Es wird Botox in die Fußsohle gespritzt, die Reizleitung von den Nerven zu den Schweißdrüsen wird so lahmgelegt und Schweiß kann nicht mehr entstehen.“

High-Heels sind auch im Sommer für Frauen ein Muss. Wie kann das Tragen dieser Schuhe erträglicher werden?

Adrian K. Wiethoff: „Mit jedem Zentimeter Absatz kommt 10 % mehr Belastung durch das Körpergewicht auf den Fuß. Schnell entstehen so wunde Stellen, Blasen oder schmerzende Füße. Gegen Blasen kann man den Schuh vor dem Tragen mit einem Dehnungsspray einsprühen. So wird das Material geweitet und dadurch die Reibung vermindert. Gels-Sticks haben den gleichen Effekt. Damit man längerfristig von Schmerzen beim Tragen von High-Heels befreit werden kann, ist es auch möglich, die Ballen unterspitzen zu lassen. Schmerzen beim Tragen von hohen Schuhen entstehen dadurch, dass die natürlichen Fettpolster der starken Belastung nicht gewachsen sind. Eine künstliche Polsterung mit Hyaluronsäure kann Abhilfe verschaffen und hält ca. 6-18 Monate.“