Auch Männer wollen ausprobieren Gerne darf's ein (S)experiment sein

Frauen gelten als viel experimentierfreudiger. Im Großen und Ganzen stimmt das sicherlich. Doch sind Männer deswegen keine Experimentier-Muffel. Auch Männer probieren gerne neue Dinge aus. Unser Redakteur Alex erzählt von zwei Sexperimenten, die er ausprobierte. Mit gemischten Gefühlen. 

Erfahrungsbericht: Experiente im Bett

Ich wollte in meinem Leben schon Einiges ausprobieren. Manche Dinge sind wohl eher harmlos, andere Sachen richtig versaut. Nicht immer ist es einfach für seine Fantasien den richtigen Partner zu finden. Manche haben beispielsweise mit Rollenspielen überhaupt kein Problem, andere stehen nicht einmal auf Dirty Talk. Wichtig beim Ausprobieren ist das beiderseitige Einverständnis. Ohne den gemeinsamen Willen am Neuen ist alles doch nur halb so schön. Zwei Sexperimente haben bei mir allerdings besondere Erinnerungen hinterlassen. Und gemischte Gefühle. 

Sexperiment Spanking

Liebesleben
Alexander Scherb

Alex ist Germanist mit Leidenschaft und bei der Petra für die Themen Sex und Liebe zuständig. Was ihn daran fasziniert? Ganz einfach: Nichts kann so schön aber auch so schmerzvoll sein.

Vor langen Jahren hatte ich eine Freundin, die eine etwas härtere Gangart im Bett bevorzugte. Nun bin ich einem erotischen Experiment nie abgeneigt, gehöre aber prinzipiell zu den eher zahmen Liebhabern. Schlagen, Würgen oder Beißen gehörten nie zu den Dingen, die ich ausprobieren wollte. Selbst das harmlose Spanken gehörte nicht zu meinen sexuellen Wünschen. Ich weiß nicht warum. Ich stellte mir schon damals das Spanken irgendwie albern vor. Ich malte mir aus, wie ich nach dem Spanker noch laut "Who's your daddy" rufen würde. Es war einfach ein furchtbar lächerlicher Gedanke. Doch meiner Freundin zuliebe wollte ich es dann einmal ausprobieren. Schließlich wollte ich mir nicht vorwerfen lassen, weniger experimentierfreudig zu sein als sie

Gesagt, getan und als wir uns das nächste Mal leidenschaftlich in den Laken wälzten war es soweit. Beherzt nahm ich sie von hinten und lies meine Hand nach unten sausen. Doch mehr als ein leichter Klapps ging mir nicht über die Hand. Ich versuchte es noch einmal, doch wieder glich mein Schlag eher einem Streicheln denn einem echten Klatsch. Nach zahlreichen Versuchen brachte ich es doch übers Herz und schlug mutig zu. Ein leichter Stöhner sagte mir, dass ich es endlich richtiggemacht hatte. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt schon so ins Spanken vertieft, dass ich meine eigentliche Aufgabe ganz vergessen hatte. Irgendwann drehte sich meine Freundin zu mir um und sagte: "Prima Alex, wenn du jetzt Sex und Spanken gemeinsam hinbekommst, wird's noch was". Sie können sich wohl denken, dass der Abend danach gelaufen war. Kurze Zeit später war dann auch die Beziehung Geschichte. Ich war ihr einfach zu brav. Und Spanken ist auch heute noch nicht in meinem Repertoire. 

Sexperiment Fesseln

Obwohl ich ein Mensch bin dem Gewalt völlig abgeht, bin ich im Schlafzimmer doch eher der dominanter Typ. Am liebsten gebe ich die Richtung vor. Ich vergleiche Sex immer mit Tanzen. Der Mann muss führen. Ich habe keine Ahnung ob das eine männliche Attitüde ist oder doch eher meine persönliche Vorliebe. Gerade deshalb wollte ich es vor ein paar Jahren mal ausprobieren, mich völlig den Händen meiner Freundin auszuliefern. Ich wollte unserem Sexleben eine neue Richtung geben. Dabei war es nicht so, als hätte es der Beziehung an Erotik gefehlt. Es war der Spaß am Experimentieren, der mich dazu bewog. Ich wollte meine Grenzen kennenlernen. Meine Sexualität ausloten. 

Also ließ ich mich fesseln und ihr völlig freie Hand. Und was soll ich sagen? Es war fantastisch. Nicht nur, dass ich herausfand, dass ich gerne der Frau die Kontrolle überlasse, auch sie war erregter als sonst. Als wir uns später darüber unterhielten, sagte sie mir, sie hätte der Gedanke des völligen Ausgeliefertseins am meisten angemacht. Immerhin bedeutete dies auch, dass ich ihr absolut vertraute. Mir ging es ähnlich, auch wenn es aus meiner Perspektive natürlich genau anders herum war. Es ist unglaublich wie viel sexuelle Energie ein kleiner Rollentausch freisetzen kann. Allerdings möchte ich hier eine Warnung aussprechen. Das lustvolle Fesseln geht mit Vertrauen einher. Vertraut man seinem Partner nicht vollkommen, kann dieses Spielchen auch schnell nach hinten losgehen. Eine sexuelle Blockade ist da nur das kleinste Übel. Allen Männern in einer liebevollen, langjährigen Beziehung kann ich dieses heiße Erlebnis allerdings nur ans Herz legen.  

 

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Alexander Scherb