Die kriegen den Hals nicht voll Warum stehen alle Männer auf Deepthroat?

Warum ist der Deepthroat bei Männern so beliebt? Und stehen wirklich alle Männer auf das tiefe Eindringen in die Kehle? Hier erfahren Sie es.

Deepthroat

Für alle, die es noch nicht wissen oder vielleicht noch nie etwas davon gehört haben: Deepthroat oder auch Deepthroating ist eine Variante des Oralverkehrs, bei der der Penis so weit in den Mund der Frau eingeführt wird, dass er bis in den Rachen reicht. Sollten Sie jetzt denken, dass Sie dabei doch ständig würgen müssten, dann haben Sie recht. Trotzdem gilt der Deepthroat bei vielen auch als das "Non plus Ultra" des Oralverkehrs. Doch stimmt es, dass alle Männer darauf stehen? Oder ist das Deepthroating nur eine (für Frauen) unangenehme Modeerscheinung, die bald wieder in den Tiefen der Pornoindustrie verschwindet?

Unangenehmer Oralverkehr

Ein Blowjob ist heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Die meisten Frauen machen es und haben auch Spaß daran. Das Verwöhnen des besten Stückes mit Mund und Zunge kann sowohl für Ihn als auch Sie sehr erregend sein. Gut so! Doch in den letzten Jahren ist eine neue Variante – bekannt hauptsächlich aus Pornos – des Blowjobs aufgetaucht. Der Deepthroat. Übersetzt bedeutet es so viel wie "Tiefe Kehle" und wird eben genauso praktiziert. Der Penis wird dabei tief in den Rachen der Partnerin gesteckt, so dass er quasi bis in die Speiseröhre reicht. Im exzessivsten Fall wird die Kehle der Frau so bis zum Orgasmus penetriert. In letzter Zeit höre ich immer wieder, dass alle Männer auf Deepthroating stehen zusammen mit der Frage von Frauen, wie sie diese spezielle Form des Oralsex erlernen können.

Liebesleben
Alexander Scherb

Alex ist Germanist mit Leidenschaft und bei der Petra für die Themen Sex und Liebe zuständig. Was ihn daran fasziniert? Ganz einfach: Nichts kann so schön aber auch so schmerzvoll sein.

 Wenn ich sowas höre, möchte ich am liebsten laut aufschreien: "Gar nicht! Ihr müsst es nicht erlernen, wenn ihr kein Interesse daran habt". Es gibt genügend Gründe, die gegen diese Form der oralen Befriedigung sprechen. Zunächst einmal ist da der Würgereflex. Jeder, der sich bei Übelkeit schon einmal einen Finger in den Hals gesteckt hat, wird das Gefühl kennen. Dieses besteht natürlich auch bei einem Deepthroat. Möchte eine Frau also wirklich den so genannten "Kehlenfick" erlernen, gilt es zunächst einmal den Würgereflex auszuschalten (und die Halsmuskulatur zu trainieren). Dies ist durchaus möglich. So kann man beispielsweise eine Zahnbürste dazu benutzen, diesen Reflex nach und nach zu desensibilisieren. Schwertschlucker machen es so. Allerdings ist dies ein jahrelanger Prozess und bedarf einer Menge Geduld und Übung. 

Hinzu kommt die richtige Atemtechnik, denn natürlich ist die Luftröhre während eines Deepthroats geschlossen. Und in dieser Zeit kann Frau eben auch nicht atmen. Natürlich sollte der Penis nicht minutenlang in der Kehle verweilen. Erstickungsgefahr besteht also nicht. Trotzdem kann es passieren (natürlich gerade bei der Ejakulation), dass Sperma in die Luftröhre kommt. Dies kann dann definitiv gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Doch ich möchte zurück zum Würgereflex kommen. Den gibt es nämlich nicht ohne Grund. Er verhindert das versehentliche Schlucken von giftigen oder ungenießbaren Gegenständen. Sollten Sie den Deepthroat wirklich erlernen wollen, müssen Sie sich fragen, ob ihnen die Befriedigung des Partners mit dieser Methode wirklich das Ausschalten dieser wichtigen körperlichen Funktion wert ist.

Alle Männer stehen drauf?

Natürlich muss das nicht sein. Im Gegenteil, wird doch oftmals behauptet, dass gerade das leichte Würgen zur Erregung der Männer beiträgt. Wie so oft, kann ich auch hier sagen, dass ich keinen Mann kenne, dem ein Deepthroat so wichtig ist, dass er ihn von seiner Freundin verlangen würde. Vom Würgen halten meine Freunde auch nichts. Ja, ein Deepthroat fühlt sich anders an. Die Kehle ist nun mal sehr eng. Und ja, das Empfinden, dass eine Frau dies auf sich nimmt, um ihrem Freund noch mehr Ekstase beim Oralverkehr zu verschaffen, ist sicherlich für den ein oder anderen Mann erregend. Bestimmt spielt dabei auch eine Art Machtgefühl eine Rolle. Allerdings frage ich mich in letzter Zeit immer häufiger wo das Ganze noch hinführen soll. Früher galt ein Blowjob noch als etwas Besonderes. Als dieser sich zur allgemeingültigen Praktik gemausert hatte (danke Bill Clinton), kam das Schlucken des Spermas. Auch das gilt heutzutage zumindest nicht mehr als ungewöhnlich. Nun also der Deepthroat.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte hier auf keinen Fall als prüde oder verklemmt rüberkommen. Ich liebe einen guten Blowjob und auch dem Schlucken bin ich nicht abgeneigt. Für mich hört das Verständnis nur dann auf, wenn wichtige Körperfunktionen ausgesetzt oder ignoriert werden sollen, damit Sex lustvoll praktiziert werden kann. Und ich muss mich wirklich fragen, welcher Mann Erregung empfindet, wenn die Frau ständig würgt und ihr Tränen über die Wange laufen (genau das passiert nämlich, wenn der Würgereflex konsequent ignoriert wird). Natürlich gilt auch hier: Wenn beide Parteien Spaß daran haben und Lust dabei empfinden, ist es absolut in Ordnung.

Für mich ist das allerdings nichts. Ich muss keine Freundin haben, die mir zuliebe ihren Würgereflex unterbindet oder – was ich als noch unangenehmer empfinde – sich im wahrsten Sinne des Wortes einen Abwürgt, weil Männer angeblich darauf stehen. Die Männer in meinem Freundeskreis sehen es genauso. Also liebe Frauen: Wollt ihr den Deepthroat wirklich für euch erlernen, um euren Freund weitere Lust zu verschaffen, dann könnt ihr das gerne tun. Aber macht es auf keinen Fall, wenn euch das Gefühl zu unangenehm ist. Egal wie heiß es der Gegenüber findet. Vielmehr solltet ihr euch dann fragen, warum euer Partner darauf steht, euch würgen zu hören.  

Schlagworte:
Autor:
Alexander Scherb