So ist das also ... Der erste Sex nach der Babypause

Es gibt für viele Dinge ein erstes Mal - und für viele Dinge auch ein zweites erstes Mal. Der erste Sex nach der Geburt macht dabei keine Ausnahme. Eine frischgebackene Mama plaudert für uns aus dem Nähkästchen und erzählt von ihren Ängsten, Zweifeln und einer ganz besonderen Erkenntnis, die im Bett ein echter Game-changer ist.
Frischgebackene Eltern beim ersten Sex nach der Geburt

"Es ist doch nur Sex, keine Quantenphysik"

Saskia ist 30 Jahre alt und seit einem knappen Jahr Mami. Für Petra.de berichtet sie über das erste Mal Sex nach der Geburt ihres Baby:

"Ein Baby bremst dich aus im Bett, das war mir auch klar. Aber dass zwölf Monate vergehen würden, ich regelrecht Panik schieben und meinen ersten Orgasmus faken würde, darauf wäre ich vorher im Traum nicht gekommen. Wir hörten schon früh in der Schwangerschaft auf, miteinander zu schlafen – etwa im fünften Monat. Der stets größer werdende Bauch, und die Tatsache, dass da ein Kind in mir wächst, schreckte meinen Freund ab – während ich nichts dagegen gehabt hätte, weiter mit ihm zu schlafen.

Nach der Geburt sah das anders aus. Da kam bei mir lange keine Lust auf, und alles, woran ich dachte, war das Baby und wann ich mal wieder zum Schlafen komme. Irgendwo las ich mal, dass man durch das Stillen ein Hormon ausschüttet, das die Libido unterdrückt. Kann ich bestätigen. Also schoben wir den Sex von Monat zu Monat vor uns her – wie einen unangenehmen Zahnarztbesuch. Bis ein ganzes Jahr ins Land gegangen war und sich ein gehöriger Druck aufgebaut hatte. Wir rissen zwar beide dumme Sprüche darüber, dass wir immer noch keinen Sex gehabt hatten, aber insgeheim malte ich mir gruselige Bilder aus, wie er meine Brüste drückt und dabei Milch herausschießt. Ich fragte mich, ob meine Vagina noch genauso eng sei wie zuvor und ob ich Schmerzen haben würde.

Als es auf Silvester zuging, reichte es mir. Fast ein Jahr ohne Sex, obwohl wir vor dem Kind immer wahnsinnig gut im Bett harmonierten? Ich sprach ein Machtwort: ,Tobi, wir müssen es jetzt endlich tun! Es ist doch nur Sex, keine Quantenphysik.‘ Also verabredeten wir uns, um miteinander zu schlafen. Meine Erwartungen an das erste Mal nach der Geburt waren nicht besonders groß, was gut war, denn es sollte auch nicht besonders glorreich werden. Aber weil wir uns vorab verabredet hatten, grinsten wir uns den ganzen Tag an, berührten uns wie zufällig. Tja, und dann landeten wir abends vor dem Fernseher. Typische Situation von ,der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach‘. Irgendwann bekämpfte ich die Müdigkeit, rutschte näher an Tobi heran und küsste ihn.

"Yes, wir sind wieder da!"

Wir knutschten, fummelten und gingen dann ins Schlafzimmer. Ab dem Moment dachte ich nur noch: ,Oh Gott, meine Brüste sind so hart. Die fühlen sich an wie dicke Kieselsteine. Diese Position ist total unbequem. Das hat sich doch früher besser angefühlt...‘ Schließlich erwischte ich mich dabei, wie ich übertrieben stöhnte. Ich hatte Tobi in sieben Jahren noch nie einen Orgasmus vorgetäuscht, jetzt aber wollte ich es einfach schnell hinter mich bringen. Klar, dass er das sofort merkte, schließlich kannte er mich gut genug. Trotzdem mussten wir beide lachen, als es vorbei war. ,Nicht gerade unsere beste Performance‘, scherzte er. Immerhin hatte sich damit die riesige Sex-Wolke über unseren Köpfen aufgelöst. Beim nächsten Mal sah die Sache schon anders aus, wir waren beide viel entspannter. Ich weiß noch, wie ich nach dem ersten Orgasmus dachte: ,Yes, wir sind wieder da!‘ Was ich damals noch nicht wusste: Viele Frauen kommen nach einer Geburt viel leichter und schneller zum Höhepunkt. Und keine Sorge, die Vagina ist danach kein Hausflur, in den man die sprichwörtliche Salami wirft. Sie bildet sich wieder komplett zurück. Ich fragte Tobi ganz direkt und fürchtete mich vor der Antwort. Aber er meinte, es würde sich nicht anders anfühlen als vorher. Der ganze Stress hatte nur in unseren Köpfen stattgefunden."

 

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