Karriere 10 Strategien, die Sie sofort kreativ beflügeln!

Klar haben wir alle tolle Ideen – aber wäre es nicht noch toller, wenn wir unsere Kreativität in jeder Situation gezielter einsetzen könnten? Diplompsychologin Dr. Claudia Enkelmann sagt, wie’s geht.
Frau plant kreatives Diagramm

Den neuen Nachbarn würden Sie wirklich gern auf sich aufmerksam machen. Unauffällig, natürlich. Und Sie brauchen noch ein originelles Geburtstagsgeschenk für Ihre Freundin, und der Chef will zu gestern ein bahnbrechendes Konzept auf seinem Schreibtisch sehen. Wie – Sie haben nicht für alles sofort eine wahnsinnig neue, noch nie dagewesene Glitzer-Zauber-Idee? Fühlen sich sogar eher blockiert bei so viel „kreativem Freiraum“? Dann geht’s Ihnen wie vielen anderen. Doch statt sich jetzt zu Hause zu verkriechen, auf eine weiße Wand zu starren und abzuwarten, dass die tollen Ideen zum Fenster reinfliegen – werden Sie aktiv! Sie müssen keine Seminare besuchen oder haufenweise Bücher mit komischen Übungen zum Thema Kreativität lesen. Unsere 10 Strategien lassen Sie in jeder Stimmungslage kreativ werden: allein in der Badewanne, mit der Freundin im Café oder mit den Kollegen im Büro. Und das Beste daran: Je intensiver Sie sich mit Ihrer kreativen Seite beschäftigen, desto mehr Ideen werden aus Ihrem Hirn hervorsprudeln.

1. GLAUBEN SIE AN IHR POTENZIAL!

Frauen machen zum Beispiel kreativere Geschenke als Männer – warum sollte es im Job anders laufen? Erinnern Sie sich an Ihre bisherigen tollen Ideen; das stärkt Ihnen den Rücken, denn wer zweifelt, kann sich schlecht auf sein Ziel konzentrieren. Selbst wenn er noch nicht perfekt durchdacht ist: Präsentieren Sie Ihren Vorschlag selbstbewusst – und kontern Sie blöde Sprüche.

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2. EINE GUTE IDEE ENTSTEHT NUR, WENN SIE EIN KONKRETES ZIEL VOR AUGEN HABEN.

Sie brauchen dringend mehr Zeit für sich allein zum Relaxen? Der Begriff „mehr Zeit“ ist viel zu schwammig. Setzen Sie eine genaue Stundenzahl pro Woche oder Monat fest und auch den Zeitpunkt dafür. Fragen Sie sich: Wie kann ich genau das erreichen – und wer kann mir dabei helfen? Bitten Sie doch z.B. eine Freundin, Ihr Kind einmal pro Woche direkt vom Kindergarten abzuholen, und passen Sie im Gegenzug an einem anderen Tag selbst auf beide Kinder auf. Schon haben Sie die fest eingeplante freie Zeit für sich organisiert.

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3. BITTEN SIE ANDERE UM RAT.

Sind Sie auch eher eine „Fürsorge-Terroristin“ und geben Ihren Freunden gern in jeder Situation einen Rat, wenn Sie gebeten werden? Die Freundin hat Liebeskummer – Sie sind zur Stelle. Ihr Mann weiß nicht, wie er den Chef von seinen Plänen überzeugen soll – Sie haben die zündende Idee. Ihre Schwester will ihre Wohnung komplett anders gestalten – „irgendwie moderner“, kann das aber nicht näher definieren – Sie rücken mit Wallstickern und dänischen Glasvasen an. Prima. Und jetzt bitte das Ganze andersrum. Trauen Sie sich auch mal, nach Ideen-Hilfe zu fragen. Sie werden überrascht feststellen, dass sich Ihre Freunde darüber freuen. Und aus eigener Erfahrung wissen Sie ja nur zu gut, dass einem bei anderer Leute Denkblockaden oft spontan eine Lösung einfällt. Also: Reden Sie mit einer Freundin, die nicht aus Ihrer Branche kommt, über eine wichtige Jobangelegenheit. Spinnen Sie gemeinsam rum. Sie müssen den Rat ja nicht 1:1 umsetzen, sehen Sie ihn als Inspiration, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Auch Kritik kann sich als Kreativmotor erweisen.

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4. BESCHÄFTIGEN SIE SICH BEWUSST MIT WAS ANDEREM!

Lesen Sie Bücher, gucken Sie Filme – und zwar nicht zu dem Thema, das Sie beschäftigt. So können neue Verknüpfungen entstehen. Sie haben Stress mit dem Chef? Gucken Sie ein Beziehungsdrama. Da tun sich sicher Parallelen – und Lösungen – auf.

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5. MACHEN SIE SICH DRUCK!

Haben Sie schon genug? Versuchen Sie’s trotzdem, Zeitdruck ist ein großer kreativer Motor. Setzen Sie sich eine straffe Deadline: Bis dahin muss die Sache, über die Sie gerade grübeln, erledigt sein. Sie gehen dadurch automatisch weniger perfektionistisch vor, verrennen sich nicht in den vielen Feinheiten und sind somit viel offener für das große Ganze. Los, die Zeit läuft!

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6. SCHREIBEN SIE EIN IDEENBUCH, DAS SIE IMMER DABEI HABEN.

Neulich hatte ich so eine gute Idee, wie man die Sache angehen könnte. Aber wie war die noch? Falls Ihnen das bekannt vorkommt, legen Sie sich ein Ideenbuch an. Keine alte Kladde, in der die vorderen Seiten schon zerknickt sind, sondern ein schönes Buch, das Ihnen schon beim Angucken gute Laune macht. Stecken Sie es in die Handtasche, dann haben Sie es jederzeit parat. Egal, ob in der Bahn oder im Büro – notieren Sie alle guten Einfälle (auch die, die gerade unpassend scheinen) zumindest in Stichworten. Sie sollen eine Präsentation vorbereiten, haben aber plötzlich die Idee, Ihre alten Kinderfotos einzuscannen. Super, aufschreiben! Der nächste Geburtstag der Eltern kommt bestimmt – und Sie wissen schon ein Geschenk. Außerdem werden durch das Aufschreiben neue Ideen „gebahnt“!

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7. VERHALTEN SIE SICH ANDERS ALS SONST! 

Setzen Sie sich auf einen neuen Platz, stylen Sie sich komplett um, gehen Sie sprichwörtlich einen Umweg – direkt ans Ziel. Das erfordert ein bisschen Mut, denn Ihr Umfeld wird sich ebenfalls anders benehmen als sonst – und das wiederum beflügelt Ihre Kreativität!

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8. LASSEN SIE IHR UNTERBEWUSSTSEIN FÜR SICH ARBEITEN!

Das kennen Sie doch: Plötzlich haben Sie einen Geistesblitz, obwohl Sie sich gerade überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigen, für das Sie ihn brauchen – weil sich Ihr Unterbewusstsein offenbar sehr intensiv mit der Sache auseinandergesetzt hat und jetzt mittendrin diesen Geistesblitz produziert. Um dieses „zweite Gehirn“ besser zu aktivieren, stellen Sie sich bewusst eine konkrete Frage zu der Thematik, um die es geht. Zum Beispiel: „Wie kann ich den neuen Nachbarn unauffällig auf mich aufmerksam machen?“ Das Unterbewusstsein arbeitet dann daran. Und während Sie Ihre Firmenpost lesen, kommt Ihnen die Idee. Lassen Sie einen großen Brief, der an Sie privat adressiert ist, vor seiner Tür fallen. Wetten, dass es bald bei Ihnen klingelt?

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9. SUCHEN SIE SICH TOLLE VORBILDER!

Fragen Sie sich: Wer war in einer ähnlichen Situation wie ich und hat die gut gelöst? So können Sie bewusst oder unbewusst deren Verhalten übernehmen. Ob Kylie Minogue, die sich weder von Brustkrebs noch von einer Trennung unterkriegen ließ, oder Oma, die beim Wasserschaden im Keller gleich die Ärmel hochgekrempelt hat – beide eignen sich bestens als Role-Model.

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10. SEIEN SIE ENTSPANNT KREATIV.

Dies ist die schönste Methode, um auf neue Ideen zu kommen. Gönnen Sie sich etwas, das Sie „runter“ bringt, und versetzen Sie sich in meditative Stimmung. Klassisch mit Yoga; oder Sie legen sich mit einem edlen Badeschaum in die Wanne oder gehen im Wald spazieren. Oder völlig anders, indem Sie in ein Konzert gehen (besser kein Hardrock oder Metal). In diesem entspannten Zustand wird die rechte Gehirnhälfte aktiviert – die ist zuständig für Intuition und Gefühle. Die rationale linke Gehirnhälfte, mit der Sie auf logischem Wege nach Lösungen suchen, tritt dann in den Hintergrund. Sie sehen die Dinge plötzlich aus einem anderen, verträumteren Blickwinkel. (Übrigens: Auch kurz vorm Einschlafen schweben Sie in so einem tief entspannten Zustand.)

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